Aachen: Nur die Kassen feiern keine Premiere

Aachen: Nur die Kassen feiern keine Premiere

Wenn heute um 17 Uhr die Türen zum neuen Tivoli in Aachen aufgeschlossen werden, passiert vieles zum ersten Mal: Die Alemannia absolviert zum ersten Mal ein Pflichtspiel in ihrer neuen Heimat, erstmals werden 11.000 Fans die riesige Stehplatztribüne hinter dem Aachener Tor in Besitz nehmen. Und Premiere feiert auch die sogenannte Tivoli-Card, mit der die Fußballfreunde Bier und Bratwurst bezahlen.

Nur etwas geschieht nicht: „Wir werden die Stadionkassen nicht öffnen, weil wir keine Karten mehr zu verkaufen haben”, kündigt Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer an. Und so werden heute Abend zum Anpfiff der Zweitligapartie zwischen Alemannia Aachen und dem FC St. Pauli 32900 Zuschauer das neue Fußballstadion an der Krefelder Straße bevölkern. Mit anderen Worten: Der Tivoli ist ausverkauft - natürlich auch zum ersten Mal.

15 Monate sind seit dem ersten Spatenstich vergangen. Am Wochenende wurde noch gewerkelt, gestrichen, geschraubt, gewienert und geputzt. Das erste Spiel hätte keinen Tag früher stattfinden dürfen. „Es wird sicher noch Schönheitsfehler geben”, räumt Kraemer ein, einige Dinge würden auch definitiv nicht fertig, „aber davon werden die Zuschauer nichts mitbekommen”.

Apropos Zuschauer: Auch hier rechnet der Geschäftsführer der Alemannia Aachen GmbH mit einer Premiere. „Die Stehplatztribüne wird wohl so früh wie nie voll sein, schließlich wollen sich die Fans hier sicher ihren Platz für einen komplett neuen Lebensabschnitt sichern.” Daher öffne man das Stadion schon um 17 Uhr, und damit früher als bei Montagsspielen üblich.

Kleine Eröffnungszeremonie

Die Wartezeit bis zum Anpfiff wird den Fans mit einer kleinen Eröffnungszeremonie verkürzt. „Dabei lehnen wir uns an die Eröffnungsfeier am alten Tivoli im Jahre 1928 an und lassen alle Jugendmannschaften mit einmarschieren”, so Kraemer, lediglich mit Turnmädchen könne man heute nicht aufwarten, „eine solche Abteilung haben wir leider nicht mehr”.

Dafür gebe es aber einige Eröffnungsworte des Aachener Oberbürgermeisters Jürgen Linden sowie des nordrhein-westfälischen Innenminister Ingo Wolf.

Damit alle Fans in den Genuss dieser Worte und des anschließenden Spiels kommen, sind zum Teil neue Parkplätze rund um das Stadion eingerichtet worden. Und wer mit dem Bus kommen möchte, für den hat die Aseag den Linienverkehr aus der Aachener Innenstadt sowie aus Eschweiler, Alsdorf und Stolberg verstärkt. Die Busse halten übrigens an der mit 280 Meter längsten Haltestelle Aachens. Sie liegt direkt vor dem Tivoli und feiert heute Abend - natürlich - Premiere.