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Gelsenkirchen: Gladbach verschenkt die Möglichkeiten

Gelsenkirchen : Gladbach verschenkt die Möglichkeiten

Von den Zahlen heißt es, sie sprächen eine klare Sprache, deswegen sind sie recht beliebt, wenn die Menschen Rat suchen. Sie ziehen dann die Zahlen heran und erhoffen sich von ihnen Erkenntnisse, vor Bundesliga-Spielen machen sie das besonders gerne.

Als Schalke 04 am Freitagabend Borussia Mönchengladbach empfing, stand es am Ende 2:1, und wie schwer es gewesen wäre, das zu prognostizieren, lässt sich auch daran ablesen, dass im Vorfeld mehrere Zahlen kursierten und ihre Aussage war keineswegs eindeutig, sie widersprachen sich nämlich.

Auf der einen Seite war es ein Spiel am Freitagabend, unter Flutlicht und das liegt den Schalkern, in den vergangenen 13 Begegnungen wurden sie nicht geschlagen. Auf der anderen Seite liegt den Gladbachern Schalke, zumindest seitdem es von André Breitenreiter trainiert wurde, er hatte nämlich zuvor alle seine drei Spiele gegen die Borussia verloren. Es trafen also am Freitag nicht nur die beiden Mannschaften, sondern auch zwei Statistiken aufeinander, das war die Ausgangslage vor dem Spiel.

Der Tabellenfünfte empfing den Vierten, auch das machte die Prognosen natürlich nicht einfacher, und wem dann die Anfangsphase in diesem Spiel gehörte, ließ sich zunächst gar nicht so genau sagen, weil es ein munteres Hin und Her war zwischen zwei Mannschaften, deren Trainer offensichtlich die richtigen Worte gefunden hatten, um sie zu motivieren. Es ging jedenfalls recht hektisch zu auf dem Spielfeld, wobei Gladbach sich von Beginn an besser nach vorne kombinierte.

Was Gladbach gefährlich machte, war vor allem das schnelle Umschalten auf Offensive nach Balleroberungen im Mittelfeld. Das ist etwas, was diese Mannschaft auszeichnet, eine Qualität. In der Defensive wirkte sie aber auch an diesem Abend mal wieder weit weniger sicher als im Kombinationsspiel nach vorne.

Die Begegnung verlagerte sich im Verlauf der ersten Halbzeit schwerpunktmäßig vor Fährmanns Tor, der die Chancen nahezu im Minutentakt aus der Nähe erleben durfte. Aber weil Fabian Johnson vergab (30.), Lars Stindl auch (44.) und Raffael gleich dreimal (34., 39., 45.), hatte Gladbach die erste Halbzeit zwar eindeutig bestimmt, was dem Spielstand allerdings nicht anzumerken war.

Beide Mannschaften gingen mit gleicher Besetzung in dei zweite Halbzeit, und sie spielten auch ziemlich unverändert weiter. Fährmann, indem er einen 18-Meter-Schuss von Thorgan Hazard hielt (47.) und Raffael, indem er erneut vergab, diesmal schoss er gegen das Außennetz (48.). Gladbach musste sich spätestens zu diesem Zeitpunkt den Vorwurf gefallen lassen, grob fahrlässig eigene Chancen nicht zu nutzen und wenn es im Fußball nicht dieses Gesetz geben würde, dass so etwas mit einem Gegentor bestraft wird: Man müsste Schalkes Treffer in der 59. Minute einen nennen, der den Spielverlauf auf den Kopf stellte. Zumindest war es ein Gladbacher, der traf.

Martin Hinteregger nämlich, ins eigene Tor, nachdem er vorher Havard Nordtveit angeschossen hatte, von dem der Ball wieder gegen Hinteregger und dann ins Tor prallte. Sah ein bisschen nach Billard aus. Aber weil Mahmoud Dahoud im Gegenzug nur die Latte traf (63.) lag Gladbach nun 0:1 zurück, spielte aber weiter nach vorne — was dann in der 79. auch belohnt wurde: Andreas Christensen stand nach Doppelpass mit Stindl allein vor Fährmann und glich aus.

Das blieb nicht lange so. Und wieder halfen die Gladbacher beim Schalkes Treffer. In der 83. schoss Leon Goretzka von rechts mit links, und Granit Xhaka, der den Ball blocken wollte, fälschte ihn ab, so dass er gegen den linken Innenpfosten und von dort ins Tor prallte. Gladbach erarbeitete sich auch im Anschluss noch Chancen zum Ausgleich, aber auch die blieben ungenutzt und so war in der Schlussphase noch mal ganz gut zu sehen, warum Schalke dieses Spiel gewinnen konnte.