Kommentar zum Gladbach-Trainer: Zeit für den nächsten Schritt

Kommentar zum Gladbach-Trainer : Zeit für den nächsten Schritt

Trainer und ihre Spieler wollen immer wieder von Spiel zu Spiel schauen. Für Sportdirektoren und ihre Arbeit darf das nicht gelten. Da greift selbst von Jahr zu Jahr zu kurz.

Trainer und ihre Spieler wollen immer wieder von Spiel zu Spiel schauen. Für Sportdirektoren und ihre Arbeit darf das nicht gelten. Da greift selbst von Jahr zu Jahr zu kurz. In Zeiten, in denen sogar die Manager selbst wie Frühlingskollektionen ausgewechselt zu werden pflegen, benötigen Profi-Vereine Strategie und Weitblick um so mehr. Max Eberl hat das Recht, auf einen anderen Trainer zu setzen, wenn es ihm sinnvoll erscheint. Ja, er hat sogar die Pflicht dazu. Und im akuten Fall ist die Entscheidung keine gegen Dieter Hecking, sondern für Marco Rose, wenn er denn kommen sollte. Hecking war die ideale Lösung nach den Irrungen und Wirrungen unter André Schubert. Jetzt aber will Eberl den nächsten Schritt gehen, auch ins Risiko: Konsolidierung reicht nicht mehr. Perspektive, Ideen, neue Strukturen sind gefragt. Andere Klubs haben das mit Fußballlehrern wie Julian Nagelsmann bereits vollzogen. Dabei geht es nicht um Laptop-Trainer oder Jungspunde, sondern um Trainer mit Visionen und Langzeitplan. Der kann auch 60 sein wie Ralf Rangnick. Und Eberls Entscheidung ist auch eine Nachricht, die viele Fans beruhigen sollte, die noch immer seinen Abgang Richtung München fürchten: Diese Neustrukturierung ist Eberls Kind und so etwas wie eine Vertragsverlängerung für mehr als nur ein Jahr.

b.schneiders@zeitungsverlag-aachen.de

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