Reaktionen zum Spiel Alemannia Aachen gegen den SC Wiedenbrück

Aachen: Alemannia Aachen gegen Wiedenbrück: Unsere Netzschau zum ersten Punktgewinn

Nach drei Niederlagen in Folge zum Saisonstart wollten Fuat Kilic und seine Mannschaft am Freitagabend im Heimspiel gegen den SC Wiedenbrück endlich den ersten Sieg 2018/2019 einfahren. Am Ende stand "nur" ein Punkt auf der Habenseite - aber vielleicht ein ganz wichtiger für die Moral. Unsere Netzschau zum vierten Spieltag der Schwarz-Gelben.

Drei Niederlagen zum Auftakt, null Punkte nach 270 gespielten Ligaminuten, Tabellenschlusslicht: Der Saisonstart verlief für die Mannschaft vom Tivoli alles andere als optimal. Nach der guten Leistung beim Tabellenführer in Oberhausen in der Vorwoche sollte der Frust über die vermeidbare Niederlage dort (alle drei Gegentore beim 2:3 fielen nach Standards) in Energie beim Heimspiel gegen den SC Wiedenbrück am Freitagabend umgewandelt werden. Die ersten Punkte sollten her.

Vor dem Spiel kam aber zunächst ein neuer Spieler in Aachen an. Die Alemannia sicherte sich die Dienste von Dimitry Imbongo Boele. Der 28-jährige Mittelstürmer kommt von Wacker Innsbruck und soll die bisher schwächelnde Offensive der Tivoli-Truppe beleben.

Für das Heimspiel gegen den SC Wiedenbrück kam ein Einsatz des französisch-kongolesischen Angreifers aber noch zu früh. Gegen die bisher ebenfalls sieglosen Ostwestfalen schickte Trainer Kilic folgende Elf auf den Platz:

Und die wurden von 4.800 Zuschauern empfangen, die trotz der bisher überschaubaren Punkteausbeute hinter ihrem Team standen.

Selbst aus dem fernen Mannheim verfolgten die schwarz-gelben Anhänger das Geschehen in der Heimat:

Die Marschrichtung für das Spiel war klar: kämpfen, rennen, Abschlüsse suchen und drei Punkte einfahren. Das sahen die Fans auf den Rängen nicht anders: „Wir wollen Aachen, wir wollen Aachen, wir wollen Aachen siegen sehen!“, schallte es von den Stehplätzen.

Und das Heimteam wollte den Wunsch schnellstmöglich umsetzen. In den ersten 25 Minuten waren die Hausherren die spielbestimmende Mannschaft, einzig die wenigen Chancen wurden nicht genutzt. In der 30. Minute erfolgte dann ein Pfiff, den mit Ausnahme der Wiedenbrücker alle im Stadion freudig zur Kenntnis nahmen. Aachens Blendi Idrizi, Doppeltorschütze vom Oberhausen-Spiel, kam im Strafraum der Gäste zu Fall: Elfmeter für die Alemannia. Und das können die Aachener in dieser Saison. In Köln traf bereits Vincent Boesen vom Punkt, gegen Wiedenbrück schnappte sich Manuel Glowacz das Leder und verwandelte. 1:0 für die Alemannia. Jubel auf den Rängen. Die Alemannia schien wieder in der Spur zu sein.

Die erste Führung der Saison gab den Aachenern aber nicht wirklich Sicherheit. Statt das 1:0 in die Halbzeit zu bringen, fing sich die Alemannia den Ausgleich noch vor der Pause. Aachens Matti Fiedler verletzte sich beim Klären eines Angriffs zur Ecke, für ihn kam Alexander Heinze in die Partie. Und ausgerechnet einem der besten schwarz-gelben Spieler der abgelaufenen Spielzeit entwischte sein Gegenspieler beim anschließenden Eckball, Robin Twyrdy nahm den Platz dankend an und köpfte den Ball ins Tor von Niklas Jakusch. Wieder ein Gegentor nach einer Standardsituation.

Mit dem Unentschieden ging es in die Pause.

Aus der kamen erneut die Hausherren besser wieder ins Spiel. Die erneute Führung wollte aber nicht fallen. Immer wieder liefen die Mannen im Alemannia-Trikot an, aber häufig fehlten die zündenden Ideen, um sich gute Chancen zu erspielen. Und so kam es, wie es kommen musste: Wiedenbrück ging durch Latkowski in der 58. Minute in Führung. Sollte auch das vierte Spiel in Folge verloren gehen?

Nein! Denn wenn eins bei der Truppe von Fuat Kilic völlig intakt ist, dann ist es die Moral. Die Schwarz-Gelben steckten nicht auf, verursachten immer wieder Offensivakzente zu setzen. Aber die Geldud der Mannschaft und Fans wurde auf eine harte Probe gestellt. Es dauerte bis in die Nachspielzeit, bis Idrizi auf den eingewechselten Robin Garnier flankte und der Rotschopf den Ball in der 90. + 2 in die gegnerischen Maschen köpfte. 2:2 kurz vor dem Schlusspfiff!

In der Tabelle bringt dieser Punkt die Alemannia - zumindest vorübergehend - einen Platz nach vorne. Aber viel wichtiger ist der späte Ausgleich für die Moral der Mannschaft und das Seelenleben der Fans. Ein Punkt für den Kopf, der zeigt, dass die Weisheit vom Willen, der Berge versetzen kann, manchmal doch stimmt. Daran muss sich die Mannschaft nun klammern, in ihren Offensivaktionen konsequenter werden und in der Denfensive vor allem bei Standardsituationen konzentrierter arbeiten. Dann ist am Samstag in der kommenden Woche bei der Zweitvertretung von Fortuna Düsseldorf auch endlich der erste Saisonsieg möglich.

(bph)
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