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Mönchengladbach: Borussia trotz Gruselkicks im Pokal-Halbfinale

Mönchengladbach : Borussia trotz Gruselkicks im Pokal-Halbfinale

Es sollte eine Wiedergutmachung werden, ein Pokal-Knüller. Stattdessen führte Borussia Mönchengladbach nach dem 0:1 in der Bundesliga beim 1. FC Köln das Grauen, Teil 2 auf.

Nur durch das 2:2 des eingewechselten Neuzugangs Tomislav Maric rettete sich der Erstligist im Viertelfinale gegen den MSV Duisburg in die Verlängerung. Zuvor hatte der Zweitligist zweimal geführt. Erst im Elfmeterschießen, in dem Jörg Stiel zwei Schüsse parierte, setzte sich Gladbach mit 4:3 durch.

„Es ist eine Katastrophe, was wir hier abliefern”, schimpfte Sportdirektor Christian Hochstätter vor der Verlängerung. „Duisburg ist klar die bessere Mannschaft. Wir sind glücklich in die Verlängerung gekommen. Aber ich glaube trotzdem, dass wir es jetzt schaffen, der MSV hat uns zu lange im Spiel gelassen.”

Die Aufstellung war eine andere, als beim Anti-Fußball in Köln. Für Ivo Ulich spielte Igor Demo hinter den Spitzen, Peer Kluge rückte nach rechts. Ansonsten aber knüpften die Fach-Leute nahtlos an die Un-Leistung beim Auftakt der Rückrunde an. Kein Kombinationsspiel über mehr als zwei Stationen, wild aus der Abwehr rausgeschlagene Bälle, keine Ideen im Spiel nach vorn.

Aus Gladbacher Sicht konnte man nur hoffen, dass sich die ARD bei ihrer Konferenz-Übertragung überwiegend auf die anderen zwei Spielorte kaprizierte. Was ist mit van Lent & Co. in der Winterpause passiert? Hats eine kollektive Kopfwäsche gegeben: Unsicherheit rein, Selbstvertrauen raus?

Immerhin schaffte Borussia es, sich nach einer halben Stunde etwas Ähnliches wie eine Feldüberlegenheit zu erarbeiten. Der „Lohn”: Gleich der erste Konter der Duisburger saß. Routinier Carsten Wolters schickte den Marokkaner Nasir El Kasmi auf die Reise - all inclusive: Prompt zappelte der Ball im Zielort Netz (38.). Leicht verwandelt kamen die Hausherren aus der Pause: Peer Kluge hatte das Duell mit Joonas Kolkka - „Trainer nimm mich raus” - gewonnen, der Ex-Chemnitzer blieb in der Kabine, Neuzugang Thomas Broich übernahm die Kluge-Position.

Die Besserung aber war so zart, dass der Borussen-Trainer zur Brechstange griff: Demo raus, Stürmer Joris van Hout rein (65.). Der Erfolg ließ nur drei Minuten auf sich warten. Eine Kopfball-Ablage von Arie van Lent schoss der Belgier unter Mithilfe von Dietmar Hirsch zum 1:1 ins Tor.

Zu beflügeln schien der Treffer die Gäste. Und auch das Nervengespenst zeigte sich wieder bei Gladbach. Hilf- und planlos wurden die Bälle hinten rausgeschlagen. Und auch beim erneuten Führungstreffer der Duisburger legte der Erstligist Kopf an: Einen Freistoß von Ralf Keidel verlängerte Sladan Asanin ins eigene Tor (81.).

Tomislav Maric verdarb per Kopf den Gästen die 90-Minuten-Sensation (89.). Die Verlängerung blieb torlos.