Aachen: Zeit des Zauderns ist vorbei

Aachen: Zeit des Zauderns ist vorbei

Es bedurfte keiner ausgeprägten Vorstellungskraft, um aus dem Gesicht von Eric van der Luer abzulesen, was der Co-Trainer von Alemannia Aachen in diesem Moment am liebsten getan hätte.

Mindestens das Mikrofon abdrehen, damit Uwe Neuhaus nicht weiter irrlichtert mit seiner Sicht der Dinge nach dem 2:2 von Union Berlin auf dem Tivoli. Van der Luer kanalisierte seine Energie, indem er den Matchreport zerknüllte.

Auch Erik Meijer ärgerte sich über die exotische Analyse des Gäste-Trainers, das Remis ginge „absolut in Ordnung”. „Ich weiß nicht”, sagte Alemannias Manager, „was für ein Spiel der gesehen hat.”

Zu den Ungerechtigkeiten im Fußball gehört, dass die aktivere, schwungvollere und chancenreichere Vorstellung zuweilen nicht belohnt wird. „Du kannst in der Vorbereitung üben”, sagt Meijer, „an der Abstimmung in der Abwehr, am System. Aber wenn die Liga beginnt, sind die Gegner anders.” Da hilft nur eins - Gewöhnung. „Oder learning by doing”, speziell in Sachen Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor könnten „die Jüngeren von den Älteren lernen”, Alper Uludag zum Beispiel von Benny Auer.

Alemannia macht wieder Spaß, und es war bezeichnend, dass Peter Hyballa nach dem 2:1 kurz vor Schluss keinen Defensivspieler einwechselte, um das Resultat über die Runden zu schaukeln. „Darin habe ich keinen Sinn gesehen, wir wollten auch weiter offensiv spielen.” Die Zeit des Zauderns ist vorbei an der Krefelder Straße; es wäre ein schlechtes Zeichen, wenn sie nach einem nicht gewonnenen Heimspiel zum Saisonstart und mit zwei Auswärtsspielen vor der Brust schon an der neuen Forschheit zweifeln würden.

„Wir wollen unser System auswärts genauso spielen wie zu Hause”, sagt Erik Meijer und vermutet, dass die Mannschaft es nun in Karlsruhe und in Fürth „leichter haben wird, weil sie mehr Platz bekommt. Ich sehe da sehr gute Chancen, in beiden Spielen als Sieger vom Platz zu gehen.”

Hyballa hat sich am Sonntag die beiden kommenden Gegner im direkten Duell angesehen. Die Erkenntnis, mit der er sich auf die Rückfahrt machte: „Da hättest du drei Kleingärten einbauen können auf dem Raum zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen.” Der junge Coach ist sich schon jetzt sicher, „dass wir auch beim KSC fünf bis zehn Torchancen kreieren werden”. Zu einer besseren Erfolgsquote könnten auch die Standards beitragen. „15 Ecken gegen Union, aber nur eine brauchbare”, sagt Erik Meijer, „da müssen wir uns was einfallen lassen.”

Talk mit Hyballa, Zdebel, Meijer, Herzig

Alemannias Trainer Peter Hyballa und Neuzugang Thomas Zdebel geben am morgigen Dienstag ihren Einstand bei der Alemannia-Gesprächsrunde im Sportpark Kohlscheid. Außerdem werden Abwehrchef Nico Herzig und Sportdirektor Erik Meijer erwartet.

Der Termin: 24. August, 19 Uhr, Sportpark Kohlscheid, Kaiserstraße 96. Der Eintritt ist wie immer frei.