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Mönchengladbach: Sieg für Gladbach: Das Prinzip lautet Spiel und Spaß

Mönchengladbach : Sieg für Gladbach: Das Prinzip lautet Spiel und Spaß

Vor dem Spiel hatte André Schubert, der Trainer von Borussia Mönchengladbach, über Andre Breitenreiter, den Trainer von Schalke 04, gesprochen. Schubert war gebeten worden, etwas über den Gegner zu sagen, den seine Mannschaft gestern Abend im Borussia-Park erwartete.

Er hätte natürlich viel über Schalke erzählen können, aber er entschied sich dafür, vor allem über Breitenreiter zu sprechen. Der habe es geschafft, den Gelsenkirchenern den Spaß am Fußball wieder zu vermitteln und das sei der Grund dafür, warum Breitenreiters Mannschaft von fünf Bundesligaspielen vor dem in Gladbach vier gewonnen habe.

Der Spaß ist zurück

Über Schubert sprach Schubert nicht, er ist dafür nicht der Typ. Aber Granit Xhaka sprach über Schubert, kurz nach dem Spiel gegen Schalke, das seine Mannschaft 3:1 gewonnen hatte. Xhaka, Gladbachs Kapitän, sagte über die Arbeit seines Trainers: „Wir laufen füreinander, wir kämpfen füreinander. So macht Fußball Spaß.“

Es gibt demnach Parallelen zwischen Schubert und Breitenreiter, die über den Vornamen hinausgehen, deswegen ging es gestern Abend auch ein bisschen darum, wer sich nach diesem Spiel noch Mannschaft der Stunde nennen darf. Bis dahin hatten beide Teams ja lange kein Spiel mehr in der Liga verloren und durften deswegen mit einiger Berechtigung diesen sehr temporären Titel für sich beanspruchen.

Das war auch noch nach der ersten Halbzeit so. Das Spiel ging munter los, und zwar mit einem Treffer von Lars Stindl in der dritten Minute, der aber nicht zählte, weil Granit Xhaka den Pass auf Stindl aus dem Toraus gespielt hatte. Gladbach hatte mehr Ballbesitz, gewann mehr Zweikämpfe, und die Zahl der Hereingaben vor dem Schalker Tor war bemerkenswert. Sie kamen weit und hoch. Sie kamen flach und scharf, aber ein Abnehmer fand sich selten.

Aus dem Spiel heraus wollte das mit der Führung nicht funktionieren, aber in der 31. Spielminute zog dann Julian Korb in den Strafraum der Schalker, und als er dort auf den etwas ungeschickt agierenden Dennis Aogo traf, suchte Korb den Kontakt, was einen Strafstoß zur Folge hatte, den Schalkes Trainer Breitenreiter nach dem Spiel einen Elfmeter nannte, „der keiner war“. Stindl trat an, seinen Schuss parierte Fährmann, aber Stindl setzte nach und traf per Kopf (32.).

Gladbach erzwang sein Glück, auch das ist eine Qualität. Dass der Gastgeber nicht höher führte, lag daran, dass er Chancen vergab, Andreas Christensen (40.) und Ibrahima Traoré (41.) machten hierbei auf sich aufmerksam.

Dass Gladbach zur Pause nicht höher führte, lag daran, dass die Mannschaft auch den Gegentreffer erzwang, Christensen vollendete nach einer scharfen Schalker Hereingabe ins eigene Tor (44.)

Nach der Pause war die Partie ausgeglichener, Gladbach wankte jetzt kurz. Wäre es kein Fußballspiel, sondern ein Boxkampf, hätte zu diesem Zeitpunkt die Phase begonnen, in der beide die Deckung runter nahmen. Apropos: Nach einer Ecke klärte Sascha Riether für die Schalker auf der Linie. Mit der Brust, nicht mit den Händen, wie es einige Gladbacher gesehen hatten (60.).

Zehn Minuten später kam für Schalke aber jede Rettung zu spät, Raffaels Freistoß schlug ein. Gladbach führte wieder, der K.O. war das nicht, Schalke blieb gefährlich. Es war jetzt eine hitzige Auseinandersetzung, die der erst neun Minuten zuvor eingewechselte André Hahn in der 83. Minute vorzeitig verlassen musste Richtung Krankenhaus, nachdem Johannes Geis gegen ihn in einer Art und Weise eingestiegen war, für die er selbst beim Kickboxen verwarnt worden wäre.

Geis sah Rot (80.), und nach dem Spiel wurde über sein Foul viel diskutiert. Max Eberl, Gladbachs Sportdirektor sprach von einem „ganz fiesen Ding. Ich möchte keine Diagnose stellen, aber ich gehe davon aus, dass André länger kein Fußball spielen wird.“

Für ihn kam Thorgan Hazard, und der durfte dann direkt mal Julian Korbs Rechtsschuss zum 3:1 bejubeln.

(84.)