Doppeljubiläum: Max Eberl feiert zehn Jahre Sportdirektor und 20 Jahre Borussia

Doppeljubiläum : Max Eberl feiert zehn Jahre Sportdirektor und 20 Jahre Borussia

Tradition hat im Hause Eberl eine große Bedeutung. Seit Generationen heißen die männlichen Nachkommen alle Max. Kein Wunder, dass Bodenständigkeit ein wesentlicher Wesenszug von Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl ist.

So feiert der 45-Jährige zwei besondere Jubiläen in kurzer Zeit: Zunächst ist der ehemalige Bundesligaprofi am 19. Oktober zehn Jahre Sportdirektor bei Borussia. Und im Januar arbeitet Eberl seit 20 Jahren in verschiedenen Funktionen beim fünfmaligen deutschen Meister vom Niederrhein.

„Das war 1999, als ich meinen ersten Vertrag abschloss, sicherlich nicht abzusehen“, sagte Eberl der Deutschen Presse-Agentur im Rückblick. Aber der Wunsch, mehr als nur Fußball zu spielen, war schon sehr früh da. Er begann ein Fernstudium, fing in Bochum mit Jura an und schloss am Ende den Sportfachwirt ab. „Es scheint alles perfekt geplant, aber du brauchst auch Glück im richtigen Moment“, sagte Eberl.

Das Glück des Max Eberl waren die unruhigen Zeiten bei Borussia im Jahre 2008. Die Chance, Dinge zu verändern, Verantwortung zu übernehmen und die Aussicht, im wachsenden Borussia-Park etwas aufzubauen. „Diese Perspektive war doch sehr reizvoll“, meinte Eberl, der zuvor schon als Nachwuchskoordinator das Geschäft kennengelernt hatte und schmunzelnd zur Kenntnis nahm, dass man ihn wohl noch unterschätzt habe. „Anfangs galt ich als Greenhorn.“

Mittlerweile gilt er als das Gesicht des Aufschwungs. Eberl hat Lucien Favre an den Niederrhein gelockt, Marco Reus verpflichtet und dem Club mit einer klugen Transferpolitik zu Millioneneinnahmen verholfen. Allein an Granit Xhaka, Eigengewächs Marc-André ter Stegen und Jannik Vestergaard hat der Club weit mehr als 50 Millionen verdient. Eberl selbst ist nicht ganz sicher, ob Favre oder Reus der größte Coup waren. „Favre war sehr wichtig, aber Reus hat uns den Einstieg in andere finanzielle Sphären ermöglicht“, sagte er.

Der 45-Jährige ist gefragt. Zuletzt wollte ihn sogar der FC Bayern München verpflichten. Doch sein Weg bei der Borussia sei noch nicht zu Ende, betonte er. Seine hemdsärmelige Art kommt gut an - auch bei den Spielern. „Ich schätze an Max Eberl, dass man bei einem Problem immer noch jederzeit in sein Büro kommen, das Problem offen und ehrlich ansprechen kann und auch eine ehrliche Antwort bekommt“, sagte Abwehrspieler Tony Jantschke, den Eberl als 16-Jährigen zur Borussia geholt hat.

Gladbachs Sportdirektor kann auch grantig sein, manchmal wählt er den unbequemen Weg und nimmt Kritik in Kauf. „Ich nehme mir auch schon mal raus, eine Meinung zu vertreten, die nicht jedem lieb ist. Ich muss sagen dürfen, was ich denke. Offenheit ist für mich ein ganz wichtiger Aspekt“, sagte Eberl.

Als robuster Rechtsverteidiger ist er bei Borussia in die Fußstapfen von Berti Vogts getreten, als Manager in die von Helmut Grashoff, der 25 Jahre lang die sportliche Verantwortung für den fünfmaligen deutschen Meister trug. Diesen Rekord wird Eberl nicht brechen. „Ich denke nicht, dass ich den Job - bei aller Freude - noch 20 Jahre mache. Aber morgen höre ich auf keinen Fall auf.“

(dpa)
Mehr von Aachener Nachrichten