Köln: Vorteil leichtfertig aus der Hand gegeben: Alemannia verliert in Köln

Köln : Vorteil leichtfertig aus der Hand gegeben: Alemannia verliert in Köln

Nach dem Spiel standen sie in kleinen Zirkeln zusammen und gingen die turbulente Partie noch einmal durch. Es gab viel zu besprechen für Alemannias Spieler, nachdem sie 2:3 gegen den 1. FC Köln II verloren hatten.

Die Aachener hatten einen Vorteil leichtfertig aus der Hand gegeben. „Ein bitteres Ende“, fasste Alemannias Kapitän Nils Winter den Ausflug ins Franz-Kremer-Stadion zusammen. Mehr als 1000 Fans hatten sich dort zum „Heimspiel“ verabredet, während es mehr Kölner Polizisten als FC-Anhänger im Stadion gab, da fast parallel die erste Mannschaft in der Bundesliga antrat.

Aachens Trainer Fuat Kilic hatte seine Formation im Vergleich zum Rhynern-Spiel auf fünf Positionen geändert, nur die defensive Formation behielt der Trainer bei. Das Spiel nahm schnell Fahrt auf - zum Leidwesen der Torhüter, deren erste Amtshandlung jeweils darin bestand, den Ball aus dem Netz zu holen. Der ungedeckte Jonas Hildebrandt war nach vier Minuten mit einem Flachschuss aus 16 Metern erfolgreich. Die Aachener antworteten schnell und gründlich. Alexander Heinze verlängerte einen Eckball von Meik Kühnel vors Tor und David Pütz staubte ab. Gespielt waren da erst sieben Minuten und der Treffer war eine Rarität. Es war der erste Treffer des Mittelfeldspielers für die Aachener.

Das zuschauerfreundliche Motto „Jeder Schuss ein Treffer“ war damit aber schon beendet, die Partie wogte hin und her, und vor allem Aachens Torhüter Mark Depta kam nach dem unerfreulichen Auftakt gut auf Touren. Der bundesligaerfahrene Chris Führich entwischte Gegenspieler Heinze, aber Alemannias Schlussmann ließ sich von seinem Schuss aufs kurze Eck nicht übertölpeln (29.). Die Kölner Zweitbesetzung hatte in dieser Halbzeit ein paar Abschlüsse mehr an diesem frühlingshaften Nachmittag. Die beste Gelegenheit verpasste Roman Prokoph, der freistehend verzog (37.). Die Aachener waren zugestellt, bekamen nur selten ihre Kombinationen auf den Rasen.

Auch der zweite Akt begann aufregend. Der souveräne Schiedsrichter Kevin Domnick entdeckte ein Handspiel im Strafraum von Hikmet Ciftci, Mergim Fejzullahu verwandelte souverän zum 1:2 (49.). Alemannia war am Drücker, kassierte dann aber - wie schon vorige Woche gegen Uerdingen - den nächsten Treffer nach einem Standard. Das schmucke 2:2 durch Florian Hörnig lag Kilic noch Stunden später schwer im Magen wie ein überbackener Camembert auf Toast (58.). „Junior Torunarigha war zugeteilt, aber in diesem Moment ist von ihm weit und breit nichts zu sehen.“

Eine halbe Stunde war noch zu spielen, beide so physisch starken Teams versuchten den Lucky-Punch. Die Gäste holten ein paar Mal zum K.o.-Schlag aus. Nils Winter fand nach einem starken Solo seinen Meister in Sven Müller (59.). Der Kölner Torwart rettete noch einmal, als Mergim Fejzullahu freie Schussbahn hatte (66.). Zwei Minuten später standen sich die beiden nach einem feinen Pass von Torunarigha wieder gegenüber. „Ich hatte zwei, drei Gedanken im Kopf“, erinnerte sich der Aachener Torjäger. Ein gewinnbringender war nicht dabei, auch diesmal schnappte sich Müller den Ball (68.).

„Wir haben es versäumt, den Deckel zuzumachen“, war Kilic später enttäuscht. Denn den entscheidenden Punch setzten die Kölner. Anas Ouahim schlenzte durchaus sehenswert den Ball hoch ins Eck zum 3:2 (82.). Es war die glückliche Entscheidung. Innerhalb einer Woche hat sich Alemannias Abstand zur Tabellenspitze uneinholbar vergrößert. Tobias Mohr, der nach langer Verletzungspause ebenso wie Marcel Damaschek sein Comeback feierte, gab gleich das neue Saisonziel aus. „Jetzt wollen wir mit aller Macht in den DFB-Pokal einziehen.“

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