Bundesliga-Profi Yannick Gerhardt vor dem Start in die neue Saison

Interview mit Yannick Gerhardt zum Start der Bundesliga : „Mein Ziel ist es, treffsicherer zu werden“

Seine ersten Tore hat er für den SC Kreuzau geschossen, seit drei Jahren spielt Mittelfeldspieler Yannick Gerhardt beim VfL Wolfsburg. Bevor er am Samstag (15.30 Uhr) sein erstes Bundesligaspiel der neuen Saison gegen den 1. FC Köln bestreitet, hat der 25-Jährige mit Sandra Kinkel über seine Ziele, die Sommerpause und einen möglichen zweiten Einsatz bei Jogi Löw in der A-Nationalmannschaft gesprochen.

Welche Bedeutung hat das Spiel gegen den 1. FC Köln für Sie? Immerhin haben Sie lange dort gespielt?

Yannick Gerhardt: Ich gucke eigentlich immer als Erstes, wenn es den neuen Spielplan für die Bundesligasaison gibt, wann wir gegen Köln spielen. Natürlich ist das Spiel am Samstag etwas ganz Besonderes für mich. Zum einen, weil endlich die Saison wieder startet, und zum anderen, weil es eben gegen meinen alten Club geht. Ich fühle mich dem 1. FC Köln immer noch sehr verbunden und kenne ja auch noch viele Funktionäre und Spieler von früher. Außerdem werden sich meine Eltern und Freunde das Spiel im Stadion anschauen. Und auch, wenn ich den Kölnern für die Saison die Daumen drücke und nur das Beste wünsche – am Samstagnachmittag wollen wir das Spiel gewinnen.

Im letzten Testspiel Ihrer Mannschaft haben Sie zwei und in der ersten Runde des DFB-Pokals ein Tor gemacht. Das ist so viel, wie in der gesamten vergangenen Bundesligasaison.

Gerhardt: Genau, wir hatten zwar mit dem 5:3 gegen den Halleschen SV einen etwas holprigen Start in den Pokal, aber alle Erstligisten haben sich in der ersten Runde diesmal ziemlich schwergetan. Vor diesem Hintergrund bin ich froh, dass wir gewonnen haben, und ich bin auch stolz, mit einem Tor zu dem Sieg meiner Mannschaft beigetragen zu haben. Wir haben das Spiel in Unterzahl beenden müssen und trotzdem mit zwei Toren Differenz gewonnen. Das spricht für die Mentalität meiner Mannschaft.

Wie zufrieden sind sie mit der zurückliegenden Saison? Nachdem Wolfsburg in den beiden Spielzeiten davor immer in die Relegation musste, hat Ihre Mannschaft sich jetzt mit Platz sechs für die Europa League qualifiziert.

Das ist richtig. Ich habe, Sie haben es selbst schon gesagt, in der vergangenen Saison zwei Tore gemacht und für sechs weitere die Vorlage geliefert. Ich hatte 30 Einsätze in der Liga, das bedeutet schon eine große Wertschätzung und Bestätigung vom Trainer. Darüber bin ich natürlich sehr froh. Aber die Liga 2018/19 ist Vergangenheit. Wir müssen uns jetzt auf die neue Saison konzentrieren.

Was heißt das für Sie persönlich?

Gerhardt: Mein Ziel ist es, treffsicherer zu werden und mehr Tore zu schießen. Daran will ich hart arbeiten.

Wie wichtig ist es für Sie, jetzt mit Wolfsburg auch international spielen zu können?

Gerhardt: Sehr wichtig. Eigentlich bin ich vor drei Jahren vor allem auch deswegen nach Wolfsburg gegangen, weil ich international spielen wollte. Das war immer mein Traum. Natürlich bedeutet die Europa League für uns eine Dreifachbelastung neben Bundesliga und Pokal. Das macht mir aber nichts aus. Im Gegenteil: Dafür lebe ich als Fußballer doch.

Wie groß schätzen Sie Ihre Chance ein, es nochmal in die A-Nationalmannschaft zu schaffen?

Gerhardt: Ich sehe die Situation sehr realistisch. Der Konkurrenzkampf innerhalb der Nationalmannschaft ist im Augenblick sehr groß, trotzdem ist es natürlich ein großer Wunsch von mir, nochmal für Deutschland zu spielen. Ich denke, dass ich mich jetzt über meinen Verein gut empfehlen kann. Dass wir in der neuen Saison international spielen, sorgt dafür, dass wir mehr Aufmerksamkeit bekommen. Deswegen will ich jetzt erst einmal im Verein meine Leistung bringen und mich beweisen. Dann bekomme ich vielleicht auch nochmal eine Chance in der Nationalmannschaft.

Wie haben Sie die Sommerpause verbracht?

Gerhardt: Ich habe Urlaub in Barcelona und in einer ruhigen Gegend auf Mallorca gemacht, weil es mir wichtig ist, in den Ferien Entspannung und Kultur miteinander zu verbinden. Natürlich habe ich auch meine Eltern und Freunde in Kreuzau besucht. Ich telefoniere zwar sehr häufig mit meinen Eltern und sie kommen mich auch oft besuchen. Aber sie freuen sich besonders, wenn ich nach Hause nach Kreuzau komme. Und ich freue mich auch. Den Ort, in dem man aufgewachsen ist, vergisst man einfach nie.“

Wie lange können Sie die fußballfreie Zeit genießen?

Gerhardt: Eigentlich nur zwei Wochen. Es ist natürlich schön, wenn nach der Saison der Druck von einem abfällt und man einfach einmal die Seele baumeln lassen kann. Ich muss nicht immer darauf achten, alles richtig zu machen und kann mich auch mal ein bisschen gehen lassen, ohne dabei über die Stränge zu schlagen. Es ist aber auch schön, wenn die Trainingspläne kommen und man wieder mit dem Lauftraining beginnt. Spätestens dann kommt auch die Vorfreude auf die neue Saison.

Aus was freuen Sie sich am meisten?

Gerhardt: Zum einen ist es ohne Zweifel die sportliche Betätigung, die fehlt. Aber auch das Wettkampfgefühl, die Mannschaftskollegen und der Spaß, den wir zusammen haben, vermisse ich.

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