Aachen: Nils Winter und Tobias Mohr vor dem Absprung, neuer Torwartcoach in Sicht

Aachen: Nils Winter und Tobias Mohr vor dem Absprung, neuer Torwartcoach in Sicht

Zu den wichtigeren Utensilien im Urlaubsgepäck zählt das Aufladegerät für das Handy. Fuat Kilic ist zu seinen Eltern in der Türkei geflogen, aber so eine richtige Pause wird das nicht werden. Die Aufgaben nimmt der 45-Jährige auch mit in die kurzen Ferien. Aachens Trainer wird auch in der Ferne weiter an seinem Kader für die nächste Spielzeit feilen.

Trainingsauftakt ist der 18. Juni. Zum Team 2018/19 werden vermutlich die Leistungsträger Nils Winter und Tobias Mohr nicht mehr gehören. „Es sieht nicht danach aus, dass wir sie halten können. Beide wollen in höhere Ligen wechseln“, bedauert Kilic. Kapitän Winter hat Alemannias jüngstes Angebot am Wochenende abgelehnt, bestätigt der 24-Jährige. Finanziell findet man nicht zusammen. Als finale Absage an den Standort will der Verteidiger das noch nicht verstehen. „Ich hänge sehr an diesem Verein, aber ich werde abwarten, welche Türen jetzt aufgehen.“

Sein aktueller Trainer wird nicht warten, er sucht Alternativen für beide Außenbahnen. Die gibt es bereits im defensiven Mittelfeld. Vor ein paar Wochen hätte Meik Kühnel seinen Vertrag am Tivoli problemlos verlängern können, inzwischen sind die Arbeitsplätze auf seiner Position nahezu komplett neu besetzt. Auch beim gebürtigen Aachener stünden die Zeichen auf Trennung, sagt Kilic.

Ausgeschrieben sind noch zwei Stellenangebote für die Torwartposition, nur Mark Depta ist geblieben. Akif Sahin und Patrick Nettekoven sind weitergezogen — mit bislang unbekanntem Ziel. Die Kombination ist weiter gefragt. „Wir suchen noch einen jungen und einen ambitionierten Torwart, der auch die neue Nummer 1 werden kann“, sagt Kilic. Mit Nettekoven hat er auch seinen Torwarttrainer verloren, ein alter Bekannter könnte die Planstelle besetzen. Hans Spillmann bildete die Schlussleute noch zu Zweitliga-Zeiten in Aachen aus. Jetzt steht der aktuelle Torwarttrainer von MVV Maastricht vor der Rückkehr. „Wir sind uns ziemlich einig“, sagt Kilic. „Wir würden einen fachlich hervorragenden Trainer dazubekommen“, freut er sich.

Noch bangen muss Kilic, wie sich sein Co-Trainer Simon Pesch entscheidet. Der 29-Jährige hat ein paar lukrative Optionen, im Jugendbereich von finanzstärkeren Klubs unterzukommen. In den nächsten Tagen erwartet Kilic die Rückmeldung seines Assistenten, mit dem gerne weiterarbeiten möchte.

Auch Aachens verabschiedeter Torjäger Mergim Fejzullahu macht eine Fußballpause. In die Schlagzeilen schafft er es trotzdem. Viktoria Köln hatte auf die Zusage des 24-Jährigen gesetzt. Als die ausblieb, polterte der sportliche Leiter Franz Wunderlich im „Kölner Stadtanzeiger“ gewohnt markig: „Das ist unterste Schublade. Eigentlich war klar, dass er zu uns kommt, es fehlte lediglich die Unterschrift. Dieses Verhalten ist charakterlos.“