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Düsseldorf: Ein Gladbacher Top-Talent im Fortuna-Trikot

Düsseldorf : Ein Gladbacher Top-Talent im Fortuna-Trikot

Julian Weigl, Kevin Volland oder die Bender-Zwillinge Lars und Sven — die Liste der ehemaligen 1860-München-Profis, denen der Sprung zu einem deutschen Spitzenklub gelang, kann sich sehen lassen. Sie alle reiften bei den Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, TSG Hoffenheim und Bayer Leverkusen zu A-Nationalspielern.

Einer, der im Falle einer kontinuierlichen Weiterentwicklung mittelfristig zu dieser Liste dazugehören wird, spielt seit dem Sommer bei Fortuna Düsseldorf: Florian Neuhaus.

Der 20 Jahre junge Mittelfeldspieler stammt aus der Jugend des TSV 1860, wurde im Sommer von Bundesligist Borussia Mönchengladbach verpflichtet. Manager Max Eberl verlieh den gebürtigen Landsberger umgehend für eine Saison an die Fortuna, um ihm Spielpraxis und die Chance zur Weiterentwicklung zu geben. Heute (18.30 Uhr) trifft Neuhaus mit seinem aktuellen Klub auf seinen anderen aktuellen und künftigen Verein, wenn sich Düsseldorf und Mönchengladbach in der zweiten Hauptrunde des DFB-Vereinspokal-Wettbewerbs gegenüber stehen.

Nach fünf Siegen in Folge geht die Fortuna mit Rückenwind ins Derby, Gladbach hat nach der 1:5-Heimniederlage gegen Leverkusen etwas gutzumachen. Wie sieht Neuhaus das Ganze? Er sagt: „Für mich ist das ein normales Spiel wie jedes andere auch, bei dem ich meine Leistung bringen muss.“ Bodenständig, höflich, ehrlich. Wer mit dem U 21-Nationalspieler spricht, merkt schnell, dass diese Sätze nicht einstudiert sind. Er meint das tatsächlich so.

In der Schaltzentrale

Neuhaus geht unbekümmert in das Spiel, so wie in die bisherigen auch. Diese Eigenschaft und sein fußballerisches Talent haben dazu beigetragen, ihm einen Stammplatz im zentralen Mittelfeld der Fortuna zu sichern. In acht der elf bisherigen Zweitligaspiele dieser Saison stand der 1,82 Meter große Jungprofi in der Startformation, mit Marcel Sobottka bildet er die Schaltzentrale der Düsseldorfer. Neuhaus hat großen Anteil daran, dass Fortuna so souverän an der Tabellenspitze der Zweiten Liga spielt.

Den Respekt seiner neuen Mitspieler hat er sich schnell erarbeitet. „Ein sehr ballsicherer Typ, man kann ihn immer anspielen“, sagt Teamkollege Niko Gießelmann. „Er weiß immer, wo der gegnerische Spieler in seinem Rücken ist.“ Nicht alltäglich für einen 20-Jährigen. Gemeinsam mit Rouwen Hennings ist Florian Neuhaus mit vier Treffern zudem bester Torschütze des Zweitliga-Tabellenführers. Und wenn er gegen Gladbach trifft? Neuhaus sagt: „Wenn ich ein Tor gegen Borussia schießen sollte, freue ich mich, weil ich dann der Mannschaft damit geholfen habe.“

Einer, der in seiner langen Spieler- und Trainerkarriere viele Talente kommen und gehen sah, ist Fortunas Cheftrainer. Friedhelm Funkel gerät zwar selten ins Schwärmen, wenn es um einzelne Profis geht, doch selbst der 63-Jährige ist manchmal erstaunt, woher Neuhaus die Übersicht auf dem Platz nimmt: „Ich weiß auch nicht so recht, warum er so cool ist. Flo ist einfach ein Super-Junge und normal geblieben, obwohl um ihn so viel Wirbel gemacht wird.“

Und dann sagt Funkel, der seine jungen Spieler immer wieder schützt, etwas, das den Hype um Neuhaus und sein Treffen mit der Borussia wegwischen könnte: „Eventuell spielt er auch gar nicht von Beginn an.“ Schwer vorstellbar angesichts der Qualitäten, die Neuhaus hat. Deutlicher als die Aussage Funkels war die Eberls, die die Borussia am Montag mitteilte: „Stand heute kommt Florian Neuhaus nach der Saison definitiv zurück.“ Gladbachs Sportdirektor sieht in der Ausleihe Vorteile für alle Seiten: „Für uns ist eine großartige Situation, weil wir einen Topspieler gefunden haben, der jetzt ein Jahr Spielpraxis bekommt, und Fortuna hilft er auch.“ Eberl wäre es aber vielleicht ganz recht, wenn Florian Neuhaus das heute Abend mal nicht tun würde.

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