Mönchengladbach: Gourmet Hecking hat Appetit auf Punkte in Hoffenheim

Mönchengladbach : Gourmet Hecking hat Appetit auf Punkte in Hoffenheim

Der Erfolg im Pokal bei Fortuna Düsseldorf war kein Allheilmittel, das 1:6 in Dortmund „dank“ des 1:5 gegen Leverkusen kein Streichergebnis: Damit könnte sich die anstehende Aufgabe im Bundesliga-Alltag für Borussia Mönchengladbach als eine nicht alltägliche Herausforderung entpuppen.

Besagte Klatschen besitzen etwas Gemeinsames und aus Gladbacher Sicht Beängstigendes: Beide Gegner besitzen Offensivreihen mit außergewöhnlicher Qualität. Gegen diese Angriffswucht blamierte sich die Mannschaft von Dieter Hecking bis auf die niederrheinischen Knochen.

Von der Offensivklasse her besitzt auch Borussias Gegner enormes Gefahrenpotenzial: Andrej Kramaric, Sandro Wagner und auch Mark Uth zählen zu den Besten, die die Liga ihren Zuschauern präsentieren kann. Die Erfahrung machten die Gladbacher, ebenfalls mit Hecking als Trainer, bereits in der vergangenen Saison, als sie spektakulär mit 3:5 verloren. „Ich erinnere mich gerne und ungerne an das zurückliegende Aufeinandertreffen in Hoffenheim“, sagt denn auch der Borussen-Coach — und beschreibt damit seine Zwiespältigkeit als Fußballliebhaber und als Trainer.

Der Gourmet ist noch stets lebendig, aber der Punktesammler hat die Dominanz übernommen. „Wenn es morgen vom Spiel her genauso werden würde, aber mit einem anderen Ergebnis, wäre ich einverstanden.“ Erstaunlich, wo er doch zugleich von seiner Mannschaft „eine Weiterentwicklung“ nach dem Bayer-Debakel im Borussia-Park sehen will. Logisch wäre da eher der Wunsch nach einem knappen 1:0 oder 2:1, der belegen würde, dass Ginter & Co. auf einem guten defensiven Weg sind.

Ein potenzieller Stabilisator wird am Samstag erneut fehlen. Die Oberschenkelprobleme bei Christoph Kramer sind noch nicht restlos behoben. Immerhin aber ist Hecking optimistisch für einen Einsatz des Sechsers im kommenden Heimspiel in einer Woche gegen Mainz 05.

Nach sportmedizinischen Erwägungen müsste der 53-jährige Fußballlehrer am Samstag auch von der ungeschriebenen Regel „never change a winning team“ abweichen. Tony Jantschke gehörte zwar zur Mannschaft, die mit einem 1:0 in Düsseldorf ins Pokal-Achtelfinale einzog. Doch der Rechtsverteidiger kommt gerade aus einer langwierigen Verletzung, und da verbietet sich trotz ordentlicher Leistung ein zweiter Einsatz innerhalb von vier Tagen.

Naheliegend wäre die Verschiebung von Nico Elvedi von der Innenverteidiger- auf die Außenverteidigerposition und die Rückkehr des in Düsseldorf geschonten Jannik Vestergaard in die Abwehrzentrale. Eine Maßnahme, die auch taktisch Sinn haben würde, da speziell Wagner bei seinen Aktionen im gegnerischen Straraum gerne und gut seinen 1,94 Meter/92 Kilo-Körper einsetzt. Die 96 Kilo verteilt auf den dänischen 1,96-Meter-Körper des Gladbach-Hünen sollten von der Papierform ausreichen.

Papier ist geduldig, in gedruckter Form nicht immer: Das geht Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann nach dem Pokal-Aus in Bremen auf den Keks. Die regionale Presse wünsche „sich so sehr, dass wir endlich in eine Krise rutschen“. Aber „überregional interessiert das ja keinen“. Letzteres mag mal gestimmt haben. Aber seit der Trainer-Benjamin als Wunschkandidat bei den Bayern gilt, steht Hoffenheim unter Beobachtung.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Elvedi, Ginter, Vestergaard, Wendt - Hazard, Cuisance, Zakaria, Johnson - Stindl, Raffael

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(bsc)
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