Netzschau zum Spiel SV Union Rösrath gegen Alemannia Aachen

Netzschau zum Alemannia-Pokalspiel in Rösrath: Aachen mit vielen Guten und einem richtig Boesen

Dem FVM-Pokal-Sieger winkt ein Ticket zur Teilnahme am DFB-Pokal. Für Vereine mit überschaubaren Finanzen eine gute Möglichkeit den eigenen Kontostand merklich zu verbessern. Und auch sportlich locken Ruhm und Ehre. In der Vorsaison war die Alemannia nah dran, im Finale unterlag sie aber Viktoria Köln. In diesem Jahr gibt es einen neuen Anlauf. Der Auftakt erfolgte am Mittwoch in Rösrath. Nach dem Landkarten-Studium auch mit dabei: unsere Netzschau.

Rösrath, erst seit 2001 offiziell eine Stadt, liegt südöstlich von Köln im Rheinisch-Bergischen Kreis und ist rund 90 Kilometer von Aachen entfernt. Sportlich trennen den in dieser Saison in die Kreisliga A aufgestiegenen SV Union und die Alemannia, ihres Zeichens Regionalligist, hingegen Welten. Und genau das wollte Fuat Kilic auch auf dem Platz von seinen Mannen sehen. Und die Fans, die ihre Mannschaft tatkräftig bei der Pflichtaufgabe unterstützen wollten, natürlich auch.

Für Union Rösrath hingegen war die Erstrundenpartie im FVM-Pokal gegen die traditionsreichen Kaiserstädter das Spiel des Jahres. Entsprechend groß war die Vorfreude den Vizemeister von 1969 und zweiten der ewigen Zweitliga-Tabelle zu empfangen.

Ein solches Spiel ist für einen kleinen Verein aber auch immer eine große organisatorische Aufgabe. Nicht alles klappt dann immer so wie gewünscht. Bitter vor allem für die Alemannia-Fans, die nicht vor Ort dabei sein konnten und sich auf einen Radio-Livestream oder den Alemannia-Ticker gefreut hatten:

Klar war für alle Schwarz-Gelben auf jeden Fall der Stellenwert der Partie. Auch wenn es „nur“ gegen einen vermeintlich kleinen Gegner ging und es der Verbandspokal war: Was bitte ist dagegen diese Champions League, die parallel Spiele an diesem Abend austrug?

Das sahen rund 1000 Zuschauer ähnlich, die eine würdige Kulisse in der Freiherr-vom-Stein-Sportanlage schufen:

Alemannias Präsident war selbstverständlich auch vor Ort, um seine Mannschaft siegen zu sehen:

Aufgrund des ungewohnt großen Zuschauerandrangs in Rösrath wurde der Anpfiff der Partie um zehn Minuten nach hinten verschoben. Ab 19.40 Uhr rollte dann aber endlich der Ball.

Fuat Kilic hatte die Startelf kräftig durchgemischt und gleich alle Positionen im Vergleich zum Ligaspiel beim Bonner SC neu besetzt: Zeaiter - Müller, Redjeb, Rakk, Schmitt - Stulin - Kaiser, Temür, Holtby, Idrizi - Boesen. Alles Spieler, die in den vergangenen Wochen aus verschiedensten Gründen nicht so zum Zug kamen und sich anbieten konnten - und wollten.

Von Beginn an nahmen die in gelb spielenden Alemannen das Zepter des Handelns in die Hand und machten mehr als nur einen Klassenunterschied deutlich.

Und so erzielte Aachens Stürmer Vincent Boesen folglich in der achten Minute bereits den Führungstreffer für die Gäste. Neun Minuten später legte Joshua Holtby das 2:0 für die Kartoffelkäfer nach. Auf den dritten Treffer mussten die Zuschauer dann fast eine Viertelstunde warten. In der 31. Minute war es erneut Boesen, der die Kugel im Netz unterbringen konnte. Zehn Minuten später dachte sich Aachens Nummer 18 wohl „Wenn der Boesen einen Doppelpack schnürt, kann ich das auch. Holtby my beer“ und Joshua Holtby erzielte in der 41. Minute ebenfalls sein zweites Tor an diesem Abend.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff erhöhte Mahmut Temür dann noch auf 5:0 für die Tivoli-Truppe.

In der zweiten Halbzeit ließen es die Aachener etwas ruhiger angehen. Fuat Kilic gab Marc Kleefisch, Manuel Glowacz und auch dem dritten Keeper Leon Tigges noch etwas Spielzeit. Stürmer Boesen wollte Mittelfeldspieler Holtby dann noch zeigen, was der Unterschied zwischen den beiden Positionen auf dem Feld ist und erhöhte sein Torkonto per Elfmeter auf drei Treffer. Und auch Mohamed Redjeb wollte sich noch in die Torschützenliste an diesem Abend eintragen. Kurz vor Abpfiff erzielte er nach einer Ecke den siebten Treffer für die klar überlegenen Aachener.

Der Auftritt der Alemannia am Mittwoch ist ein Paradebeispiel für einen souveränen Auftritt gegen einen klassentieferen Gegner. Einziges Manko an diesem Abend: die Chancenverwertung. Das Ergebnis hätte durchaus höher ausfallen können, sogar müssen.

Aber wahrscheinlich haben sich die Jungs von Trainer Kilic einfach nur ein paar Treffer für den kommenden Samstag aufgespart. Da steht zu Hause das Spitzenspiel im Ligaalltag gegen die Zweitvertretung von Borussia Dortmund an. Auch dann natürlich wieder mit von der Partie: unsere Netzschau.

(bph)