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Mönchengladbach: Abgeklärte Spielweise ist sein Markenzeichen: Patrick Paauwe

Mönchengladbach : Abgeklärte Spielweise ist sein Markenzeichen: Patrick Paauwe

Ivica Banovic, Eke Uzoma und Karim Matmour stürzten auf den Ball führenden Gegenspieler zu. Die drei Freiburger wollten Patrick Paauwe unter Druck setzen und zu einem Fehlpass provozieren. Doch der 31-jährige Niederländer machte keinen Fehler.

Er drehte sich, den Ball eng am Fuß, um die eigene Achse und spielte quer zu einem Nebenmann. Die beschriebene Szene ist eine Momentaufnahme aus dem Spitzenspiel der Zweiten Fußball-Bundesliga, dem Aufeinandertreffen des SC Freiburg mit Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach.

Diese ruhige, abgeklärte Spielweise ist typisch für Borussias zentralen defensiven Mittelfeldspieler, einen der besten Zugänge Borussias in dieser Saison. Eine Spielweise und Ballführung, die für manchen Beobachter arrogant aussehen mag. „Ach was. Wenn es gut läuft, ist das Ruhe und Ausstrahlung. Wenn es nicht gut läuft, ist es Arroganz”, verteidigt sich Paauwe.

Paauwe, der weit über 300 Erstligaspiele auf dem Buckel hat, hat seine Spielweise gefunden. „Ich spiele eher das ruhige Spiel”, meint der Uefa-Cup-Sieger mit Feyenoord Rotterdam von 2002. „Mir reichen nur ein, zwei oder drei Ballkontakte. Wenn der Ball bei mir ankommt, weiß ich schon, was ich tun muss.” Diese besonnene Spielweise ist ein guter und notwendiger Gegenpol zu seinen offensivstarken Vorderleuten wie Marcel Ndjeng oder Marko Marin. Patrick Paauwe ist ein defensiv denkender Spieler. „Ich kenne meine Qualitäten”, meint der fünffache Nationalspieler. „Ich weiß aber vor allem auch, was meine Qualitäten nicht sind - und so spiele ich.”

Der 3:1-Erfolg in Freiburg, als seine Mannschaft den quirligen Angriffsversuchen der Breisgauer auf der einen Seite stand hielt, auf der anderen Seite mit wenigen, dafür eiskalt vorgetragenen Kontern den Sieg besorgte, muss für Taktikfreund Paauwe eigentlich ein Leckerbissen gewesen sein. Oder? „Jedes Spiel ist taktisch, mit kleinen Dingen, die für die Mannschaft wichtig sind”, meint Paauwe.

Nach acht erfolgreichen Jahren ging Paauwe von Rotterdamm nach Frankreich zum AFC Valenciennes. Weil ihm mit dieser Mannschaft, die um den Klassenerhalt spielte, ein echtes Ziel fehlte, nahm er das Angebot von Borussias Trainer Jos Luhukay und Christian Ziege sofort an. Für das klar definierte Saisonziel Wiederaufstieg nahm Paauwe sogar den Gang ins Unterhaus in Kauf.

Paauwe kannte seinen Landsmann Luhukay nicht, dennoch war er schnell begeistert von der Arbeit, die die Verantwortlichen im Borussia-Park verrichteten: „Trainer und Manager haben im Sommer sehr gut geguckt und zehn passende neue Leute geholt.”

Einer davon war Patrick Paauwe selbst, der als einziger Gladbacher Feldspieler in jeder Zweitliga-Minute auf dem Platz stand. „Wir brauchten am Anfang der Saison einfach Geduld. Nach dem 1:4 gegen Mainz war es wichtig, das schwere Spiel gegen Osnabrück einfach nur zu gewinnen.” Dieser vierte Spieltag war der Startschuss für die bis heute andauernde Serie von 13 Spielen ohne Niederlage. Als einzigen Grund für diese Erfolgsstory nennt Paauwe den „Charakter von diesem Team. Wir alle geben nie auf”,

Im Interview mit einer niederländischen Zeitung beschrieb Paauwe das Spiel der Borussia: „Unser Fußball ist schön anzuschauen, der Unterhaltungswert ist sehr hoch. Das Spiel in Deutschland liegt mir.” Wie hoch der Unterhaltungswert am Sonntag werden wird, wenn der Tabellenletzte aus Paderborn im Borussia-Park ums Überleben kämpft, darf abgewartet werden.

„Es könnte so laufen wie in Wehen”, glaubt Paauwe. Da tat sich die Borussia gegen einen sehr defensiven Gegner schwer, spielte am Ende nur 1:1. „Wir müssen ein Tor schießen, dann wird alles einfach„, sagt Paauwe, der zugibt, sich mächtig auf die Winterpause zu freuen. „Ich werde schließlich noch in diesem Jahr 32”, sagte Paauwe lächelnd.