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Borussia an der Tabellenspitze: Gladbach hat immer eine Antwort parat

Borussia an der Tabellenspitze : Gladbach hat immer eine Antwort parat

Das Team von Marco Rose gewinnt nach einem starkem Spiel gegen die Eintracht aus Frankfurt mit 4:2 und bleibt Tabellenführer. Spektakel hatte der Trainer versprochen – und die Mönchengladbacher Fans bekamen es.

 Spektakel hatte Marco Rose versprochen – und die Mönchengladbacher Fans bekamen es. Die Tabellenführung hatte Borussias Trainer nicht versprochen – und sie bekamen sie trotzdem: In einem Spiel, das alles bot – brillierende Gladbacher, fightende Gladbacher, schwächelnde Gladbacher, triumphierende Gladbacher – kämpften und spielten die Rose-Schüler starke Frankfurter nieder, überholten die Bayern und verlängerten die sensationelle Tabellenkonstellation als Spitzenreiter auf vier Wochen.

Es gibt sie, diese Pseudo-Gratulationen auf der Pressekonferenz nach einem Bundesligaspiel. Der Glückwunsch des unterlegenen Trainers ist dann nicht ernst gemeint. Bei Adi Hütter war das anders. Obwohl der Eintracht-Coach auch einigermaßen frustriert war.

„Jedes Mal in der zweiten Halbzeit, wenn wir dachten, wir sind nah dran am Unentschieden, haben wir uns wieder ein Tor eigefangen.“ Genau diese Kontermentalität machte auf der anderen Seite seinen Kollegen glücklich. „Das hat mir gut gefallen, wie wir geantwortet haben“, sagte Rose. „Und besonders freut es mich, dass wir den Fans den dritten Heimsieg hintereinander schenken konnten.“

Gierig und heiß in die Zweikämpfe

Zwei Veränderungen nahm Rose gegenüber dem Spiel in Rom vor: Nach der Regenschlacht in der italienischen Hauptstadt litten Christoph Kramer und Ramy Bensebaini wohl noch unter schweren Wasserbeinen und wurden durch die frischen Laszlo Benes und Oscar Wendt ersetzt. Doch die restlichen acht Gladbacher Feldspieler hatten die letzten zwei Tage wohl überwiegend in der Eistonne verbracht: Von der ersten Minute an gingen sie nach schöner neuer Rose-Tradition gierig und heiß in die Zweikämpfe.

Da auch die Frankfurter die Strapazen des Europa-League-Spiels gegen Standard Lüttich gut verkraftet zu haben schienen, prallten zwei ähnlich getaktete Fußballwelten aufeinander. Vorsicht und Geduld war gestern oder besser vorgestern, in Mönchengladbach ist eine kollektive Liebe zum Zweikampf erblüht. Am kontaktfreudigsten zeigte sich Breel Embolo, der allerdings seine hitzigen Duelle mit den Frankfurter Abwehrrecken mit zahlreichen fußballerischen Ungenauigkeiten garnierte und leicht entwertete.

Das spürten auch seine Kollegen, was nach 28 Minuten überdeutlich wurde. Wieder einmal verschaffte sich die Schweizer Wuchtbrumme mit seiner Körperlichkeit Luft auf der rechten Seite, ließ aber mit einer miserablen Ballannahme- und Verarbeitung die Gladbacher Zuschauer schon enttäuscht seufzen, um dann doch noch den Ball scharf in den Fünfmeterraum zu schießen, wo Marcus Thuram keine Mühe hatte, den Ball zum 1:0 zu versenken. Normalerweise wird der Torschütze von seinen Kollegen übermannt und geherzt. Hier aber setzten Herrmann & Co. ein pädagogisches Zeichen: Alle stürzten sich auf den ehemaligen Schalker.

Nur sieben Minuten später musste Embolo verletzt ausgewechselt werden – mit muskulären Problemen, nicht mit Hämatomen aus dem Jubelgelage. Lars Stindl kam, Gladbachs Überlegenheit trotz harter Gegenwehr der Eintracht blieb. Der Lohn wurde zum Pausentee serviert: Eine Flanke von Patrick Herrmann verarbeitete Thuram vorbildlich, wurde aber abgeblockt, den Abpraller wuchtete Wendt mit skandinavischer Entschlossenheit flach zum 2:0 ins Netz (45.).

Der 45-minütige Abnutzungskampf forderte ein weiteres Opfer. Tony Jantschke, der in der ersten Halbzeit am Kopf behandelt werden musste, blieb in der Kabine, Jordan Beyer ersetzte ihn. „Wir müssen aufpassen, wir sind heute mit zwei Muskelverletzungen aus dem Spiel herausgegangen“, sagte Rose. Doch sein „Vorarbeiter“, Stefan Lainer, betrachtete lieber die positive Seite. „Wir können immer länger in den 90 Minuten unser Spiel durchdrücken.“

Frankfurt versuchte ergebnisgemäß Druck zu machen, Borussia antwortete mit Kontern aus dem Lehrbuch, aber Stindl (53.) und Herrmann (55.) verpassten eine Vorentscheidung. Danny da Costa bestrafte die fehlende Konsequenz und schob den Spannungsregler mit dem 1:2 für Frankfurt wieder auf Maximum (59.).

Ein Wirkungstreffer, plötzlich hing Gladbach in den Seilen. Doch wer taumelt, kann trotzdem zurückschlagen, am einfachsten durch einen Standard. Einen Benes-Freistoß zirkelte Nico Elvedi per Kopf zum 3:1 ins lange Eck. Beifall gab’s von den Rängen, nicht von Rose. Der schrie seine Spieler an, versuchte sie vokal aufzuputschen.

Vergeblich! Die Glückshormone benebelten seine Zöglinge. Der Ex-Gladbacher Martin Hinteregger köpfte die Frankfurter erneut ran (78.). Doch Stindl spielte den Nervendoktor, brachte Denis Zakaria in Schussposition, der Schweizer schweißte den Ball ins linke untere Eck, 4:2 – Spitzenreiter!

Hier geht es zur Bilderstrecke: Mönchengladbach bezwingt Frankfurt mit 4:2