Netzschau zum Spiel der Alemannia in Rödinghausen

Netzschau zum Spiel der Alemannia in Rödinghausen : Märchenstunde mit Happy End

Am Samstag stand für die Alemannia die weiteste Auswärtsfahrt der Saison an. Es ging ans Ende von Nordrhein-Westfalen, ins rund 300 Kilometer entfernte Rödinghausen. Einen Ort, der noch hinter Bielefeld liegt. Und da gibt es ja schon Zweifel an der Existenz. Hat sich trotzdem hingewagt: unsere Netzschau.

Es war einmal ein Verein, der spielte einen soliden, häufig sogar guten Fußball. Die Aachener Mannen in Schwarz-Gelb aber machten häufig aus ihrer Überlegenheit nicht viel. Dann jedoch schauten junge Düsseldorfer ohne Fortuna im Gepäck am Tivoli vorbei und wurden mit 4:0 wieder nach Hause geschickt. Hipp, hipp, hurra!

Und nur eine Woche später stand erneut ein Spiel auf des Trainers Plan. Eine Auswärtsfahrt in ein entferntes Reich namens Rödinghausen. Das Dorf umringt von Feldern und Wiesen hatte es sich auf dem zweiten Tabellenplatz gemütlich gemacht. Das wollten die Alemannen aus dem Wilden Westen ändern!

Auch Niklas Jakusch, Alemannias Schlussmann, der leider aktuell nicht spielen kann und sich unter der Woche für die Unterstützung der Fans bedankte, wünschte seiner Truppe alles Gute für die lange Reise ins Unbekannte.

Die Aachener zogen mit Sack und Pack durchs Land und Übungsleiter Fuat Kilic hatte auch wieder seinen "boesen" Wolf mitgebracht.

Schon vor der Partie versprühte der junge Offensivspieler den Drang nach drei weiteren Punkten. Und Toren. "Der will nur spielen", beruhigte man die Gastgeber vor dem Anpfiff. Mit Wölfen ist das ja so eine Sache auf dem Land.

Im Hause der Rödinger schien die Sonne, der Rasen war grün, über 1000 Zuschauer vor Ort ... So lasset die Spiele beginnen klang es alsbald von den Tribünen herab und der bestellte Spielleiter kam dem Wunsch nach als die Glocken aus der Ferne das 14-Uhr-Signal erklingen ließen.

Und so lief der Ball von rechts nach links und von links nach rechts. Die Köpfe der rund um das Spielfeld machten eifrig mit, es wurden Lieder gesungen, geklatscht, geschrien und mehr. Doch dann ein Pfiff kurz vor der geplanten Unterbrechung, ein Schuss aus elf Metern vom Jungen namens Vincent, ein Tor, eine jubelnde Meute mit einem "boesen" Wolf in der Mitte der Zähne zeigte. Die Aachener Alemannen führten beim hochgelobten Tabellenzweiten.

Und dabei blieb es nicht. Trotz Bemühungen der hartnäckigen Dorfbewohner legten die stolzen Kaiserstädter, die in den vergangenen Jahren arg gebeutelt wurden, noch einen zweiten Treffer nach. Wieder war es der Stürmer, den sie Vincent nannten. Kurz vorSchluss fiedelte Defensiv-Spezialist Matti noch einen Rödinghausener um und sah dafür die gelb-rote Karte. Doch auch das bisschen Farbe im Spiel konnte wenige Minuten vor Abpfiff nichts mehr am Resultat ändern: drei Punkte für die Alemannia!

Zehn Kartoffelkäfer grasten mit ihrem "boesen" Wolf die Rödinghausener Felder und zeigten eindrucksvoll, dass Tabellenplätze in der Regionalliga West nicht immer Ausdruckskraft der wahren Stärke sind. Und wo wir gerade bei Stärke sind:

Die Aachener sind in diesem Jahr in Pflichtspielen noch ungeschlagen. Ein Unentschieden und zwei Siege stehen zu Buche und das bei null Gegentoren. Folgericht blickte man zu Ende des Tages in den Katakomben im weit entfernten Rödinghausen nur in glückliche Gesichter - sofern diese aus der Stadt des großen Karls angereist waren.

Und die Moral von der Geschicht': Gewinnt die Alemannia und verliert Gladbach, lohnt der Samstag sich.

Am kommenden Samstag setzt der Ligabetrieb für die Alemannia aus. Stattdessen steht das FVM-Viertelfinal-Pokalspiel bei Borussia Freialdenhoven auf dem Plan. Mit einem Sieg können die Aachener nicht nur das Halbfinale erreichen, sondern auch für guteStimmung während der Karnevalstage sorgen. Ob mit oder ohne Kostüm auf jeden Fall am Spielfeldrand: die Netzschau.

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