Netzschau zum Spiel Alemannia gegen Gladbach II

Netzschau zum Auswärtsspiel bei Borussia M'Gladbach II : Alemannias Steinkötter-Dämmerung im Grenzlandstadion

Seit elf Pflichtspielen war die Tivoli-Truppe vor der Partie bei Borussia Mönchengladbach II ungeschlagen und hatte sich an die oberen Tabellenregionen herangepirscht. Mit einem Sieg im Grenzlandstadion sollte der lose Kontakt an die Spitzenplätze gehalten werden. Der Start verhieß nichts Gutes, dann übernahm die Alemannia das Spiel, nur um am Ende mit leeren Händen dazustehen. Mittendrin bei dieser Achterbahnfahrt der Gefühle: unsere Netzschau.

Den Rückblick auf das Spiel in Rheydt starten wir mit einem Blick auf die Champions League, denn kurz vor dem Aufeinandertreffen des BVB mit Atlético Madrid spielten die Dortmunder gegen die Alemannia. Das Resultat war in beiden Fällen das gleiche, Aachen damit auf eine Stufe mit dem spanischen Spitzenklub zu stellen daher sich nicht allzu weit hergeholt, oder?

Aber zurück ins Hier und Jetzt beziehungsweise zur Regionalligapartie am Freitagabend. Bei einer Serie von elf nicht verlorenen Pflichtspielen war die Vorfreude auf den Kick in Mönchengladbach bei den Schwarz-Gelben verständlicherweise groß:

Und es wollten einige Alemannia-Anhänger den Weg ins Grenzlandstadion antreten, um ihre Jungs und Trainer Fuat Kilic zu unterstützen - und aus der Hose zu springen. Da ist so ein Doppeldeckerbus leicht gefüllt. Und der war nicht das einzige Gefährt, das sich im Freitagnachmittag von der Kaiserstadt aus an den Niederrhein begab.

Und so war auch schnell der überdachte Sitzplatzbereich in einen Stehplatz umfunktioniert und auch die regulären Stehplätze waren gut gefüllt - trotz schlechtem Wetter. Zu Ehren von Alemannia-Trainer-Legende Werner Fuchs, der in dieser Woche seinen 70. Geburtstag gefeiert hätte, hing auch wieder das berühmte schwarze Banner für Mr. Alemannia. Werner Fuchs, du bist der beste Mann!

Bei der Alemannia rückten Patrick Salata und Matti Fiedler zurück in die Startelf, Kapitän Peter Hackenberg spielte - mal wieder - mit Spezialmaske. Er hatte sich im Heimspiel gegen den SV Straelen einen doppelten Jochbeinbruch zugezogen. Aber er war nicht der einzige Maskenmann im Kader der Schwarz-Gelben. Auch Marco Müller auf der Bank hatte seine "Verkleidung" dabei. Die Zweitvertretung des Bundesligisten hatte in Person von Mickaël Cuisance Unterstützung von oben erhalten. Der junge Mittelfeldspieler sollte Spielpraxis sammeln.

Doch dabei beließ er es nicht. Er sammelte nicht nur Einsatzminuten, sondern erzielte gleich zum Start der Partie auch das 1:0 für die Hausherren. Der Anstoß war gerade erst erfolgt, da schob Cuisance den Ball über die Linie und ließ verdutzte Aachener um Torwart Niklas Jakusch im 16-Meter-Raum zurück. Alle Schwarz-Gelben und wohl auch die Mitspieler des Torschützen hatten mit einer Hereingabe gerechnet. Ein Start nach Maß sieht anders aus.

Aber die Alemannia 2018/2019 wäre nicht die Alemannia 2018/2019, wenn sie mit einem solchen Rückschlag nicht umgehen könnte. Als wäre nichts weiter passiert rissen die Gäste das Spielgeschehen mehr und mehr an sich und übernahmen die Kontrolle. Doch bis zum Pausenpfiff wollte der Ausgleich nicht gelingen.

Doch in der zweiten Halbzeit zeigten die Mannen vom Tivoli, dass auch sie loslegen können wie die Feuerwehr. Hälfte zwei war noch keine fünf Minuten alt, da hatte Alemannias Nummer sieben Kai Bösing den Ball bereits sehenswert im Gladbacher Kasten untergebracht: 1:1.

Die Kaiserstädter blieben am Drücker und hatten gute Gelegenheiten das Spiel komplett zu drehen. Die größte Chance hatte Aachens Torschütze zum Ausgleich. Doch Bösing scheiterte freistehend vor VfL-Keeper Jan Olschowsky.

Und dann kam es, wie es in solchen Spielen häufig ist, in denen vorne die Dinger nicht gemacht werden. Kurz zuvor erst eingewechselt erzielte Justin Steinkötter in der 86. Minute das 2:1 für die Gladbacher. Die Serie war gerissen, die Steinkötter-Dämmerung für die Alemannia perfekt.

Die Niederlage war mehr als unglücklich: Aachen hatte das Spiel über weite Teile unter Kontrolle und Chancen zur Führung gab es genug. An diesem Freitagabend sollte es aber einfach nicht sein. Die Enttäuschung war entsprechend groß:

Aber der Stolz auf die bisherigen Leistungen des Teams ist nicht minder groß. Entsprechend wurde die Mannschaft auch nach dem Spiel verabschiedet:

Kommenden Freitag können Fuat Kilic und seine Jungs eine neue Serie der Unschlagbarkeit starten, dann geht es in die ehemalige Hauptstadt. Um 19:30 Uhr treffen die Schwarz-Gelben auf den Bonner SC.

(bph)
Mehr von Aachener Nachrichten