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Mönchengladbach: Auch ohne Sozial-Punkte: Melka ist Stiels Kronprinz

Mönchengladbach : Auch ohne Sozial-Punkte: Melka ist Stiels Kronprinz

Den Sekt hat Michael Melka am Mittwochabend nicht aus dem Kühlschrank geholt. Einmal, weil er als vorbildlicher Profi keinen griffbereit hat und obendrein weiß, dass sein Trainer Ewald Lienen geistigen Getränken eher abhold ist.

Vor allem aber, „weil man so etwas nicht feiert”: Borussia Mönchengladbachs Stamm-Torhüter Jörg Stiel fällt seit der Wochenmitte mit einem Innenband-Teilriss im Knie für die nächsten Wochen aus.

„Mir tut das Leid. Anders wäre es mir lieber gewesen. Durch eine Verletzung reinzurutschen, ist immer blöde”, sagt Borussias Torwart Nr. 2 vor seiner unverhofften Bewährungsprobe Sonntag (17 Uhr) im DFB-Pokal beim mecklenburgischen Oberligisten FC Schönberg 95.

Kein Sekt zum Feiern, auch keiner zum Kummer ertränken: Das Aus für seinen bisherigen Lieblingsklub Borussia Dortmund verfolgte er eher am Rande. „In erster Linie habe ich mir den BVB immer angeschaut, weil mich Jens Lehmann als Typ interessiert”, klärt der 1,95-m-Hüne auf. Nachfolger Roman Weidenfeller zieht ihn nicht vor die Flimmer-Kiste.

Dabei symbolisiert der ehemalige Kaiserslauterer den Aufstieg vom Reservisten zum „Haupt”-Mann, von dem Melka natürlich auch träumt. „Ich hätte den falschen Job, wenn ich nicht das Ziel hätte, Stamm-Torhüter zu werden und mich in der Bundesliga durchzusetzen.”

Statur und Selbstbewusstsein besitzt der 25-Jährige dazu. Um zu erkennen, ob er auch sportlich schon so weit ist, „müsste ich über einen längeren Zeitraum spielen”.

Sein Trainer und Borussias Sportdirektor Christian Hochstätter erklären zwar unisono: „Er hat unser volles Vertrauen.” Doch der Blondschopf würde es ihnen nicht verübeln, wenn sie kurzfristig noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen würden: „Was ist, wenn ich mir morgen eine Grippe fange?”

Der Linksfuß weiß, dass „es für einen, der aus der Amateur-Mannschaft stammt, schwieriger ist, als wenn ein Keeper von einem anderen Klub kommt”. Doch immerhin: Melka ist Stiels Kronprinz, Otto Fredrikson die Nr. 3.

Ein Wechselspielchen wie noch unter Hans Meyer wird es nicht mehr geben. „Bei Hans waren das mehr soziale Gründe, wegen der Prämien”, schmunzelt Christian Hochstätter. „Meine sozialen Zeiten sind vorbei”, ergänzt Ewald Lienen.

Das haben Igor Demo und Sladan Asanin bereits beim 1:4 in Freiburg zu spüren bekommen: Beide wurden drei Minuten vor der Pause ausgewechselt.

Dass kann Peer Kluge am Sonntag nicht passieren. Er fällt mit einer Fußverletzung aus. Bei Marcelo Pletsch (Leiste) besteht noch Hoffnung.

Nicht aber für Schönbergs Klub-Chef Uwe Blaumann: „Mönchengladbach ist schlagbar, aber nicht für uns.”