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Leverkusen: Bayers „Aufholjagd” endet nach 15 Minuten

Leverkusen : Bayers „Aufholjagd” endet nach 15 Minuten

In diesem Jahr sollte alles besser werden. Jens Nowotny war wieder zurück, die Nationalspieler konnten sich endlich von den WM-Strapazen erholen und das Trainingslager wurde sehr schnell als Erfolg verbucht.

Bayer Leverkusen wollte wieder angreifen, Trainer Klaus Toppmöller und seine Akteure sprühten vor Optimismus, und selbst die Leid geplagten Fans pinselten ihre wieder erwachten Ansprüche präzise auf weißes Laken: „17 Spiele gleich 51 Punkte” oder „Aufholjagd” war da zu lesen.

15 Minuten nach der Rückkehr in den Liga-Alltag - als Empfangskomitee hatte der Spielplaner das biedere Cottbus geschickt - war die Seifenblase mit einem lauten Knall zerplatzt. Herzlich Willkommen in der Wirklichkeit, Bayer Leverkusen!

Energie-Linksläufer Gebhardt hatte den Leverkusener Wunsch-Traum frühzeitig zerstört. Ein durchschnittlicher Antritt, eine ungelenke Körpertäuschung, ein kraftloser Abschluss mit dem sonst wirkungslosen rechten Bein: 0:1.

Bayer-Keeper Butt mimte den gnädigen Gastgeber, sah das Geschoss schon gegen die Bande kullern und verweigerte die Arbeit.

Doch es wurde noch schlimmer. Simpler Ballverlust in der Vorwärtsbewegung, zwei schnelle Anspiele Richtung Vagner, ein Querpass zu Topic - 0:2 (32.).

Fußball ist manchmal so einfach, wenn es der Gegner zulässt. Cottbus gefiels und stockte den Verteidigungsgürtel um einen achten und neunten Akteur auf. „Das war wie Handball”, echauffierte sich Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Tapferer Einsatz alleine konnte den Vize-Meister - ohne Schneider, Bastürk und Lucio - kaum retten. Die wenigen klaren Offerten vergaben Nowotny, die abermals schwachen Simak und Franca, Neuville oder auch Ojigwe mehr oder weniger kläglich.

Kurz vor Schluss der endgültige Knock-Out für die konzeptlos rennenden und grätschenden Werkskicker. Andrzej Juskowiak drückte einen Kaluzny-Kopfball über die Torlinie. Schluss! Aus! Ende!

„Wir haben eben super gespielt”, veränderte der Ex-Alemanne André Lenz die objektiven Eindrücke aus 90 Minuten Abstiegskampf. „Nach dem dummen Tor zum 0:1 hat man die Verunsicherung gespürt”, kommentierte Toppmöller und suchte nach Durchhalteparolen: „Wir versuchen es jetzt in der nächsten Woche. Ich bin nach wie vor optimistisch. Wir haben eine schlagfertige Truppe.”

Jetzt kann es wirklich nur noch besser werden. „Es gibt nichts zu beschönigen, aber wenns nicht läuft, brichst du dir auch beim Nase popeln den Finger”, zeigte sich Reiner Calmund geduldig. Doch die Geduld hat auch in Leverkusen Grenzen.