Aachen: St.-Pauli-Fan aus Koma erwacht

Aachen: St.-Pauli-Fan aus Koma erwacht

Als der St.-Pauli-Fan „Mini” nach zwei Wochen und einem Tag aus dem künstlichen Koma erwacht, ist eine der ersten Nachrichten, die ihn erreicht, die Tabellenführung seines Vereins. Eine Krankenschwester im Uniklinikum Aachen teilt es ihm mit.

„Nein, nein, nein”, sagt er ungläubig. Die Schwester druckt ihm die Zweitligatabelle aus, zeigt sie ihm, da sagt er: „Ja, ja, ja”.

Wenn St.-Pauli-Sprecher Christian Bönig diese Geschichte, die fast wie ein Märchen klingt, erzählt, ist ihm die Erleichterung in der Stimme anzuhören.

„Mini” war nach dem ersten Spiel im neuen Aachener Tivoli von der Brüstung des Gästeblocks mehr als sechs Meter in die Tiefe gestürzt. Die Folgen: Lebensgefährliche Kopfverletzungen, beide Unterarme gebrochen, Brüche im Gesicht. Was folgt ist das künstliche Koma und erste Reaktionen nach dem Aufwachen, mit denen wohl niemand gerechnet hat.

Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. Er erkenne die Menschen in seiner Umgebung, könne bereits Nahrung zu sich nehmen und - siehe oben - Fragen mit „Ja” oder „Nein” beantworten. „Das ist eine sehr positive Nachricht”, sagt Bönig.

Die Ergebnisse der Computertomographie Ende vergangener Woche waren laut Bönig so vielversprechend, dass die Ärzte daraufhin am Wochenende das Narkosemittel reduziert hätten.

Am Montagabend habe der Fan mit Spitznamen „Mini” erstmals Hände und Füße bewegt. Am Dienstagabend sei er dann aus dem künstlichen Koma aufgewacht. Als nächsten Schritt wollen die Ärzte die Brüche im Gesicht behandeln.

Bönig vergisst nicht zu sagen, dass es weiterhin nicht prognostizierbar sei, ob und inwieweit der Fan Spätfolgen des Sturzes behalten werde. Die Freude über die gute Nachricht lässt er sich davon aber nicht verderben.