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Wiesbaden: Colautti erlöst die Borussia

Wiesbaden : Colautti erlöst die Borussia

Die Ziele der Trainer vor dem Spiel waren unterschiedlich. „Die Zuschauer begeistern”, hatte sich Christian Hock vom SV Wehen Wiesbaden gewünscht. Der Wunsch ging in Erfüllung. Und wie! „Den Kampf annehmen und dann die individuellen Fähigkeiten einbringen”, wollte Jos Luhukay in die Tat umgesetzt sehen. Nun ja...

Zwar verteidigte Borussia Mönchengladbach mit dem 1:1 (0:1) vor 12.066 Zuschauern in der ausverkauften, heimeligen Brita-Arena locker die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga und baute ihre imposante Serie auf nun zwölf Spiele in Folge ohne Niederlage aus, doch mit Ruhm bekleckerten sich Luhukays Männer nicht. Oberflächlich gesehen.

Denn wie die Mannschaft nach 45 schwachen Minuten konsequent Druck aufbaute, den Ball endlich schnell laufen ließ und die tapferen Gastgeber fast ganz aus dem offensiven Spiel nahm, verdient Respekt. „Mit dem Punkt können wir leben”, bilanzierte folglich Jos Luhukay, auch wenn er in der Halbzeitpause „not amused” war. Die Ansprache an seine Mannschaft fiel energischer aus als in den letzten Wochen. „Unser Balltempo war einfach nicht hoch genug”, monierte der Trainer, dadurch kam „kein Kombinationsspiel zustande”.

Gladbachs Tormaschine geriet ins Stocken, weil Christian Hock nicht nur über Kampfkraft, Laufbereitschaft und Leidenschaft seiner Spieler schwärmen durfte nach 90 unterhaltsamen Minuten, er hatte auch ein probates Mittel gefunden, um Borussias Offensive zeitweilig lahm zu legen. Doppelt und teilweise dreifach stellten die Schwarz-Roten Borussias Außenspieler Marko Marin und Marcel Ndjeng zu, so dass von den beiden keine Gefahr ausging.

Das wurde zwar nach dem Seitenwechsel mit Sharel Touma für Marin etwas besser, doch allein durch das höhere Tempo und die schnellere Spielweise erspielten sich die Gäste ein sattes Chancenplus. Schon vor der Pause hätten Oliver Neuville (6.), der erst Rob Friend anschoss und dann am vorzüglichen Ex-Gladbacher Thomas Richter im Wehen Wiesbadener Tor scheiterte, Patrick Paauwe (32., an den Pfosten) und erneut Neuville per Freistoß (40., Richter rettete) ins Tor treffen können. Nach dem Wechsel war es dann Sascha Rösler, der zunächst per Kopf aus fünf Metern an Richter scheiterte (55.) und dann nur die Latte traf (75.), der die besten von einigen guten Möglichkeiten verbuchen durfte.

So blieb es Roberto Colautti vorbehalten, energisch auf sich aufmerksam zu machen. Nach Vorarbeit von Alexander Voigt, Touma und Neuville „stocherte” er den Ball nach exakt gespielten 87 Minuten und 45 Sekunden über die Linie. Roberto Colautti: Sein 30-minütiger Auftritt ließ erahnen, dass die Borussia einen richtig guten Stürmer in der Hinterhand hat, der wohl schon in Freiburg am kommenden Montag in die Startformation rücken dürfte. Auch Luhukay war angetan von dem lange verletzten Israeli, der den Patzer der Kollegen beim Wehen Wiesbadener 1:0 (Simak verlängerte im Strafraum völlig freistehend Bicks Freistoß ins Netz/29.) spät wettmachte. „Er hat prima gespielt”. Anders als zum Beispiel Ndjeng, der in der 90. Minute zudem noch die Gelb-Rote Karte sah.