Breel Embolo im Derby Borussia Mönchengladbach gegen 1. FC Köln

Breel Embolo im Derby : Ein Neuanfang in der Gladbacher Achse

Der Ex-Schalker Breel Embolo überzeugt im offensiven Mittelfeld und ist neben Alassane Pléa der Matchwinner im Derby von Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln.

Es gab am Samstag dann doch den Moment, an dem Breel Embolo keine Präsenz zeigte und schmerzlich vermisst wurde. Mitspieler Ramy Bensebaini blickte nach Borussia Mönchengladbachs 1:0-Sieg im Derby beim 1. FC Köln etwas hilflos durch die Katakomben. Der algerische Linksverteidiger, der aufgrund eines Magen-Darm-Infekts von Oscar Wendt debütierte, konnte keinen Kommentar zum Spiel abgeben. Sein Englisch sei „nicht so gut“, und da die wartenden Journalisten auch nicht mit ihren Französischkenntnissen glänzen konnten, endete das Interview bereits, bevor es angefangen hatte.

Embolo hätte als Schweizer aushelfen können, war aber zu diesem Zeitpunkt nicht an der Seite des algerischen Neuzugangs. Was auch daran lag, dass der ehemalige Schalker ein gefragter Mann war. Hatte er doch über das gesamte Spiel in der Offensive Präsenz gezeigt. „Ich versuche immer, mit Wucht an meinen Gegenspielern vorbeizukommen und dann unsere Stürmer oder mich selbst in Schusspositionen zu bringen“, sagte der 22-Jährige. So wie in der 14. Minute: Embolo marschierte dynamisch Richtung Kölner Strafraum, spielte Marcus Thuram den Ball in den Lauf, der von FC-Verteidiger Kingsley Ehizibue dann unglücklich zu Alassane Pléa weitergespitzelt wurde, den Gladbachs Stürmer dann eiskalt zum Siegtreffer verwandelte.

Embolo, der nach drei verletzungsgeplagten Jahren auf Schalke nicht ohne mediale Zweifel vor dieser Saison nach Gladbach gewechselt war, scheint sich auf der Zehnerposition wohl zu fühlen. Was seinen Trainer Marco Rose nicht überrascht: „Max Eberl und ich wussten, dass Breel das spielen kann und eine besondere Qualität hat. Gladbach wollte ihn ja auch 2016 bereits haben.“ Mit drei Jahren Verspätung ist Embolo nun bei den Fohlen gelandet. „Ein Neuanfang“, wie Rose es nennt.

Und zurzeit deutet vieles darauf hin, dass der Schweizer bei diesem Neuanfang Teil einer Achse wird, die am Samstag dafür sorgte, dass Kölns Trainer Achim Beierlorzer den „verdienten Sieg“ der Gladbacher anerkennen musste. Neben Embolo wäre da noch Torhüter Yann Sommer zu nennen, der in der zweiten Halbzeit bei den wenigen Chancen des FC hellwach war.

Der fleißige Zakaria

Und Denis Zakaria, der im defensiven Mittelfeld fleißig gegen den Ball arbeitete und sich offensiv fast mit einem Treffer in der elften Minute belohnt hätte. Bliebe noch Pléa, der nicht nur wegen seines Siegtreffers in Köln eine starke Leistung zeigte. „Tore schießen ist nicht einfach. Er schafft das immer wieder. Das ist unbezahlbar“, sagte Startelf-Rückkehrer Christoph Kramer.

Trotz der starken Leistungen der Gladbacher Achse blieb es bis zum Schluss spannend in Köln. „Wir sind zu leichtfertig mit unseren Chancen umgegangen“, klagte Embolo nach der Partie und spielte damit vor allem auf die ersten 45 Minuten an.

Rose bemängelte einen Leistungsabfall im zweiten Durchgang. „In der zweiten Halbzeit war die Bewegung ohne Ball nicht gut. Aber insgesamt bin ich zufrieden, weil die Mannschaft in so einem intensiven Spiel bis zum Ende dagegengehalten hat“, sagte Gladbachs Trainer. Zuspruch bekam er von Embolo: „Wir wissen, dass wir die heutige Leistung über 60 Minuten mal über 90 Minuten durchziehen müssen.“

Sollten die Fohlen das schaffen, dürften noch weitere Trainer die Einschätzung des FC-Trainers Beierlorzer teilen, dass es „schwierig ist, gegen Gladbach zu spielen“. Und sollte Embolo tatsächlich noch besser werden, wie Rose ankündigte, und sich weiter ins mediale Rampenlicht spielen, muss sich Bensebaini wohl einen anderen Dolmetscher für das nächste Interview suchen.

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