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„Wollen mutig sein“: Gladbach mit Vorfreude nach Mailand

„Wollen mutig sein“ : Gladbach mit Vorfreude nach Mailand

Für Mönchengladbach beginnt das Champions-League-Abenteuer gleich mit einem Topspiel. Nach vier Jahren Abstinenz in Europas Beletage steht die Elf beim Königsklassen-Debüt von Trainer Rose am Mittwoch bei Inter Mailand auf dem Prüfstand.

Für Marco Rose könnte der Auftakt der Champions League trotz der widrigen Umstände kaum schöner beginnen als mit einer Reise nach Mailand. Wie bei der Mannschaft stieg auch beim Trainer von Borussia Mönchengladbach schon beim Abschlusstraining im Borussia-Park am Vormittag die Vorfreude auf den bevorstehenden Trip in die Hauptstadt der Lombardei und sein Trainer-Debüt in der Königsklasse am Mittwoch (21 Uhr/DAZN) im Giuseppe-Meazza-Stadion gegen Inter Mailand.

„Wir freuen uns darauf. Aber nur freuen reicht halt nicht. Inter ist eine absolute Top-Mannschaft. Es wartet eine große Herausforderung auf uns“, sagte Rose am Dienstag vor dem Abflug. „Inter ist wahrscheinlich eine Mannschaft, die in Europa ziemlich weit vorne mit dabei ist“, ergänzte der 44 Jahre alte Fußball-Lehrer.

Gleichwohl werde man seine Möglichkeiten suchen, betonte er: „Wir wollen mutig sein. Wir müssen frech, auch unangenehm sein und Konstanz auf den Platz bringen. Wenn man das schafft, hat man auch eine Chance.“

Zwar steigen die Zahlen der Corona-Infektionen auch in der Lombardei gerade wieder stark an, so dass dort sogar eine nächtliche Ausgangssperre geplant ist. Aber da die Borussia ohnehin in einer Blase reist, gibt es praktisch keinen Kontakt zur Außenwelt.

Die Corona-Bedingungen konnten die Stimmung bei der Borussia nicht trüben. Zumal auch die beiden Stürmer Alassane Plea und Marcus Thuram die Reise zum starken Europa-League-Finalisten mitmachten. Plea hatte beim 1:1 in der Bundesliga gegen Wolfsburg am Samstag noch gefehlt, weil er in der Nacht zuvor Vater geworden war.

Nun soll er im Duett mit Landsmann Thuram für die notwendige Torgefahr sorgen. Zudem ist es gut möglich, dass Rose auf eine Dreier-Abwehrkette mit Matthias Ginter, Nico Elvedi und Ramy Bensemaini umstellt.

Dass Inter am Wochenende das Stadtderby gegen AC Mailand mit 1:2 verlor, bedeute nicht viel, meinte Nationalspieler Jonas Hofmann. „Das ist relativ egal. Wichtig ist, dass sie Mittwoch noch mal verlieren“, sagte der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler selbstbewusst. „Es wird eine riesige Herausforderung – wie alle Spiele in der Champions League“, ergänzte Hofmann vor dem Auftaktmatch der Gruppe B, in der im Parallel-Spiel Real Madrid und Schachtjor Donezk aufeinander treffen. Sportdirektor Max Eberl ist nicht bange vor den kommenden Aufgaben: „Wir haben eine schlagkräftige Truppe zusammen. Wir wollen vor allem versuchen, im Borussia-Park gute Ergebnisse zu erzielen.“

Laut Rose sind „bis auf die üblichen Blessuren“ keine neuen Verletzten hinzugekommen. Nicht in Mailand mit dabei sind die im Aufbautraining befindlichen Denis Zakaria, László Bénes und Inter-Leihgabe Valentino Lazaro sowie Jordan Beyer (positiv auf das Coronavirus getestet) und Andreas Poulsen (Schulter-Operation).

Oscar Wendt gefällt die Herausforderung in der Gruppe, das Ziel sei das Erreichen der K.o.-Runde. „Zu Inter Mailand und Real Madrid muss man nicht viel sagen, das sind zwei Riesen-Vereine“, sagte der Linksverteidiger. Auch Rose sieht es pragmatisch, weil sein Team sofort gefordert ist. „Wir spielen, um weiterzukommen. Dass uns echte Hochkaräter erwarten, wussten wir schon vor der Auslosung.“

In der homogenen Elf von Trainer-Kollege Antonio Conte ragt der belgische Topstürmer Romelu Lukaku heraus. Zudem haben sich die Italiener mit Ex-Bayern-Profi Ivan Perisic und dem früheren BVB-Spieler Achraf Hakimi weiter verstärkt. „Inter ist ein Team von hoher individueller Qualität und physisch stark. Lukaku wird im letzten Drittel gesucht, auf ihn ist das Spiel ein Stück weit zugeschnitten“, analysierte Rose.

(dpa)