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Mönchengladbach: Bittere Niederlage im rheinischen Derby

Mönchengladbach : Bittere Niederlage im rheinischen Derby

Nach der vierten Niederlage in Serie spitzt sich die Situation bei Borussia Mönchengladbach weiter zu. Die Gladbacher verloren am Samstag das rheinische Derby gegen den 1. FC Köln mit 1:2 (1:1) und bleiben damit Tabellenletzter der Fußball- Bundesliga. Für Borussen-Coach Jos Luhukay könnte das 73. Erstligaduell beider Teams zugleich das letzte auf der Trainerbank des fünfmaligen deutschen Meisters gewesen sein.

Vor 54.067 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park erzielte Milivoje Novakovic in der 87. Minute den Siegtreffer für die Kölner. Fabrice Ehret (5.) hatte den FC in Führung gebracht, Roel Brouwers (10.) gelang der zwischenzeitliche Ausgleich für die Gastgeber. Überschattet wurde die Begegnung von Ausschreitungen beider Fangruppen vor der Partie, die deshalb mit zehnminütiger Verspätung begann.

„Die Mannschaft hat den absoluten Willen gezeigt, in der 2. Halbzeit hat vielleicht etwas die Entschlossenheit gefehlt”, sagte ein enttäuschter Luhukay. Zu seiner eigenen Situation meinte der Niederländer: „Das Wort aufgeben kenne ich nicht.” FC-Coach Christoph Daum war dagegen zufrieden: „Wenn man wie wir im Aufwind ist, gewinnt man so ein Spiel. Wenn man wie Gladbach unten steht, kassiert man kurz vor Schluss noch einen Gegentreffer.”

Das Spiel begann für die Gastgeber mit einem Schock. Bereits in der fünften Minute brachte Ehret die Gäste nach einem schweren Patzer von Gladbachs Torhüter Christofer Heimeroth in Führung. Einen harmlosen Schuss von Nemanja Vucicevic wehrte der VfL-Keeper nach vorne ab, Ehret staubte zum 1:0 ab. Die Hausherren zeigten sich vom Rückstand aber nicht geschockt und kamen nur fünf Minuten später zum Ausgleich. Nach einer Ecke konnten die Kölner einen Kopfball von Filip Daems noch abwehren, den Abpraller drückte Brouwers ins Netz.

In der Folgezeit entwickelte sich ein packendes und abwechslungsreiches Derby mit Chancen auf beiden Seiten. Für die spielerisch etwas reifer wirkenden „Geißböcke” verpassten Vucicevic und Roda Antar (beide 32.) die neuerliche Führung. Bei der Borussia hatten Karim Matmour (14.) und Rob Friend (26.) einen zweiten Treffer auf dem Fuß.

Neben dem Kanadier hatte Luhukay in Oliver Neuville wieder einen zweiten Angreifer aufgeboten. Zudem kehrte Nationalspieler Marko Marin im Vergleich zur 0:1-Niederlage beim Hamburger SV für Marcel Ndjeng in die Anfangsformation zurück. FC-Coach Christoph Daum vertraute jener Mannschaft, die vor einer Woche beim 1:0 gegen den FC Schalke 04 überzeugt hatte.

Nach der Pause kamen die Gäste zunächst mit mehr Schwung aus der Kabine. In der 47. Minute verhinderte Heimeroth gegen Milivoje Novakovic das 1:2. Die Gladbacher, bei denen sich Kapitän Neuville kaum in Szene setzen konnte, wurden erst in der Schlussphase wieder gefährlicher. Doch Marin und Friend vergaben zwei Hochkaräter (75.). Für die Kölner ließ der eingewechselte Adil Chihi die große Chance zum 2:1 (84.) ungenutzt, doch 180 Sekunden später besiegelte Novakovic per Freistoß das Gladbacher Schicksal.

Auseinandersetzungen vor dem Spiel

Vor dem Derby ist es am Samstag zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fangruppierungen gekommen. Nach Polizeiangaben hatten Mönchengladbach-Anhänger mit Leuchtmunition auf Busse geschossen, mit denen rund 800 Kölner Fans zum Stadion gebracht wurden. Daraufhin verließen die Kölner Fußballanhänger die Busse, wobei sie zum Teil die Scheiben der Fahrzeuge eintraten.

Anschließend wollten rund 200 Köln-Fans das Fanhaus der Borussia stürmen. Die Polizei konnte nach eigenen Angaben ein direktes Aufeinandertreffen der beiden Gruppen verhindern. Insgesamt zehn Personen wurden festgenommen. Nach ersten Erkenntnissen gab es keine Verletzten.

Wegen der Auseinandersetzungen musste eine Zufahrtstraße zum Stadion gesperrt werden. Das führte zu massiven Verkehrsbehinderungen rund um das Stadion. Das Spiel wurde deshalb mit rund zehnminütiger Verspätung angepfiffen. Laut der Polizei beruhigte sich die Situation nach Anpfiff des Spiels. Die Polizei hoffte, dass die Fans nach Ende der Begegnung friedlich abziehen würden.