1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Mönchengladbach: Gästekeeper macht Gladbach gefährlich

Mönchengladbach : Gästekeeper macht Gladbach gefährlich

Wie locker es an diesem Nachmittag im Borussia-Park zugegangen war, wurde nach Abpfiff noch mal deutlich, da hatte Martin Hinteregger noch eine Menge Luft, so viel jedenfalls, dass er auf dem Weg in die Kabine sehr angeregt auf Jünter einredete.

Hinteregger ist Abwehrspieler in Mönchengladbach, Jünter das Maskottchen des Vereins, ein großes Plüschfohlen, in dem ein Mensch steckt. Gut möglich, dass es Jünter war, der das Gespräch irgendwann beendete, weil ihn dieses Spiel ein bisschen mehr gefordert hatte als Hinteregger.

3:0 hatte Gladbach gegen Eintracht Frankfurt gewonnen, es gab viel zu jubeln für ein Maskottchen und wenig zu tun für einen Abwehspieler. Für Frankfurt stand nach der ersten Halbzeit kein Torschuss in der Statistik, nach Abpfiff waren es vier und davon war einer ansatzweise gefährlich, Haris Sefeorvic traf in der 78. Minute außen an den Pfosten. Wenn es nach der Saison darum geht, wer im Borussia-Park als harmlosester Gast aufgetreten ist, dann darf sich die Eintracht gute Chancen ausrechnen.

Nach den Patzern in Plauderlaune

Frankfurts mit Abstand gefährlichster Spieler war Lukas Hradecky, er gab zwei Torvorlagen, wobei er auf die wohl gerne verzichtet hätte, weil Hradecky Frankfurts Torwart ist. Wirklich mitgenommen hatte ihn das aber nicht, Hradecky war nach dem Spiel in Plauderlaune, noch ein bisschen mehr als Jünter und Hinteregger sogar. Es gab sehr viele Fragen an Frankfurts Torwart, es ging um die Gegentore und Hradecky blieb auf dem Weg in die Kabine stehen, um sie alle zu beantworten. Er sprach viel, er sprach laut, er machte sogar Witze.

Die Tore also. Gladbachs 1:0 in der 36. Minute ging ein Freistoß von Raffael voraus, den Hradecky nach vorne wegboxte, wobei ihm dabei auch sein Abwehspieler Marco Russ ein bisschen im Weg stand. Der geboxte Ball fiel Lars Stindl vor die Füße, der ihn aus elf Metern ziemlich humorlos ins Tor drosch.

Bei Gladbachs 2:0 in der 53. Minute bediente Hradecky Raffael, nachdem der Torwart weit hinausgeeilt war, um einen langen Ball zu klären. Das gelang nicht. Auch Raffael traf das Zuspiel unverhofft, er stand 30 Meter vom Tor entfernt, er sah, dass es unbehütet war und deswegen schoss er den Ball mit viel Gefühl rein.

Das Spiel war spätestens zu diesem Zeitpunkt gelaufen, aber eigentlich war es das schon vorher, weil von Frankfurt zu keinem Zeitpunkt Gefahr ausging. Gladbach kontrollierte die Partie, wobei es interessant gewesen wäre zu sehen, wie es ausgegangen wäre, hätten die Frankfurter dem Gegner die Treffer nicht quasi aufgenötigt. Auch wenn am Ende für sie 16 Torschüsse und 61 Prozent Ballbesitz in der Statistik standen und Stindl die Fähigkeit seiner Mannschaft lobte, „in jedem Spiel Chancen zu kreieren“: Wirklich konsequent, war es nicht, was Borussia nach vorne spielte.

Weil keine Mannschaft sich an diesem entspannten Nachmittag besonders ambitioniert präsentierte, mussten spätestens nach dem 2:0 andere Dinge bemüht werden, um dem Spiel Spannung zu verleihen. Die Frage etwa, ob Granit Xhaka sich noch eine Gelbe Karte abholt, es wäre seine fünfte gewesen. Aber nachdem André Schubert, Gladbachs Trainer, ihn in der 72. wegen muskulärer Probleme für Roel Brouwers ausgewechselt hatte, war auch das geklärt.

Sieben Minuten später fiel dann das 3:0, durchaus sehenswert. Mahmoud Dahoud lief alleine aufs Tor zu, er schaute nach rechts, aber in dem Moment, als alle mit einem Querpass rechneten, schob er den Ball frech in die kurze Ecke. An Hradecky vorbei.

Dem wollte Niko Kovac, Frankfurts Trainer, keinen Vorwurf machen: „Er legt sich hin wie ein Eishockey-Goalie, aber der Kollege macht ihn trotzdem noch rein.“ Dahoud überraschte, und damit gelang ihm etwas, was Kovac in seinem ersten Spiel als Frankfurt-Coach nicht gelang.