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Köln: Christoph Daum will es in Köln krachen lassen

Köln : Christoph Daum will es in Köln krachen lassen

Als Christoph Daum in der Nacht zu Fronleichnam vor Mikrophone und Kameras trat und verkündete, dass er sich zum Bleiben beim 1. FC Köln entschlossen habe, lag ein knapp 14-stündiger Verhandlungsmarathon hinter den Partnern.

Der Trainer hatte Ideen formuliert, Forderungen gestellt und seinen Mallorca-Urlaub verschoben. Am Ende befand Daum: „Wir haben in der sportlichen und personellen Planung Deckungsgleichheit erzielt.” Der 54-Jährige geht also mit dem FC in die Bundesliga.

Daum sollen 18 Millionen Euro für Transfers zugesichert worden sein. Diese Zahl wird vom Verein aber weder bestätigt noch dementiert. Doch nach Daums Ja-Wort kursieren in der Domstadt große Namen. Lukas Podolski, beispielsweise, soll von den Bayern in die Heimat zurück kommen.

Als Ersatz für den nach Leverkusen wechselnden Patrick Helmes. Karim Haggui, Innenverteidiger unter dem Bayer-Kreuz, soll auf die „richtige” Rheinseite übersiedeln. Beim Thema Podolski sah sich der Klub aber schon zu einem Dementi berufen.

„Vom 1. FC Köln wird in dieser Angelegenheit keine Aktivität ausgehen”, hieß es in einer Erklärung. Der Trainer kündigt jedenfalls „Kracher” an, bei denen „man eher an die Champions League als an den FC denkt”.

Was in dieser Woche an die Champions League erinnerte, war das Fan-Interesse und der Medienauflauf vor Daums Villa im Hahnwald, als seine Entscheidung angekündigt war. Eine Hundertschaft Journalisten, Fotografen und Kameraleute hatten sich vor dem Trainer-Anwesen postiert.

Ein Kölner Boulevardblatt hatte auf seiner Homepage eigens einen Live-Ticker zu diesem Thema installiert. Dort wurden rund 700.000 Zugriffe registriert. Die FC-Trainerposse hatte eine unglaubliche Publikums-Resonanz.

Daums Entscheidung war der Endpunkt eines Prozesses. „Ich habe eigentlich erst seit dem Hoffenheim-Spiel eine Perspektive gesehen”, ließ er verlauten. Vor dem drittletzten Spieltag war er sich sicher gewesen, den Klub nach dieser Saison zu verlassen. „Aber dann habe ich gespürt, dass um den FC herum doch so etwas wie Aufbruchstimmung entstand.”

Und zehn Tage, nachdem die Bundesliga-Rückkehr perfekt war, verkündete Christoph Daum sein Bleiben. Er will seinen bis 2010 datierten Vertrag erfüllen. Doch das halbjährige Kündigungsrecht ist dort weiterhin fixiert. Und wenn der FC nicht ins Rollen kommt, ist für den Trainer der 31. Dezember dieses Jahres die nächste Ausstiegsmöglichkeit.