1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Köln: Beim Thema Helmes gibt sich Daum defensiv

Köln : Beim Thema Helmes gibt sich Daum defensiv

Patrick Helmes ist derzeit beim 1. FC Köln das alles beherrschende Thema. Obwohl die „Torgarantie” des Zweitligisten erst am Dienstag aus dem Urlaub kommt, schlugen seine Äußerungen in einem Interview beim Trainingsauftakt hohe Wellen. Helmes, der am liebsten sofort zu Bayer Leverkusen wechseln würde, bezeichnete sein Verhältnis zu Trainer Christoph Daum und Präsident Wolfgang Overath als zerrüttet.

Daum reagierte darauf äußerst defensiv. „Ich kann in diesem Interview nicht den Patrick Helmes erkennen, wie ich ihn bisher erlebt habe”, sagte er. „Das passt nicht zu den Dingen, die ich mit ihm und seiner Familie erlebt habe.” Für ihn gebe es zudem kein „Thema Helmes”. Daum setzt für den nächsten Anlauf in Richtung Bundesliga auf den Angreifer. „Am Dienstag werden wir diese Dinge in einem persönlichen Gespräch ausräumen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm.”

Bevor der Trainer am Donnerstagabend seine Profis zur ersten Übungseinheit bat, hatte er die Eckpunkte für die Saisonvorbereitung formuliert. Er will eine Mannschaft formen, die sich mit dem FC identifiziert und schon aus diesem Selbstverständnis heraus Erfolg haben soll. „Da muss etwas wachsen”, beschrieb Daum seine Erwartung.

Der Begriff Aufstieg gehörte beim Arbeitsauftakt noch nicht zu seinem Vokabular. „Ich will hier nicht gleich mit Parolen antreten”, verkündete der 53-Jährige. Was deshalb verwundert, weil Daum noch in der letzten Woche aus Mallorca verbreiten ließ, dass mehr als eine weitere Saison in der 2. Liga für ihn kein Thema sei. Doch nach der vergeigten letzten Spielzeit hatte er sich kurzfristig Zurückhaltung auferlegt.

Doch Daum hatte keine Kreide gefressen. Mit dem Blick auf seinen Kader stellte er fest: „Wir haben Spieler verpflichtet, die charakterlich zu uns passen. Sie bringen die Erfahrung mit, die uns in die Lage versetzt, in der vielleicht schwierigsten Zweitligasaison aller Zeiten gleich oben dabei zu sein.” Verstärkt wurde vor allem die Defensive, das Hauptproblem der letzten Jahre. Torhüter Faryd Mondragon (zuletzt Galatasaray), wohl die neue Nr. 1, bezeichnete Daum als „gestandene Persönlichkeit, die auf dem Platz emotional auch mal an die Grenzen geht”. Beim zweiten Neuen aus der Türkei, Ümit Özat (Fenerbahce), geriet der Traine ins Schwärmen: „Er ist sehr ambitioniert und im gesamten Defensivbereich einsetzbar. Özat ist fast eine Lichtgestalt des türkischen Fußballs. Dass wir solch einen Spieler bekommen, ist unglaublich.”

Daum bezog Kevin McKenna (Cottbus), Roda Antar (Freiburg) und Nemanja Vucicevic (1860 München) in seine Eloge auf seine Neuen mit ein. Er ließ zudem anklingen, dass es noch zwei bis drei Verpflichtungen geben könnte. Nach wie vor auf seinem Zettel hat er Freiburgs Innenverteidiger Mohamad, den Nigerianer Tico fürs zentralen Mittelfeld und Belgiens U21-Nationalspieler Nicolas Lombaerds (AA Gent) für die linke Position in der Viererkette.

Aber es wird nicht noch ein paar Neue am Geißbockheim geben, sondern auch noch einige Abgänge. Denis Epstein spielt beispielsweise ebenso wenig eine Rolle in Daums Planspielen wie Baykal. Auch Alpay dürfte den Verein wohl verlassen, sollte sich ein solventer neuer Arbeitgeber (Ankaragücü?) finden und der Transfer Mohamad doch noch klappen.