Freiburg: Borussia Mönchengladbach enttäuscht beim 0:1 in Freiburg

Freiburg : Borussia Mönchengladbach enttäuscht beim 0:1 in Freiburg

In Freiburg gibt es seit einigen Wochen ein etwas befremdliches Ritual bei Heimspielen. Immer, wenn der Stadionsprecher den Namen des Vierten Offiziellen verliest, hebt ein Pfeifkonzert an — der Sportclub fühlte sich in dieser Saison durch den Einsatz der neuen Technologie bereits einige Male benachteiligt.

In der 19. Minute war der Videobeweis dann beim völlig verdienten 1:0-Sieg der Freiburger im Heimbereich nicht mehr so unbeliebt, denn nach einem Signal aus Köln gab Schiedsrichter Deniz Aytekin einen Strafstoß für Freiburg, den Nils Petersen prompt zum 1:0 verwandelte (20.).

Zunächst hatte der Referee die Partie laufen lassen und den Zweikampf zwischen Petersen und dem insgesamt unsicheren Jannik Vestergaard als regulär gewertet. Unverdient war die Freiburger Führung zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht, die Gastgeber waren das aktivere Team, das durch einen ansatzlosen Schuss von Tim Kleindienst, der an die Latte klatschte, auch die bis dato beste Chance des Spiels hatte (15.).

Und Gladbach? Die gute Laune des Anhangs änderte sich nach dem Anpfiff allmählich, denn im ersten Durchgang zeigte die Borussia zu wenig, um den Vorletzten aus Freiburg in Nöte zu bringen. Ein Schüsschen von Lars Stindl, das SC-Keeper Alexander Schwolow vor keine Probleme stellte, blieb die gefährlichste Gäste-Chance im ersten Durchgang. Die Borussia, bei der Reece Oxford sein Bundesligadebüt auf der rechten Außenverteidigerposition feierte, hatte zuvor seit 15 Jahren nicht mehr in Freiburg gewonnen.

Gegen Ende des ersten Durchgangs, als Christian Günter (39.) und Kleindienst (45.) weitere Chancen vergaben, deutete nicht viel darauf hin, dass die traurige Gladbacher Serie reißen würde. Vor dem Spiel, das wegen des in Freiburg an Spieltagen üblichen Verkehrschaos mit zehn Minuten Verspätung angepfiffen wurde, gab es für zwei Gladbacher ein Wiedersehen mit alten Kollegen: Matthias Ginter und Vincenzo Grifo wurden vielfach umarmt und getätschelt.

Herzliche Begrüßung für Grifo

Besonders Grifo wird in der alten Heimat schmerzlich vermisst. Denn außer Nils Petersen strahlten die meisten Freiburger Offensiven bislang nicht sonderlich viel Torgefahr aus, auch deshalb setzte SC-Trainer Christian Streich mit Kleindienst, Yoric Ravet und Marco Terrazzino gleich auf drei offensiv denkende Spieler hinter Petersen.

Und obwohl die Freiburger nach dem 4:3-Sieg in Köln gerade einmal 53 Stunden Zeit zur Regeneration hatten, agierten sie griffig und druckvoll. Daran änderte sich auch im zweiten Durchgang nichts — im Gegenteil. Denn unmittelbar nach Wiederanpfiff hatten die Gastgeber gleich eine Doppelchance. Zunächst landete ein Schuss von Petersen an der Latte (46.), ehe Kleindienst den Gladbach-Keeper mit einem Kopfball zu einer Glanzparade zwang (48.).

Und weiter ging es mit dem Freiburger Angriffsschwung, diesmal war es Janik Haberer, der Sommer prüfte (53.), ehe Ravet und Kleindienst das Tor verfehlten (60./68.). Es war auch in dieser Phase des Spiels nicht nur verwunderlich, wie viele Chancen Gladbach zuließ — offensiv war der Auftritt noch dürftiger.

In der 70. Minute hatte der eingewechselte Raffael die erste erwähnenswerte Chance des zweiten Durchgangs, als er mit einem Schuss aus 20 Metern an Schwolow scheiterte. Freiburg spielte nun defensiver und gestattete den immer noch merkwürdig passiven Gladbachern keine Torchance mehr. Am Ende stand eine völlig verdiente Gladbacher Niederlage — und das vierte Freiburger Spiel in Serie ohne Niederlage.