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Berlin: Bewerbung eines schwer Erziehbaren

Berlin : Bewerbung eines schwer Erziehbaren

Alexandro Alves do Nascimento, genannt Alex Alves, ist wieder in Berlin. 1999 ist er das erste Mal nach hier gekommen, die ortsansässige Hertha gab 15 Millionen Mark für den Nationalspieler aus.

„Ich würde gerne die schlechten Eindrücke, die ich hinterlassen habe, wegwischen und sorry sagen”, sagt der Brasilianer im Frühjahr 2007. Zu spät.

In Erinnerung geblieben ist das Tor des Jahres 2000 aus gefühlten 80 Metern, in Erinnerung geblieben sind auch etliche Eskapaden des launigen Spielers abseits des Spielfeldes. „Ich habe ein paar Jahre verloren, weil ich mit anderen Dingen beschäftigt war. Ich habe meine Karriere vernachlässigt”, sagt Alves und liefert die Erklärung für sein exzentrisches Freizeitverhalten: Die chaotische Beziehung zu seiner Frau Nadja sei schuld. Nadja ist inzwischen seine Ex-Frau, und Alves, der an vielen Orten gescheitert ist, gibt sich geläutert. „Ich bin klüger geworden und konzentriere mich wirklich auf meine Arbeit.”

Die verpatzte Karriere soll noch einmal Fahrt aufnehmen. Die alte Dame Hertha gab ihn 2003 wieder ab, ohne allzu viele Tränen zu vergießen. Ein paar Monate später trennte sich Atletico Mineiro vom undisziplinierten Star. Der nächste Zufluchtsort hieß Vasco da Gama.

Nach sieben Monaten hatten sie auch hier die Nase voll. Alves hat eine sehr unruhige Biographie hinter sich, und wer weiß, ob der Junge jemals erwachsen wird, fragt sich nicht nur Aachens neuer Trainer Guido Buchwald. Bekommt so jemand auch im hohen Fußball-Alter noch einmal die Kurve?

Sein Aachener Berater ist davon überzeugt. „Alex will noch einmal drei Jahre richtig durchstarten”, sagt Anwalt Andreas Palm, „und Aachen ist dabei eine Option.”

Zuletzt spielte der berühmte Mandant in Boavista, irgendwo in der brasilianischen Regionalliga. Alves war Spitzenverdiener, aber das war völlig egal, weil niemand in den letzten Monaten sein Gehalt bekommen hat. Der Klub schlitterte in die Insolvenz.

Jetzt, so glaubt Palm, würde der 32-Jährige ins Aachener Gehaltsgefüge passen, ein „leistungsbezogener Vertrag” sei durchaus ein Thema.

Alemannias Zuneigung ist allerdings noch überschaubar. Der Club hat Alternativen.