Rott: Rott sorgt für Pokalfight: Alemannia gewinnt knapp mit 2:1

Rott : Rott sorgt für Pokalfight: Alemannia gewinnt knapp mit 2:1

Es kommt nicht oft vor, dass ein Trainer seine Mannschaft nach einer Niederlage lobt. Als das Viertelfinale des Fußball-Mittelrhein-Pokals zwischen dem SV Rott und Alemannia Aachen beendet war, ging SV-Coach Mirko Braun in die Kabine und sagte zu seinen Spielern: „Herzlichen Glückwunsch zu einem tollen Spiel.“

Der Landesligist aus der Eifel hatte dem Regionalligisten einen großen Kampf geliefert, am Ende setzte sich der Favorit vom Tivoli aber mit 2:1 durch. „Uns war klar, dass wir hier nicht im Vorbeigehen gewinnen“, bilanzierte Alemannias Coach Fuat Kilic. „Das Wichtigste ist aber, dass wir eine Runde weiter sind.“

Im Rotter Tiergarten hatte Kilic nur vier Spieler aufgeboten, die am Samstag gegen Wiedenbrück (3:0) in der Startformation standen (Heinze, Pluntke, Kühnel, Buchta). Die erwartete Rotation spülte auch U 19-Torjäger Marc Kleefisch in die erste Elf. Beim Gastgeber fiel das Wechselspiel moderater aus. Mit Klaas Kurzke und Stefan Schindler rückten nur zwei neue Akteure ins SV-Team im Vergleich zum Spiel gegen Glesch-Paffendorf (2:0).

Das „Spiel des Jahres“, wie der Platzsprecher das Pokal-Viertelfinale titulierte, brauchte keine lange Anlaufphase, um Fahrt aufzunehmen. Und das lag vor allem am Außenseiter. Die Rotter störten die Aachener schon früh im Spielaufbau und zwangen den Favoriten immer wieder zu langen Bällen. Deshalb war es fast folgerichtig, dass der Landesligist die erste Torgelegenheit verbuchte: Nach einem schnell ausgeführten Freistoß musste Alemannias Keeper Patrick Nettekoven sich richtig lang machen, um den Schuss von Avdo Iljazovic zu entschärfen (3.).

Die neu formierte Aachener Mannschaft überstand die Anfangsphase unbeschadet, Kühnel sendete nach zwölf Minuten ein erstes Lebenszeichen: Sein Freistoß aus 17 Metern landete am Außennetz. Keine 60 Sekunden später sorgte der jüngste Akteur auf dem Rasen für den Führungstreffer: Buchtas Flanke von der linken Seite landete vor den Füßen von Kleefisch, der den Ball per Direktabnahme über die Linie beförderte — erstes Pflichtspiel, erstes Tor.

Auch nach dem Gegentreffer rückten die SV-Akteure nicht von ihrer mutigen Spielweise ab, die Gäste bekamen aber immer mehr Sicherheit in ihr Spiel. Und wie schon im Ligabetrieb gegen Wiedenbrück war die Effektivität der große Trumpf der Aachener an diesem kalten Mittwochabend. Mit einem Schuss in den Winkel stellte Meik Kühnel auf 2:0 (28.). Das klassenhöhere Team dominierte jetzt das Geschehen, Kleefisch verpasste aus spitzem Winkel den dritten Treffer (30.).

Rott zeigte sich unbeeindruckt, als Zeichen der Auflehnung umkurvte Iljazovic Nettekoven und brachte den Ball im Netz unter — der SV-Angreifer stand aber zuvor im Abseits (36.). Der Wille der Mannschaft, den knapp 1000 Zuschauern einen eigenen Treffer zu präsentieren, war ungebrochen, und nach dem Seitenwechsel sollten die Hausherren für ihr Engagement belohnt werden. Wieder war es der agile Iljazovic, der nach einem Solo die Übersicht behielt und für Nico Winkhold ablegte. Der Mittelfeldakteur verkürzte mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck auf 1:2 (53.).

Das Pokalspiel wurde zu einem echten Pokalfight, der Landesligist schnupperte am Ausgleich. Der Regionalligist hatte Glück, dass Stefan Savic nach einer Ecke den Ball freistehend am Aachener Tor vorbeisetzte (64.). Dass die Elf von Fuat Kilic auch in der Schlussviertelstunde zittern musste, lag nicht nur an den eisigen Temperaturen, sondern auch an den guten Kontersituationen, die nicht gut zu Ende gespielt wurden. Zuerst verpasste der eingewechselte Joy-Slayd Mickels die Vorentscheidung (82./86.). In der letzten Minute wagte SV-Keeper Patrick Diehl den Ausflug in den Gäste-Strafraum, die finale Pointe blieb aber aus.

„Wir haben mit mutigem Fußball den Zuschauern ein gutes Spiel geliefert“, konnte Braun das Ausscheiden aus dem Mittelrhein-Pokal verschmerzen. „Jetzt hoffe ich, dass die Alemannia den Cup auch gewinnt.“