Mönchengladbach: Ausgerechnet Dante trifft das Tor nicht

Mönchengladbach: Ausgerechnet Dante trifft das Tor nicht

Was für ein Pokalspiel! Nach 120 jederzeit spannenden, oftmals guten, immer intensiven Minuten musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen, wer am 12. Mai in Berlin Gegner von Dortmund im DFB-Pokalfinale ist. Die Münchner Bayern hatten das Glück auf ihrer Seite, waren jedoch auch während der 120 Minuten auch die bessere Mannschaft.

Das Elfmeterschießen eröffnete Münchens David Alaba , nachdem Dante die Borussen im Kreis noch einmal eingeschworen hatte. Er verwandelt sicher unten rechts - 0:1. Filip Daems gleicht aus, mit Glück, Manuel Neuer ist mit der Hand noch am Ball - 1:1. Franck Ribéry - locker zum 1:2. Patrick Herrmann mit kurzem Anlauf - 2:2. Philip Lahm in den Winkel - 2:3.

Und dann Dante - er knallt den Ball über das Tor, ausgerechnet Dante, der in der kommenden Saison wohl für die Münchener spielen wird. Toni Kross trifft ohne Probleme zum 2:4 - was Harvard Nordtveit nicht gelingt. Neuer pariert mit den Füßen. Aus der Traum für die Borussia, die dem großen Favoriten aber einen großen Kampf geliefert hat. Und von der Nordkurve, vom ganzen Stadion noch einmal frenetisch gefeiert wird.

Rückpass auf Neuer . . .

Die prächtige Stimmung wurde schon nach gut einer Minute noch prächtiger - ein simpler Rückpass der Münchner auf Neuer genügte, und schon war die Erinnerung da an die 1:3-Schlappe der Bayern zum Rückrunden-Auftakt in der Liga. Doch der Nationaltorwart hatte mit dem Zuspiel keine Pro-bleme, sein Abschlag landete nicht schon wieder bei Marco Reus.

Der hatte die beste Möglichkeit für den „David” in der ersten Halbzeit, doch nach schöner Vorarbeit von Roman Neustädter scheiterte er an Neuer (21.). Zudem gab es noch einen Schuss von Daems, den Neuer zur Ecke abwehrte (34.) und einen Kopfball von Dante, der nach Oscar Wendts Eckball das Leder nur knapp neben den Pfosten setzte (44.). Ansonsten war die Borussia damit beschäftigt, das Konzept von Trainer Lucien Favre umzusetzen: intelligent verteidigen und unnötige Ballverluste vermeiden. Das gelang nicht immer, denn die vier Chancen der Bayern waren richtig gut. Kroos durfte völlig frei stehend aus 18 Metern aufs Tor zielen, traf aber nur den Innenpfosten (6.). Mario Gomez scheiterte per Kopf am prächtig reagierenden Marc-André ter Stegen (15.) und Arjen Robben, von der ersten bis zur letzten Sekunde an ausgepfiffen, drosch den Ball aus zehn Metern ohne Not übers Tor (40.). Und dann durfte ter Stegen gegen David Alaba noch einmal seine brillante Reaktionsfähigkeit demonstrieren (41.). Viel Glück für die Borussia, die leidenschaftlich kämpfte.

Patrick Hermanns Comeback

Nach dem Wechsel entwickelte sich ein echter Pokalfight mit Chancen auf beiden Seiten - den besseren für die Gäste. Die übernahmen zunehmend das Kommando, auch weil die Borussen fast nur noch auf Konter lauerten. Favre reagierte und wechselte den einige Wochen verletzten „Bayern-Schreck” Patrick Herrmann für Oscar Wendt ein. Zudem musste Roel Brouwers für den verletzten Martin Stranzl aufs Feld (62.). Am Verlauf änderte sich erst einmal nichts. Die Bayern dominierten, die Bayern drückten, die Bayern griffen an - aber auch ihnen fehlte nun die Zielstrebigkeit. Und als Gomez einmal an ter Stegen vorbeikam (81.), kam er nicht zum Abschluss.

Für die Borussen-Fans das Zeichen, ihrer Mannschaft, die so unglaublich viel investiert hatte, gesanglich den Rücken zu stärken. Und dann gab es die beste aller Chancen: Doch Reus scheiterte nach brillanter Vorarbeit von Juan Arango an Neuer (83./Foto).

In der Verlängerung mussten beide Mannschaften dem großen Kampf Tribut zollen. Speziell die Borussen, die sich nach 110 Minuten bei ter Stegen bedanken durften, der nach Robbens Gewaltschuss die Fäuste hochriss. Es ging nur noch darum, sich ins Elfmeterschießen zu retten. Was gelang, nur das Happyend blieb für die Gastgeber aus.

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