Gladbach gelingt 2:0-Sieg: Hazard macht den Fauxpas wieder gut

Gladbach gelingt 2:0-Sieg : Hazard macht den Fauxpas wieder gut

Hätte man Dieter Hecking vor dem Spiel seiner Mönchengladbacher gegen den 1. FC Nürnberg gefragt, was er sich denn wünsche, hätte die Antwort geheißen: drei Punkte und keine weiteren Verletzten.

Das mit dem Sieg funktionierte bestens: Mit 2:0 schickten die Borussen die Franken heim. Das mit den Verletzten ging übel daneben: Ausgerechnet Nico Elvedi, überragender Innenverteidiger – erst recht seitdem sich sein Kollege Mathias Ginter verletzte – zog sich im Luftkampf gegen Ewerton eine Kopfverletzung zu und musste ausgewechselt werden. Mönchengladbach und die Kopftreffer, das scheint sich zu einer speziellen, aber traurigen Geschichte zu entwickeln. Ginter hatte zuvor eine Fraktur der Augenhöhle und des Kiefers erlitten. Jetzt musste Elvedi gestützt auf zwei Betreuer und mit einer genähten Platzwunde vom Platz geführt werden.

Fast gespenstisch wirkte die Situation beim 2:0: Während Alassane Pléa nach Pass des eingewechselten Michael Cuisance das finale 2:0 erzielte, lag Jordan Beyer, 18 Jahre und „natürlich“ Innenverteidiger (Ersatz für Ginter), im eigenen Fünfmeterraum am Boden. Doch der Nachwuchsspieler rappelte sich nach kurzer Behandlung wieder auf und konnte weitermachen.

„Ich bin sehr, sehr stolz darauf, dass wir 33 Punkte nach 16 Spieltagen haben“, sagte Hecking nach dem Spiel. Im Vorfeld wurden einige Elogen aus Anlass seines 400. Bundesligaspiels über den Fußballlehrer ausgeschüttet. Und auch vor dem Anpfiff gegen Nürnberg, seinen Ex-Klub, erhielt der Westfale die ihm zustehende Gratulation von Geschäftsführer Stephan Schippers, Vizepräsident Rainer Bonhof und Präsidiumsmitglied Hans Meyer.

Alles verdient, obwohl der 54-Jährige das sicherlich am wenigsten von allen 18 Bundesligatrainern braucht. Aber übers Wasser gehen kann er dennoch nicht. Und auch nicht Lahme in Laufende und Kämpfende verwandeln. Und so waren am Dienstagabend Lars Stindl, Jonas Hofmann und Christoph Kramer noch nicht mal im Kader.

Hecking ist halt auch kein Hasadeur wie sein Schalker Kollege Domenico Tedesco, der seinen Stürmer Guido Burgstaller angeschlagen ins Revierderby geschickt hatte und sich dort prompt schwer verletzte. Neu in der Startelf standen Ibrahima Traoré für Stindl und Denis Zakaria für Michael Cuisance, und überraschenderweise nahm auch Michael Lang erst einmal auf der Bank Platz. Für den Schweizer Nationalverteidiger rückte Fabian Johnson rechts in die Viererkette.

Borussia begann überzeugt – von der Torungefährlichkeit der Nürnberger. Ein abgefälschter Schuss von Alexander Fuchs tropfte an die Latte, tolerant ließen die Gladbacher Abwehrspieler auch noch Adam Zrelak sich versuchen. Borussia-Keeper Yann Sommer mochte dem untätigen Treiben nicht mehr tatenlos zusehen und wischte den Ball über die Querstange (5.). Die fahrige Hecking-Elf kam nur schwer ins Spiel. Immerhin reichte es nach gut 24 Minuten zu einer Doppelchance für die Gladbacher. Doch Alessane Pléa wurde der Ball im letzten Moment weggespitzelt und Zakaria verzog eine Flanke von Thorgan Hazard per Direktabnahme mit der Innenseite.

Der Schweizer Mittelfeldspieler wurde präziser – zu präzise: Eine Flanke köpfte der Achter an den Innenpfosten, von dort kullerte der Ball auf der Linie in die Arme von Club-Torhüter Fabian Bredlow (39.). Das Gegenteil unterlief Hazard. Nach einem Foul von Ondrej Petrak und einem quälend lang dauernden Videobeweis war die Feinmotorik des Belgiers offensichtlich eingefroren: Der Ball segelte elegant und hoch über das Club-Gehäuse (45.).

„Sein 1:0 war die richtige Antwort“, mochte Hecking seinen Stürmer für die Flapsigkeit nicht kritisieren. Versemmeln konnte Hazard den Ball aber kaum: Die Reingabe von Traoré, den Pléa perfekt auf außen bedient hatte, musste er nur noch über die Linie drücken (47.). Und Gladbachs neuer Torjäger durfte auch selbst treffen: Sein 2:0 sicherte den elften Heimsieg in Folge.

„Ich gratuliere Borussia zu dieser Monsterserie“, sagte Nürnbergs Trainer Michael Köllner. Die Misserfolgsserie auswärts steht am Freitag in Dortmund zur Disposition. Mit Elvedi – wie Hecking glaubt: „Für das Spiel wird er auch mit Turban auflaufen.“