Köln: Beim FC stellt sich vor Hoffenheim die Trainerfrage

Köln: Beim FC stellt sich vor Hoffenheim die Trainerfrage

Das Klima wird rauer. Beim 1. FC Köln geht es in den nächsten Spielen wohl nicht mehr nur um Punkte für den Erhalt der Bundesliga, sondern auch um den Job von Trainer Stale Solbakken.

„Wenn du nach Weihnachten fünf von sechs Spielen verlierst, dann stehst du als Trainer unter Druck”, stellt der Norweger ohne sichtbare Emotionen fest. Am Sonntag (17.30 Uhr) spielt der FC in Hoffenheim. Und verlieren die Kölner in Nordbaden, dann wäre die folgende Begegnung gegen Hertha BSC wohl Solbakkens erstes „Endspiel”.

Der oberste FC-Übungsleiter weiß, was die Stunde für ihn geschlagen hat. Solbakken braucht Erfolge. Bleiben die aus, beginnt die Fehlersuche beim Chef. „Klar ist das eine Trainerfrage”, räumt der 43-Jährige ein. „Aber ich habe meine Methode nicht eine Sekunde lang hinterfragt.

Kein Trainer der Bundesliga hätte es mit unseren Problemen besser machen können.” Damit spricht Solbakken den ständigen Zwang an, seine Abwehr umbauen zu müssen. „Wenn du eine Saison mit sieben unterschiedlichen Innenverteidiger-Kombinationen, mit fünf Rechtsverteidigern und fünf Linksverteidigern spielen musst, entwickeln sich keine Automatismen”, sagt der Norweger.

„Aber es steckt viel Potenzial in der Mannschaft. Ich hoffe, dass das Team in den nächsten Spielen genug Punkte holt, damit wir als Trainerteam weiter mit dem Kader arbeiten können.”

Das hört sich am Ende einer Woche, in der Wunsch-Präsident Manfred Hell den Rückzug antrat und sich der Wechsel von Lukas Podolski am Saisonende zum FC Arsenal abzeichnete, wieder einmal nach viel Theater an.

Zumal sich auch das Verhältnis von Solbakken zu Sportdirektor Volker Finke immer weiter abkühlt. Und dann wurde auch noch Solbakkens Wagen, der vor seinem Haus in Junkersdorf abgestellt war, in der Nacht zum Freitag gestohlen.

Noch eine Taktik-Einheit

Ob der FC unter Solbakken ausgerechnet in Hoffenheim die Kurve kriegt, ist eher unsicher. Sascha Riether ist gelbgesperrt, Milivoje Novakovic (Hüftprobleme), Ammar Jemal (Faserriss) und Kevin Pezzoni (Nasenbeinbruch) fallen definitiv aus. Möglicherweise kann Henrique Sereno (Adduktorenprobleme) wieder mitmischen.

„Das werden wir nach dem Abschlusstraining am Samstag entscheiden”, sagte Solbakken. Am Tag vor dem Spiel will er noch eine Taktik-Einheit einschieben. „Hoffenheim spielt unter dem neuen Trainer Markus Babbel direkter, schneller und aggressiver”, begründet er.

„Da habe ich einen Plan.” Wie dieser Plan aussieht, verrät Solbakken nicht. Doch er wirkt bei weitem nicht mehr so locker wie noch vor wenigen Wochen. Der FC-Trainer weiß, dass es jetzt auch um seinen Job geht.

Voraussichtliche Aufstellung: Rensing - Brecko (Sereno), McKenna, Geromel, Eichner - Clemens, Lanig, Roshi, Peszko - Jajalo, Podolski