Pokalfinale: Alemannia Aachen muss Geldstrafe zahlen

Alemannia Aachen : 2000 Euro Geldstrafe nach dem Pokalfinale

Am Ende dieses „Finaltag der Amateure“ eskalierte die Situation. 20 Endspiele waren bereits in den einzelnen Landesverbänden gespielt. Es lief nur noch die Übertragung des Finales im Fußballverband Mittelrhein. Viktoria Köln und Alemannia Aachen gingen in die Verlängerung.

Für den Verband und die beteiligten Klubs war das Werbung pur. Kurz vor der Tagesschau, am Ende eines sehr langen Fernsehnachmittags in der ARD, gehörte ihnen der Bildschirm.

Übertragen wurden an diesem 21. Mai dann aber Bilder, die kein Verband sehen wollte. Kurz vor dem Ende der Partie gab es eine Rote Karte für den Aachener Joy-Slayd Mickels. Auf dem Spielfeld bildete sich ein aufgeregtes Rudel. Aachener Fans versuchten den Platz zu stürmen, nachdem sie ein Tor zum Spielfeld aufgedrückt hatten. Minutenlang war die Partie unterbrochen, Ordner und Polizisten schauten vorbei. Die Aachener Spieler Nils Winter, Mergim Fejzullahu und Tobias Mohr versuchten am Spielfeldrand zu beschwichtigen.

Zuständig für mögliche Sanktionen ist das Verbandssportgericht. Das oberste Rechtsorgan im Fußball-Verband-Mittelrhein benötigte fast fünf Monate, um die Strafe festzulegen. 2000 Euro soll Alemannia zahlen, 500 Euro der Gegner, denn auch im Viktoria-Fanblöck wurden Rauchtöpfe geschwenkt, urteilt Sportrichter Thomas Riedel.

Der Tarif ist fast noch günstig, denn zwischenzeitlich hatte das Sportgericht des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) den Wiederholungstäter Alemannia zu einer Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro verurteilt, nachdem beim Spiel in Oberhausen am 10. August Wurfgeschosse aus dem Aachener Stehplatzblock in Richtung Spielfeld geflogen waren. Die finanzielle Buße wurde sogar nach einem Aachener Einspruch noch reduziert.

Ob Alemannia die nächste Geldstrafe akzeptiert, ist noch eine Entscheidung des ehemaligen Insolvenzverwalters, da die Partie zu seinen Amtszeiten stattfand.

Die Ausgangslage für das Verbandsgericht ist durchaus delikat, denn üblicherweise bestrafen Sportgerichte auch die Ausrichter, weil sie erkennbar ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind. Im vorliegenden Fall wäre das schwierig, da der Verband selbst das Finale in Bonn ausrichtete. Eine Anfrage bei Richter Riedel blieb unbeantwortet.

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