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Rostock: Borussia droht die Burghausen-Bande

Rostock : Borussia droht die Burghausen-Bande

Manchmal ist Fußball ganz einfach, siehe Rostock: „Mach Dich warm und gib Gas!”, hatte Hansa-Trainer Armin Veh seinem Joker Magnus Arvidsson in der Halbzeitpause mit auf den Weg gegeben.

Der Schwede ging raus, legte Landsmann Prica erst das 2:1, dann das 3:1 auf, und ließ sich dann als Matchwinner feiern.

Fußball kann aber auch furchtbar kompliziert sein, siehe Gladbach: Da kommt in der Halbzeit ein neuer Angreifer beim Gegner auf den Platz und stürzt die komplette Abwehr ins Chaos.

„Wir haben es in der zweiten Halbzeit nicht geschafft, die Stürmer in den Griff zu bekommen. Arvidsson hat das Spiel gewonnen. Der Mannschaftsteil, der die ganze Saison am stabilsten war, hat heute daneben gelegen - das muss man ganz klar sagen”, ärgerte sich Sport-Direktor Christian Hochstätter.

Ganz egal von welcher Warte man die Gladbacher 1:3-Niederlage im Kellerduell an der Ostsee auch sehen will: Mit dieser Leistung schlittert die Borussia dem zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte bedrohlich „einfach” entgegen.

Dass es nun noch komplizierter wird, weiß auch Hochstätter: „Die Aufgaben werden nicht leichter. Auch bei einem Sieg am kommenden Sonntag über Hannover bekommen wir keine Luft zum Atmen. Wir müssen aufpassen, dass uns die Punkte, die wir jetzt leichtfertig vergeben, nicht am Ende fehlen.”

In der Borussen-Elf lodert es an mehreren Stellen. Konditionell, spielerisch und taktisch - der FC Hansa war den Gästen vom Niederrhein am Samstag in allen Belangen überlegen.

Während Gladbach weiter in den Tabellenkeller rutscht, zog sich der FC Hansa hochverdient nach neun nicht gewonnenen Spielen in Folge am eigenen Schopfe aus dem Sumpf.

Ein Fehlpass Korells leitete Vorbecks 1:0 ein. Pletsch verlor das Kopfball-Duell gegen Prica beim 2:1, und Borussen-Keeper Melka assistierte Prica auch bei seinem zweiten Treffer zum 3:1-Endstand.

Die wenigen Gladbacher Chancen und Demos Elfmetertor zum 1:1-Ausgleich wollte Hochstätter lieber unkommentiert lassen. „Das ist doch Erbsenzählerei. Am Ende hätte Rostock fünf Stück machen können.”

Die Suche nach den Ursachen begann noch an der Ostsee. Stiel-Ersatz Michael Melka machte aber gleich vor, wie man es nicht angehen sollte: „Ein Riesen-Strahl”, nannte Melka Vorbecks Schuss zum 1:0.

„Der Ball war von Korell abgefälscht. Ich war auf dem Weg nach hinten”, erklärt der 24-Jährige die Szenerie beim 2:1, und das höchst unglückliche 3:1 kommentierte Melka so: „Ich war nur mit einer Hand am Ball. Wenn ihn einer von uns wegschießt, heißt es gut gehalten. Macht ihn ein Ros-tocker ins Tor, sieht es blöd aus.”

Blöd sah vor allem die fehlende Selbstkritik des Borussen-Torhüters aus. Denn zumindest die Treffer zwei und drei war nicht unhaltbar.

Trainer Hans Meyer nahm hingegen kein Blatt vor den Mund: „Mit dieser Leistung kann man gegen eine hochmotivierte Rostocker Mannschaft nicht bestehen. Die zweite Halbzeit war ein Beispiel dafür, wie wir es nicht machen dürfen. Wenn wir es nicht gemeinsam machen, sind wir eben nicht in der Lage, gegen Mannschaften wie Rostock zu bestehen.”

Und nun? „Nur wer mitspielt, kann gewinnen”, stand in der zweiten Halbzeit auf einer großen Werbebande hinter dem Rostocker Tor. Auch wenn die Borussen am Samstag nicht allzu oft in diese Richtung geschaut haben - auf die werbende Lotto-Gesellschaft sollten sie hören. Sonst leuchten vielleicht schon bald die klugen Sprüche auf den Banden in Burghausen für den VfL.