Rangliste: Der „willige“ VfB gibt Dieter Hecking Rätsel auf

Rangliste : Der „willige“ VfB gibt Dieter Hecking Rätsel auf

Womöglich hat Nico Willig bereits vor seinem Erstlingswerk am Samstagabend mit dem VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach (18.30 Uhr) eine große Möglichkeit verpasst. Bei der Pressekonferenz nannte der Interimstrainer des Tabellen-16. drei Kollegen, die in seiner privaten Trainerrangliste ganz oben stehen: Jürgen Klopp, Julian Nagelsmann und Christian Streich. Der Name Dieter Hecking fiel nicht.

Nun ist es keineswegs so, dass dies Mönchengladbachs Fußballlehrer für sein Ego gebraucht hätte. Und ob die Aufnahme in Willigs Hall of Fame Hecking so gnädig gestimmt hätte, dass er seine europäischen Ambitionen dem Streben seines Jung-Kollegen nach einem gelungenen Einstand untergeordnet hätte, erscheint mehr als fraglich. Zumal der Welpenschutz in Sachen Bundesligafrischling bei Hundebesitzer Hecking eh nicht sonderlich stark ausgeprägt ist. „Dass ein Trainerwechsel etwas bewirkt, ist klar. Unsere Erkenntnisse sind aber nicht gänzlich bei 100 Prozent. Ob man seine Arbeit aus der U 19 in den Profibereich übertragen kann, ist fraglich“, sagte der Borussia-Coach betont skeptisch.

Gelänge das dem Stuttgarter Juniorentrainer dennoch, würden die Gladbacher heute auf eine innerhalb von sechs Tagen auf links gekrempelte VfB-Mannschaft treffen. „Ich will einen aktiven Spielstil vermitteln. Es geht darum, eine ständige Angriffsbereitschaft zu entwickeln oder ein dauerndes Online-Sein, wie ich meinen Jungs oft sage. Nur dann sind wir in allen Spielphasen präsent und schaffen es, dem Spiel einen Stempel aufzudrücken“, formuliert Willig sein Credo.

Hecking wird dieses ambitionierte Unterfangen interessiert vernommen haben. Der VfB in der prä-willigen Zeit zeichnete sich besonders dadurch aus, die schlechteste Abwehr in der Liga zu besitzen (67 Gegentore). Und jetzt in der nachösterlichen Woche die Auferstehung hin zu einer auf Attacke getrimmten Spielerschar? Nicht die schlechteste Voraussetzung, das eigene Grundproblem endlich in den Griff zu bekommen, das sich in der bereits wochenlangen Torlosigkeit des wechselwilligen Stürmers Thorgan Hazard symbolisiert. „Wir brauchen seine Torgefahr, denn unsere Torausbeute in der Rückrunde ist ausbaufähig“, sagte Hecking.

Eine Versetzung des Belgiers wie zuletzt in der Endphase des Leipzig-Spiels könnte dabei helfen: Raffael ist verletzt (Wade), sollte Hazard dafür in die Sturmzentrale rücken und Oscar Wendt erneut die linke Seite übernehmen, wären die Wege des belgischen Nationalspielers bis zum Tor kürzer und die Kraft und Konzentration beim Abschluss womöglich größer, weil er nicht mehr so viel Aufwand für die Abwehrarbeit betreiben müsste. Räume werden sich für das neue Angriffsduo Alassane Pléa und Hazard angesichts der von Willig verordneten Flucht nach vorn auf jeden Fall ergeben.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Ginter, Strobl, Jantschke (Elvedi) - Herrmann, Kramer, Zakaria, Neuhaus, Wendt - Pléa, Hazard

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