Aachen: Alemannia will die Geschenkboutique schließen

Aachen: Alemannia will die Geschenkboutique schließen

Jetzt soll es passieren. Endlich. „Es wird höchste Zeit”, sagt der Trainer. Über sieben Monate hat sich die Sehnsucht aufgebaut. Ein Sieg über einen der Großen der Liga soll her.

Bislang hat Alemannia für die Spitzenteams regelmäßig die große Geschenkboutique weit geöffnet, von den besser platzierten Teams wurde nur der FSV Frankfurt zweimal besiegt. Jetzt kommt das prominenteste Ensemble vorbei, das die 2. Liga bietet: der Tabellenführer von Hertha BSC. „Das ist der Hauptstadtklub”, sagt Peter Hyballa fast ehrfürchtig. „Eine besondere Mannschaft. Das ist eine große Herausforderung, die wir bestehen wollen.”

Schon im Hinspiel kratzte Alemannia am Sieg. Die Partie „zweier Teams, die ihre Stärke in der Offensive haben”, endete ungewöhnlich: torlos. Diese Partie hat trotz der jüngsten Pokalerfolge einen Ehrenplatz bei Peter Hyballa erhalten. „Für mein Trainergehirn war es das tollste Spiel, weil sich die Jungens vor 40.000 Zuschauern exakt an die Absprachen gehalten haben.”

Vor dem Spiel hängte der 35-Jährige ein Poster in die Kabine: Kleiner Köter kläfft großen Hund an. Inzwischen sagt Hyballa, seine Welpen seien ein wenig größer geworden. Dennoch: Ein Spiel auf Augenhöhe steht am Samstag immer noch nicht an. „Da schaut ein Labrador mit Diamantkette vorbei”, sagt Hyballa über die „alte Dame”, die sich nur für kurze Zeit in der ungewohnten Liga umgucken will. „Hertha muss aufsteigen, sonst haben die ein Problem.”

Alemannia ist durchaus munter unterwegs in den letzten Wochen. Der Tabellenachte hat die beste Platzierung seit dem Umzug in den neuen Tivoli erreicht. Der Zuspruch ist noch überschaubar, bislang sind knapp 17.500 Karten für die Spitzenpartie abgesetzt.

Der Einsatz von Dauer(b)renner Marco Höger ist noch leicht fraglich. Nach seiner Knöchelprellung ist der 21-Jährige erst seit Donnerstag wieder im Lauftraining. Aachens Lazarett ist zwar bis auf Alper Uludag und Florian Müller inzwischen komplett geräumt. Thorsten Burkhardt und Nico Herzig müssen allerdings noch ihren Trainingsrückstand aufholen. Die Rückkehr von Thomas Stehle verzögert sich wohl noch um eine weitere Woche. Die Grippe hat zugeschlagen bei der „Axt”.

Auch Hertha kommt nicht sorgenfrei in den „Wilden Westen”. Spielmacher Raffael hat einen Schlag auf die Wade erhalten. „Ich gehe nicht von einem Einsatz aus”, unkt Trainer Markus Babbel.

Seine Mannschaft führt zwar die Liga an, ein einsamer Durchmarsch ist es doch nicht geworden. Und auch Alemannia will die Prominenz ärgern. „Wir haben genug gesprochen über guten Fußball”, sagt Hyballa. „Die Zeit ist reif, dass wir endlich einmal ein Team ,von da oben schlagen.”

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