Netzschau zum Spiel der Alemannia Aachen gegen den FC Köln II

Netzschau zum Spiel der Alemannia gegen Köln II : Ein Ausflug zum Vergessen

Es war nicht die Woche der Alemannia. Unter der Woche verletzten sich zwei Spieler schwer, am Samstag setzte es dann noch eine deftige Niederlage gegen die Zweitvertretung des FC Köln. Hätte statt Sonnenbrand lieber drei Punkte aus Köln mitgebracht: die Netzschau.

Es gibt Wochen im Leben, die würde man im Nachhinein am liebsten wieder streichen. Die letzte Augustwoche 2019 ist aus Sicht der Alemannia eine solche. Gegen den Aufsteiger VfB Homberg reichte es zuhause zwar nur zu einem 1:1, aber immerhin erzielte Sturmhoffnung David Bors seinen ersten Saisontreffer. Damit hatte sich der Offensivmann die längst überfällige Belohnung für seinen unermüdlichen Einsatz abgeholt. War der Knoten jetzt geplatzt? Knippst er nun regelmäßig? Werden die vielen Chancen nun häufiger genutzt? All diese Fragen hatten sich am Dienstagnachmittag erledigt: Der Sturmtank zog sich im Training einen Kreuzbandriss zu. Und auch Torwart Nikolai Rehnen verletzte sich: Er muss am Meniskus operiert werden. Ausgerechnet in der Saison, in der die Alemannia auf einen dritten Keeper verzichtete und im Notfall auf die A-Jugend zurückgreifen wollte. Was dann auch prompt der Fall war. Dazu später mehr. An dieser Stelle erst einmal gute Besserung den beiden Verletzten!

Gespielt werden musste aber trotzdem. Auf dem Plan stand die Auswärtspartie bei der Zweitvertretung des FC Köln. Gespielt wurde dieses Mal nicht im Franz-Kremer-Stadion, Austragungsort war das Südstadion.

Immerhin eine gute Nachricht gab es vor dem Spiel: Alemannias Haus- und Hoffotograf durfte mit:

Und das Ziel bei über 30 Grad Celsius in der falschen Domstadt war klar: Drei Punkte sollten her.

Doch die waren nach 45 Minuten schon ziemlich weit weg. Mit Ausnahme eines Pfostentreffers kam von den Schwarz-Gelben nicht viel, es wurden unnatürlich viele Fehler im Aufbauspiel gemacht, wobei das zumeist aus langen Bällen bestand, die kaum Abnehmer fanden. Die Hausherren hatten an diesem Samstagnachmittag das Fußballspielen nicht neu erfunden und waren keineswegs überragend unterwegs, sie spielten aber konzentriert und nutzten die sich ergebenden Chancen.

In der ersten Halbzeit machte sich die Verletzung von David Bors bemerkbar, Ersatzmann Gary Noel merkte man die bisher fehlende Spielpraxis an und so richtig drin im Team schien er auch nicht. Zur zweiten Halbzeit zeigte sich dann auch die zweite Verletzung unter der Woche: Keeper Ricco Cymer musste verletzt raus, für ihn kam Kylian Huijnen aus der A-Jugend zu seinem ersten Einsatz.

Und der konnte eigentlich nicht schlechter beginnen: 15 Minuten nach Wiederanpfiff folgte das 0:3. War es das? Natürlich nicht, schließlich geht es hier um ein Spiel der Alemannia.

Die machte in Person von Florian Rüter aus dem nichts das 1:3. Der eingewechselte Vincent Boesen erzielte den Anschlusstreffer: nur noch 2:3. Geht da etwa noch was? Immerhin waren noch sechs Minuten auf der Uhr. Doch statt nun alles nach vorne werfen zu können, gab es nach dem Boesen-Tor direkt das 2:4. Mehr als gefühlte 30 Sekunden Hoffnung waren an diesem Nachmittag für die Aachener nicht drin.

Nach dem Spiel gab es Redebedarf. Die Mannschaft stellte sich den Fans. Es gab aufmunternde Worte, aber auch die Kritik wurde an manchen Stellen lauter. Auch Fuat Kilic steht bei einigen Fans mittlerweile zur Disposition:

Zum Auftakt in Wuppertal war die Niederlage „unglücklich“. Bei den Unentschieden zuhause gegen die Zweitvertretung von Düsseldorf und gegen den Aufsteiger VfB Homberg wurde die schlechte Chancenverwertung kritisiert. In Köln war das am Samstagnachmittag allerdings über weitere Strecken nichts.

Oder kurz und knapp:

Die Frage ist nun: Wohin führt der Weg der Alemannia in dieser Saison. Eigentlich gab es am Tivoli die Ansage „oben mitspielen zu wollen“. Oben ist allerdings schon ein Stückchen weit weg. Muss der Blick nun erst einmal nach unten gerichtet werden?

Kommende Woche schaut der Tabellenführer aus Rödinghausen am Tivoli vorbei. Ein solches Spiel kann eine Trendwende einleiten. Oder die Schwarz-Gelben in die erste richtige Saisonkrise stürzen. Hofft auf die erste Variante und wird natürlich auf der Tribüne die Daumen drücken: die Netzschau.

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