„Niederlagen, die weh tun“: Gladbachs zweiter später K.o.

„Niederlagen, die weh tun“ : Gladbachs zweiter später K.o.

Innerhalb von nur vier Tagen ist Borussia Mönchengladbach aus der Europa League geflogen und hat die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga verloren. Auch am Sonntag in Wolfsburg kassierte die Mannschaft das entscheidende 1:2 erst sehr spät.

Der Gladbacher Weg vom Spielfeld in die Kabine glich einem kleinen Trauerzug. Kein Spieler sagte etwas, fast alle schauten zu Boden. Nur drei Tage nach dem überraschenden Ausscheiden in der Europa League hat Borussia Mönchengladbach durch ein 1:2 (1:1) beim VfL Wolfsburg auch die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga verloren. Mehr noch: Eine Mannschaft, die in dieser Saison schon so häufig späte Siegtore wie gegen Bayern München oder AS Rom geschossen hat, kassierte am Sonntag zum zweiten Mal nacheinander den K.o.-Schlag ganz kurz vor dem Abpfiff. Wolfsburgs Maximilian Arnold (90.+1) traf sogar noch ein klein wenig später zum Sieg als Enzo Crivelli von Basaksehir Istanbul am Donnerstag im Europapokal.

„Unglücklich. Ärgerlich“, brachte Torwart Yann Sommer in einer ersten Reaktion nur hervor. „Das war eine schwierige Woche für uns mit zwei Niederlagen, die weh tun. Jetzt gilt: Die Ruhe zu bewahren.“ Auch sein Trainer Marco Rose meinte: „Nachdem wir in den letzten Wochen häufiger selbst sehr späte Tore geschossen haben, lernen wir gerade, wie man das in die andere Richtung verhindert. Das war ein sehr schwieriges Spiel für uns.“

Die zentrale Erkenntnis daraus ist: Der Wolfsburger Sieg war vollauf verdient, und das unabhängig vom späten Zeitpunkt des entscheidenden Tores. „Wir waren von Anfang an nicht so auf Sendung, wie wir das aus den letzten Wochen kannten“, sagte Gladbachs Jonas Hofmann. Der VfL dagegen bot seine bislang beste Leistung dieser Saison.

Schon in der 13. Minute gingen die „Wölfe“ durch den Österreicher Xaver Schlager in Führung, den die Borussia vor dieser Saison selbst gern von Red Bull Salzburg verpflichtet hätte. Zwar glich Gladbach durch Breel Embolo gleich mit dem nächsten Angriff noch einmal aus (15.). Aber selbst danach war es der VfL, der die besseren Torchancen hatte und der dem bisherigen Tabellenführer eine sehr intensive, körperbetonte Balljagd aufzwang, mit der die Gladbacher nie über längere Phasen zurechtkamen.

„Für uns ist das ein super Sieg“, sagte Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner, der in der vergangenen Saison in Österreich mit dem Linzer ASK noch Tabellenzweiter hinter RB Salzburg mit dem heutigen Borussia- Trainer Marco Rose geworden war. „Heute sind die Köpfe immer oben geblieben, haben die Jungs immer an sich geglaubt.“ Gerade bei Schlager sei es nur drei Monate nach seinem Knöchelbruch ein „Wahnsinn, dass er im Jahr 2019 noch einmal für den VfL Wolfsburg aufläuft. Was heute passiert ist, ist der Lohn für seine harte Arbeit.“

Die Gladbacher dagegen haben vor Weihnachten jetzt noch zwei Spiele gegen den SC Paderborn (Mittwoch) und bei Hertha BSC (Samstag), um den ersten Platz vom neuen Spitzenreiter RB Leipzig zurückzuerobern. „Vor allem im nächsten Spiel zu Hause gegen Paderborn wollen wir wieder richtig punkten, um unseren Fans in diesem Jahr einen gebührenden Abschied zu schenken“, sagte Trainer Rose.

Ob es doch noch etwas mit der Herbstmeisterschaft wird, ist Torwart Sommer dabei nicht so wichtig. „Wir versuchen, noch sechs Punkte zu holen“, sagte der Schweizer. „Ob wir dann in der Winterpause Erster oder Zweiter sind, ist am Ende der Saison nicht entscheidend. Denn unsere Lage in der Bundesliga ist immer noch sehr gut.“

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(dpa)