Das Rennen um die Champions League : Eine Aufgabe der etwas anderen Art

Das Rennen um die Champions League : Eine Aufgabe der etwas anderen Art

Nach drei Spielen gegen defensive Gegner tritt Gladbach in Frankfurt an – bei einem Team, das seine Stärken in der Offensive hat. Der Kampf um die Plätze für die Champions League spitzt sich zu.

Max Eberl diente seinen Fußballern am Freitag als gutes Beispiel dafür, wie sie es am Sonntag im Bundesligaspiel bei Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr) besser nicht machen sollten. Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor musste bei der Pressekonferenz erst gestehen, dass er sich am Donnerstagabend nicht mit dem Europa-League-Auftritt der Hessen in Charkiw gegen Donezk (2:2) beschäftigen konnte, da er andere Aufgaben hatte.

„Ich lag nicht mit einer Männergrippe im Bett, sondern habe mir ein anderes Spiel angeschaut.“ Eberl hatte gearbeitet; es deutet also vieles darauf hin, dass der Sportdirektor einen – nicht genannten – Spieler beobachtete. Konzentration also bereits auf die nächste Saison statt volle Fokussierung auf den nächsten Gegner?

Und, als wäre dies noch nicht genug, musste Eberl mit einem verschmitzten Lächeln dann auch noch zugeben, dass er es komplett „verschwitzt“ hatte, die Vertragsverlängerung von Ersatztorhüter Tobias Sippel bis 2021 bekannt zu geben. Der 30-jährige Keeper sei „ein großartiger Mensch“, der seinen Anteil daran habe, dass Stammtorwart Yann Sommer die aktuellen Leistungen bringen könne. Zudem, teilte Eberl mit, würden er und Sippel sich „wunderbar“ auf der Bank ergänzen.

Gefährliches Offensivtrio

Die Gladbacher Mannschaft, speziell die Defensive, wird es sich im Duell des Tabellendritten mit dem Tabellenfünften nicht erlauben können, dieselben „Nachlässigkeiten“ wie Eberl zu zeigen. Die Frankfurter würden dies vermutlich bestrafen. „Für die gibt es eigentlich nur eine Richtung, und das ist nach vorne“, antwortete Trainer Dieter Hecking auf die Frage, ob er am Sonntag wieder einen tief stehenden Gegner wie am vergangenen Wochenende beim 0:3 gegen Her­tha BSC erwarte.

Nicht zufällig sind die Frankfurter eines der torgefährlichsten Teams der Liga, angeführt vom Offensivtrio Luka Jovic, Sébastien Haller und Ante Rebic die bislang 32 der 40 Treffer der Hessen in dieser Saison erzielten.

Nach drei Spielen gegen Berlin, Schalke 04 und den FC Augsburg, die ihr Hauptaugenmerk auf die Arbeit gegen den Ball gerichtet hatten, werden Gladbachs Abwehrspieler am Sonntag sehr wahrscheinlich auf andere Art und Weise gefordert werden. Das Hecking-Team sollte es dann auch tunlichst vermeiden, Frankfurts Offensive zu Eins-gegen-Eins-Duellen einzuladen, wie dies gegen Hertha BSC mehr als ein Mal zu viel geschehen war.

Sechser Tobias Strobl wird eine wichtige Rolle spielen; er muss Pässe in die Spitze vorzeitig abfangen und Räume zustellen. So, wie es ihm vor allem in den ersten 20 Minuten gegen die Berliner gelungen war. „Wir werden als Mannschaft sehr gut verteidigen müssen, wenn wir in Frankfurt bestehen wollen“, sagte der 28-Jährige.

Beim Versuch der Gladbacher, das Neun-Punkte-Polster auf den ersten Nicht-Champions-League-Platz zu halten, werden neben den Langzeitverletzten Raffael und Mamadou Doucouré auch Ibrahima Traoré (Ganglion im Leistenbereich), der operiert werden muss, und der noch nicht fitte Jonas Hofmann (Prellung am Sprunggelenk mit Knochenhautreizung) fehlen.

Durch die neuerlichen Ausfälle wird es zu Veränderungen auf der Bank kommen. Zumindest das eingespielte Duo Sippel/Eberl wird aber auch am Sonntag von der Seitenlinie aus das Spiel verfolgen. Der Sportdirektor dürfte dann auch wieder mit voller Konzentration das Spiel der Frankfurter verfolgen. Und hoffen, dass seine Spieler mit derselben Einstellung auf dem Platz stehen werden.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Lang, Ginter, Elvedi, Wendt - Neuhaus, Strobl, Zakaria - Hazard, Stindl, Pléa