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Mönchengladbach: Bonus-Tage für die Borussia

Mönchengladbach : Bonus-Tage für die Borussia

Mit einem souveränen 3:0-Erfolg über Kickers Offenbach hat Borussia Mönchengladbach die Bonus-Spieltage für die Hinserie eingeläutet. 60 Punkte werden als Passepartout für den Aufstieg angesehen, der Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga ist drei Spiele vor der Winterpause mit einem Zähler (31) schon über dem halben Soll.

Das ließ Trainer Jos Luhukay die nicht optimale Chancenverwertung (fast) vergessen. „Ich bin sehr zufrieden. Wir waren sehr engagiert, haben Spielfreude ausgestrahlt, waren souverän und haben stark kombiniert.” Sascha Rösler musste nach seinem Magen- und Darminfekt passen: Die Blutwerte des Blondschopfs waren noch zu schlecht.

Die Position des (fast) unersetzbaren Kampf-Chefs übernahm Soumaila Coulibaly - und eigentlich doch wieder nicht. Denn der Mann aus Mali pflegt sie etwas tiefer und eher fußballerisch mit Leben zu erfüllen. Und daher rührten einige zarte Probleme gegen eine Offenbacher Mannschaft, die nicht von den Anlagen aber vom Auftreten her bis dato der schwächste Gegner der Borussia war. Dort, wo sich sonst hinter den Angreifern Rösler tummelt, tat sich ein kleines Loch auf. Marko Marin fühlte sich als Röslers „Adoptivsohn” auserkoren, dies ein wenig zu stopfen. Der 18-Jährige zog häufig in die Mitte, das Spiel war auch durch die erneute Glanzvorstellung von Marcel Ndjeng stark rechtslastig.

Der erste Erfolg kam dennoch nach dem Motto: ab durch die Mitte. Ndjeng, bester Vorbereiter der Liga, unterbrach sein Solo nur kurz bei der Station Marko Marin. Um dessen Zentimeter-Pass wieder aufzunehmen und Torhüter Cesar Thier zum 1:0 auszuspielen (16.). Ein weiteres Glanzlicht lieferte Ndjeng auch bei der Analyse des 2:0, das Innenverteidiger Roel Brouwers in bester Torjäger-Manier als Abstauber erzielte (63.).

„Roel hat den Angriff selbst eingeleitet. Dem war es wohl zu langweilig hinten. Keine Ahnung, was mit dem los ist. Mit dem müssen wir gleich mal ins Gericht gehen. Der hat da vorne nichts verloren.” Doch der holländische Schlaks wollte sich positionell nicht so ausgrenzen lassen. „Als Stürmer musst du da stehen.”

Wenn´s läuft, dann läuft´s - auch mit den Sprüchen. Dann ist auch an einem tristen Novemberabend Maskenball im Borussia-Park. Der Verteidiger als Stürmer, pur Natur war Patrick Paauwe beim 3:0. Gladbachs Stratege, dessen (Körper-)Haltung so ausgeprägt ist, dass er fast ein unehelicher Sohn von Franz Beckenbauer sein könnte, kickte den Ball mit Links und trocken-arrogant nach einer Touma-Ecke ins Netz (83.).

Jörn Andersen, der (als einziger) glaubt, dass er letzte Saison im Gespann mit Horst Köppel den Abstieg verhindert hätte, erreichte eher unfreiwillig das verbale Unterhaltungsniveau von Ndjeng und Brouwers. „Mit den Toren war ich nicht einverstanden.” Und überhaupt habe „ich mir die Rückkehr anders vorgestellt”. Doch der Sieg der Kickers war genauso unwahrscheinlich wie seine mögliche Rettung der erstklassigen Borussia. „Tabellenführer gegen Tabellen-14, das hat man auf dem Platz teilweise gesehen.” Stimmt, ungefähr genau 90 Minuten.