Netzschau zum Spiel Kaan-Marienborn gegen Alemannia Aachen

Netzschau zum Spiel der Alemannia in Siegen : Siegen in Marienborn? Kaan Problem!

Vom Alemannia-Trupp dürfte am Ende nur einer vom Tagesausflug bedient gewesen sein: die Zeugwarte. Wera Bosseler und Mohammed Hadidi müssen sich auch in den kommenden Tagen noch mit dem Siegener Granulat auseinandersetzen, denn bis Sonntag muss das raus aus den Klamotten. Hat bis zum nächsten Spiel hingegen trainingsfrei: unsere Netzschau.

Erstmals musste die Alemannia in einem Ligaspiel auf Kunstrasen antreten und das dann gleich noch auf göttlichem Boden: Am Dienstagabend ging es für die Mannschaft von Fuat Kilic in die Herkules-Arena im Siegener Stadtteil Kaan-Marienborn zum Nachholspiel des 25. Spieltages.

Aber beim Zeus! Vorab gab es Probleme mit den bereits verkauften Karten:

Nachdem das gelöst werden konnte, hieß es wie immer: Matchday!

Trotz ihres mächtigen Namens entpuppte sich die Herkules-Arena als idyllischer Sportplatz im Grünen. Damit auch jeder die Wege finden konnte, baute die Feuerwehr sogar rund um das Gelände extra Strahler auf. Guter Service!

Und für alle Freunde des Kletterurlaubs an dieser Stelle ein kleiner Ausflugstipp: der Gästebereich in der Herkules-Arena. Denn dort bestehen die Ränge aus zwei flachen Stufen (Anfängerhügel) auf die ein steiler Grashang folgt (nur für Profis). Wer dann auch noch mit Getränken und Essen (das zum Mampfen, nicht das zum Verputzen auf dem Rasen) ganz nach oben wollte, der muss schon Experten-Skills mitbringen.

Zurück zum sportlichen Geschehen: Folgende Spieler sollten es auf beiden Seiten richten. Kurios bei den Gästen: Auf der Bank saßen gerade einmal vier Auswechselspieler. Gerade erst hat der Westdeutsche Fußballverband mitgeteilt, dass zukünftig von der Regionalliga an abwärts vier Wechsel pro Spiel erlaubt sein werden. Mit einer sofortigen Regeländerung hätte bereits am Dienstagabend der komplette Kader der Gastgeber spielen können.

Kurz vor 19 Uhr betraten die Mannschaften schließlich das Grün.

Und wer glaubt, dass unsere Netzschau schlechte Wortspiele für sich alleine erfunden hat, dem sei ein Banner der Heimmanschaft ans Herz gelegt: “Der Kaansinn wird siegen.” Noch Fragen?

In der ersten Halbzeit mühte sich die Alemannia, aber Dimitry Imbongo vergab eine 100-prozentige Chance und Stipe Batarilos Versuch sein Tor aus dem Spiel gegen Rot-Weiss Essen zu wiederholen gelang nur teilweise, da der Ball sich dieses Mal dafür entschied vom Aluminium wieder zurück ins Feld statt ins Tor zu springen.

Aber der Fußball wäre nicht der Fußball, wenn er nicht auch andere kleine Geschichten während einer Halbzeit zu bieten hätte. Zum Beispiel die freundliche Unterstützung der Gästefans für das Heimteam. Die Situation: Abstoß für die Alemannia, die Spieler von Kaan-Marienborn wollen vorne zustellen, um Niklas Jakusch zu einem weiten Abschlag zu zwingen.“Vor! Macht zu!“, hallte aus den Reihen der Gastgeber über den Platz. Kaan-Marienborns Nummer 17 hörte die Anweisung aber wohl nicht. „Semih! Vor!“ Nichts zu machen. Aber zum Glück hörten einige Aachener Fans auf Semihs Seite den Befehl und gaben ihn prompt zurück auf den Rasen. Ob Semih deswegen schließlich doch noch aufrückte? Ein Fall für Galileo Mystery.

Auch Schiedsrichter Thorben Siewer machte sich lautstark bemerkbar. Nach einem Foul an Aachens Kai Bösing sahen das die Spieler von Kaan-Marienborn selbstverständlich anders. Daraufhin stellte ihnen der Mann mit der Pfeife mit Nachdruck die Frage: „Was haben Sie denn für ein Verständnis von Fußball?“ Hätte er ein Mikrofon in der Hand gehabt, wäre an der Stelle der Mic drop erfolgt!

Tore fielen in der ersten Halbzeit übrigens nicht.

Zum Start der zweiten Halbzeit wurde es im Gästebereich noch ein wenig voller: Kaan-Marienborns Trainer Thorsten Nehrbauer wurde vom Schiedsrichter hinter den Zaun gestellt.

Kurios: Zum Start der zweiten Halbzeit musste Kaan-Marienborns Trainer Thorsten Nehrbauer hinter den Zaun und die Partie aus dem Gästebereich verfolgen. Foto: ZVA/Björn Hellmich

Er und die knapp 1000 Zuschauer wurden in den nächsten 45 Minuten aber weiter nicht mit Treffern verwöhnt. Zunächst hatten die Gastgeber eine riesige Doppelchance, aber Alemannias Keeper Jakusch wollte seinen Kasten unbedingt sauber halten – und wie!

Im Anschluss vergab Aachens Vincent Boesen eine riesige Chance. Er lief alleine aufs Kaan-Marienborner Tor zu, aber Christian Bölker machte sich vor seinem Gehäuse ganz groß.

In der 77. Minute fand der Ball aus Aachener Sicht endlich seinen Weg ins Ziel. Ecke vom eingewechselten Manuel Glowacz und Imbongo mit dem Kopfballtreffer!

Nach dem Abpfiff standen der nächste Auswärtssieg und der vierte Sieg in Folge für die Schwarz-Gelben auf der Haben-Seite. Da wächst doch die Vorfreude auf die kommende Saison!

So zeigte sich wieder einmal, dass auch dreckige Arbeitssiege Spaß machen können:

Weiter geht es am kommenden Sonntag mit der nächsten Auswärtspartie. Dieses Mal führt der Spielplan die Alemannia nach Lippstadt. Schmiert jetzt schon mal die Butterbrote für die Fahrt: unsere Netzschau.

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