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Hoffen auf Elvedi-Einsatz: Mönchengladbach weiter mit Personalsorgen

Hoffen auf Elvedi-Einsatz : Mönchengladbach weiter mit Personalsorgen

Trotz aller aktuellen Schwächen von Real Madrid könnte die Aufgabe für Borussia Mönchengladbach im Champions-League-Vorrundenfinale größer nicht sein. Die Personalsorgen in der Gladbacher Abwehr haben sich kaum entspannt. Dennoch versprüht Trainer Rose Selbstvertrauen.

Champions-League-Coup oder Europa-League-Enttäuschung? Vor dem größten Spiel des Jahres für Borussia Mönchengladbach will Marco Rose nichts von Respekt vor Real Madrid wissen. Schon vor dem Abflug nach Madrid demonstrierte der Trainer des Fußball-Bundesligisten allen Personalsorgen zum Trotz sein Selbstvertrauen.

„Wir hätten gerne in einem vollen Bernabéu gespielt“, verkündete Rose am Rande des Abschlusstrainings seines Teams am Dienstag forsch – wohlwissend, dass schon viele Gegner in der hitzigen Atmosphäre des gerade im Umbau befindlichen Real-Tempels weiche Knie bekommen haben.

„Wir brauchen eine sehr gute, hervorragende Leistung. Die traue ich meiner Mannschaft zu“, sagte Rose weiter, dessen Team stark ersatzgeschwächt den Flug nach Madrid zum entscheidenden Gruppenspiel um den Einzug in das Achtelfinale der Champions League am Mittwoch (21 Uhr/DAZN) im kleinen Estadio Alfredo di Stéfano antrat. Immerhin war Nico Elvedi nach überstandener Muskelverletzung beim Training und anschließend auch bei der Reisegruppe mit dabei. Ob der Schweizer Innenverteidiger indes auch spielen kann, ist noch unklar. „Da müssen wir sehen, wie er jetzt reagiert“, sagte Rose, dem aber in Tony Jantschke (verletzt) und Ramy Bensebaini (Trainingsrückstand nach Corona-Quarantäne) weitere Abwehrspieler noch fehlen.

Natürlich weiß Rose, was in Madrid auch ohne Zuschauer auf die Borussia nun zukommt. „Solche Mannschaften funktionieren dann am besten, wenn sie Druck haben. Und den hat Real“, sagte Rose, der diesen Umstand schon beim 2:3 in der Vorwoche gegen Inter Mailand schmerzlich zu spüren bekam, als die Borussia den vorzeitigen erstmaligen Einzug in ein Königsklassen-Achtelfinale seit 1977 verpasste. Inter musste gewinnen und gewann.

Nun muss Real siegen, um das Achtelfinale aus eigener Kraft zu schaffen. „Wir wissen, dass das Spiel das wichtigste bislang ist. Wir werden einfach spielen, als wäre es ein Finale. Und Finals spielt man nicht, man gewinnt sie“, tönte Reals Mittelfeldspieler Casemiro vor dem Showdown, in dem Tabellenführer Gladbach ein Punkt zum sicheren Einzug in die K.o.-Runde genügt.

Doch den muss der fünfmalige Meister erstmal holen. Real scheint angesichts der bislang durchwachsenen Leistung gereizt wie ein Stier in der Arena. Nach unter anderem zwei Niederlagen gegen Schachtjor Donezk, das gegen Gladbach 0:6 und 0:4 untergegangen war, stehen die Königlichen gedemütigt nur auf Platz drei der Tabelle. Erstmals überhaupt droht in der Champions League das Aus in der Vorrunde, das für Trainer Zinedine Zidane das Ende als Real-Coach bedeuten könnte.

Abwehrhüne Sergio Ramos wurde eigens für diese Partie fit gemacht. „Ramos vuelve para la final“ („Ramos kehrt für das Finale zurück“) titelte die spanische Fußball-Tageszeitung „Marca“ aus Madrid am Montag - ein Beleg dafür, wie wichtig das Spiel für Real ist. „Es ist eine Stärke von Sergio Ramos, dass er unangenehm ist. Für jeden Gegner“, sagte auch Rose beeindruckt über den 34-Jährigen, der sich vor drei Wochen bei Spaniens 6:0 gegen Deutschland verletzt hatte und anschließend bei Real schmerzlich vermisst worden war. „Er ist ein Leader. Er ist einer der Besten aller Zeiten. Wir sind sehr froh, dass er wieder da ist“, sagte Casemiro.

Sollte die Borussia ihre herausragende Ausgangslage nach bislang starken Spielen in ihrer schwierigen Gruppe und erst einer Niederlage am letzten Spieltag noch verspielen, ginge es immerhin in der Europa League weiter. „Wenn wir es nicht ins Achtelfinale schaffen, ist es eine Enttäuschung“, sagte Abwehrchef Matthias Ginter jedoch bereits und auch Rose forderte: „Bei dem, was wir bislang in der Champions League so gezeigt haben, würde es sich mehr als lohnen, jetzt ganz, ganz hart zu arbeiten, um im nächsten Jahr noch mit dabei zu sein.“

Sollte die Borussia am Mittwoch verlieren, gäbe es indes noch eine Chance aufs Weiterkommen: Dann müssten Inter Mailand und Schachtjor Donezk parallel unentschieden spielen.

(dpa)