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Mönchengladbach: Böhme verstößt gegen Gesetz des Schweigens

Mönchengladbach : Böhme verstößt gegen Gesetz des Schweigens

Der Arbeitnehmer an sich darf über seinen Chef schimpfen. Nur nicht öffentlich.

Dabei spielt es keine Rolle, ob er die Wahrheit sagt oder nicht. Das gilt erst recht für Fußball-Profis. In ihrem im Vergleich hohen Gehalt ist das Schweigegeld eingeschlossen. Auch für Jörg Böhme.

Der ehemalige Schalker will erkannt haben, das sein Trainer Horst Köppel rumeiern würde und taktisch eher unterbelichtet sei. Mit dieser Einschätzung steht er wohl auch innerhalb der Mannschaft nicht allein. Allerdings ist er der erste, der dies in einem Interview äußert.

Das kann er sich leisten: Sein Vertrag läuft eh Ende Juni aus und wird nicht verlängert. Dennoch muss der 32-Jährige heute Mittag bei Sportdirektor Peter Pander antanzen. „Das wird Konsequenzen haben”, kündigte der Manager an.

Die werden wohl nicht allzu dramatisch ausfallen. Gladbach wird das Plaudertäschchen vorzeitig in den Urlaub schicken und sich von ihm vorzeitig (!) trennen.

Trainer Horst Köppel muss darauf noch warten (auf den Urlaub natürlich). Zuvor steht ihm und seinen Spielern noch die Aufgabe beim 1. FC Nürnberg ins Haus. Dabei gilt es, den Angriff des Clubs abzuwehren, wenn Köppel & Co. der Tabellenplatz lieb ist. Denn Nürnberg liegt nur einen Punkt hinter dem Tabellenneunten.

Meyer will Sicherheit

„Das ist mir sch...egal”, bekennt deren Trainer Hans Meyer. Dem ehemaligen Borussen-Coach geht es ausschließlich darum, „noch ein kleines Stückchen nachzulegen, um im sicheren Hafen anzulegen”. Der Klassenerhalt also, an dem kaum noch jemand zweifelt.

Auch Meyer nicht, aber: „Im Fußball ist das total Verrückte möglich.” Die auch rechnerische Sicherheit ist für den 63-Jährigen die Voraussetzung, um seinen Vertrag bei den Franken zu verlängern.

Für viele Beobachter wäre ein Auswärtssieg der Gladbacher total verrückt. Nicht für den eigenwilligen Club-Coach. „Solche Serien sind doch oft Zufall. Und das ständige Thematisieren trägt dann dazu bei, dass Verklemmungen erst aufgebaut werden. Man darf in diese Statistiken nicht zu viel reinlesen.”

Hans Meyer greift lieber auf eigene Eindrücke zurück. Wie etwa die vom 0:2 beim HSV. „Das war eine schöne Niederlage. Da hat Gladbach richtig gut gespielt.”

Ein hässlicher Sieg in Nürnberg wäre Horst Köppel auch sicherlich recht. Dazu stehen ihm Eugen Polanski (vor der Abwehr) und Filip Daems (hinten links) wieder zur Verfügung. Niels Oude Kamphuis fällt erneut aus und wird wohl kein Spiel in dieser Spielzeit mehr bestreiten.

Doch auch ein Erfolg könnte nichts an Meyers Saison-Urteil ändern: „Die Gladbacher haben kollektiv die Chance vergeben, einen richtig guten Tabellenplatz zu holen.”