Fuat Kilic gefällt die Eigenwerbung: Testspiel gegen Borussia Dortmund vor mehr als 15.000 Zuschauern

Fuat Kilic gefällt die Eigenwerbung : Testspiel gegen Borussia Dortmund vor mehr als 15.000 Zuschauern

Zu den ungelösten Fragen vor dem Anpfiff am Tivoli gehört vor allem diese: Mit welcher Mannschaft kommt Borussia Dortmund zum Freundschaftsspiel nach Aachen, nachdem ein Dutzend Profis gerade bei ihren Nationalmannschaften und viele weitere Spieler wie Kagawa, Wolf oder Reus gerade im Krankenstand sind?

Als dann der schwarz-gelbe Bus vorfuhr, spuckte er immer noch reichlich Stars mit Bundesliga-Erfahrung aus. In der Achse tauchten zum Beispiel Torwart Marwin Hitz, Ömer Toprak, Julian Weigl, Mahmoud Dahoud und Maximilian Philipp auf. Der muntere Kick endete erwartungsgemäß mit einem 4:0-Erfolg des Bundesligisten. „Für die Jungen war das wertvoller Anschauungsunterricht, um zu erkennen, wie weit ein Regionalliga- von einem Bundesliga-Spieler entfernt ist“, beendete Aachens Trainer Fuat Kilic nicht unzufrieden den stimmungsvollen Abend. „Wir haben ein bisschen Werbung für uns machen können.“

Ein schönes Trostpflaster für die tapferen Aachener war die Kulisse; 15.500 Zuschauer bedeuteten nicht nur der vermutlich größte Zuspruch in diesem Jahr, sondern auch einen warmen Geldregen.

Angeführt wurde der BVB vom berühmten Mario Götze, der gerade um den Anschluss an die Startformation kämpft. Sein Trainer konnte seinen Auftritt allenfalls im hauseigenen TV-Kanal beobachten, der den Sommerkick übertrug, Lucien Favre musste mit Rückenproblemen passen.

Neun Minuten lang brachte sich der Bundesligist in Stellung, um dann mit dem ersten Torschuss in Führung zu gehen. Götze legte auf für Dominik Wanner, und der Nachwuchsspieler überwand mit einem platzierten Schuss aus 14 Metern Aachens Torwart Daniel Zeaiter zum 0:1. „Wir wollen den Schwung der letzten Wochen in der Länderspielpause nicht verlieren“, hat Manager Michael Zorc vor dem Einlaufen gesagt. Das klang ein bisschen bedrohlich, denn der BVB führt gerade ungeschlagen die Bundesliga an. Auf dem Platz war schnell erkennbar, dass sich da zwei Gegner aus ziemlichen unterschiedlichen Gewichtsklassen duellierten. Die Dortmunder wollten den Ball nur noch selten rausrücken, die Aachener hatten zu viel Respekt. Ergebnis der Dominanz: Nachwuchskraft Beyhan Ametov erhöhte im Nachfassen zum 0:2 nach 25 Minuten. Dabei blieb es dann aber bis zum Wechsel, weil Aachens Torwart Zeaiter ein paar Paraden auspackte, unter anderem wehrte er gekonnt ab, als Götze frei vor ihm auftauchte (32.). Die Gastgeber versuchten sich mit ein paar Fernschüssen, Vincent Boesen (13.) und Mahmut Temür (36.) zwangen BVB-Keeper Hitz immerhin zu Bodenkontakt.

Aachens Trainer Fuat Kilic wechselte zum zweiten Akt mehr Struktur und acht neue Spieler ein, und die hielten den Gegner 20 Minuten problemlos fern, dann schlug es aber wieder ein. Götze überwand den eingewechselten Torwart Leon Tigges mit einem haltbaren Schuss zum 0:3 (67.). „Ich habe schon ein paar Mal gegen Bundesligisten gespielt, der BVB hat es so seriös und konzentriert wie kein anderer Gegner zu Ende gebracht“, urteilte Aachens Kapitän Peter Hackenberg am Ende des Arbeitstags. „Die haben große Qualität und nicht ganz zufällig vor ein paar Wochen auch mal 7:0 in der Bundesliga gewonnen.“

Den Hausherren blieb ein schmückender Anschlusstreffer verwehrt, der Kopfball von Kai Bösing flog knapp über das Ziel (70.). Am Ende zog der Bundesligist noch mal an, weil die Aachener etwas optimistisch verteidigten: Philipp stellte den 0:4-Endstand her (75.).

„In Bezug auf Handlungsschnelligkeit und Kombinationsfluss lagen ein paar Welten zwischen den Gegnern“, staunte Aachens Blendi Idrizi. Nach Spielende entwischte ihm der Gegner noch ein letztes Mal. Ein BVB-Trikot konnte der kleine Dribbler nicht mit nach Hause nehmen. Seine Kollegen waren mit ihrem Anfragen schneller ...

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