Netzschau zum Spiel Alemannia Aachen gegen Fortuna Düsseldorf II

Netzschau zum ersten Heimspiel der Alemannia 2019/2020 : Verpatzte Generalprobe

Ein bitteres Remis beim ersten Alemannia-Heimspiel

Ach, Alemannia. Es könnte alles so einfach sein. Ein überzeugender Sieg gegen die „Zwote“ von Düsseldorf nach dem unglücklichen Saisonauftakt in Wuppertal und schon wäre die Welt für alle Schwarz-Gelben in Ordnung gewesen. Am Ende hat der Gegner wieder „Fortuna“ bei einem Schuss und die Punkte mussten geteilt werden.

Nach der Niederlage in Wuppertal schrieben einige Fans die Saison bereits ab. Es gab Kritik an der Mannschaft, dem Spielstil, dem Ergebnis, dem Trainer und was man halt noch so kritisieren kann. Auf der Pressekonferenz vor dem ersten Heimspiel der neuen Saison wehrte sich Aachens Chefcoach dann mit deutlichen Worten gegen diese „Schwarz-Weiß-Malerei“. Inhaltlich waren sicher viele bei ihm, seine Wortwahl fanden aber nicht alle ganz glücklich:

Aber gut. Reibung soll ja bekanntlich in Maßen auch förderlich sein und ein gemeinsames Ziel stand ja für alle, die es mit dem Team vom Tivoli halten, für Samstag auf der Agenda: Das erste Heimspiel der Saison gewinnen und drei Punkte einfahren.

Die Weichen hätten bereits nach zwei Minuten auf Sieg gestellt werden können, doch David Bors, Aachens Neuzugang aus Bonn, der erstmals in der Startelf stand, vergab. Der restlichen 43 Minuten der ersten Halbzeit sind schnell erzählt: druckvolle Anfangsphase der Hausherren ohne Torerfolg, im Anschluss optisch überlegen, aber ohne zwingende Aktionen nach vorne und eine gute Freistoßsituation kurz vor der Halbzeit, die Manuel Glowacz vergab.

Die 5700 Zuschauer mussten rund 70 Minuten warten, bis sie für ihr Eintrittsgeld einen Treffer zu sehen bekamen, der nach folgendem Muster fiel: Ecke, Kopfball, Tor. Die Protagonisten: Der eingewechselte Schmitt tritt die Ecke, hoch, höher, Heinze, 1:0 für die Alemannia.

Auch das zweite Saisontor der Schwarz-Gelben wurde damit von einem Abwehrspieler erzielt. Und in bewegten Bildern sieht das sogar noch schöner aus:

Das hätte der Siegtreffer sein können. Wieder dieser Konjunktiv, irgendwie will der heute nicht aus unserem Text raus. Warum? Weil die Düsseldorfer ihrem Namen gerecht wurden und mit einem Glücksschuss kurz vor Ender der Partie den Ausgleich erzielten. Wir wagen an dieser Stelle mal die Prognose, dass Fortunas Oberdorf dieses Tor in 100 Jahren nicht noch einmal so hinbekommen wird.

Weniger später, nachdem sich der Düsseldorfer Montag nach einer Grätsche gegen Garnier noch die Rote Karte abgeholt hatte, war Schluss. Auf der Videowall prangte ein 1:1.

So richtig froh über den ersten Saisonpunkt waren die Aachener verständlicherweise nicht.

Manch einer findet das System nicht passen und fordert mehr Personal für die Offensive:

Gegen den folgenden Vorschlag dürften sich wohl die meisten im Alemannia-Lager wehren. Auch Kapitän Peter Hackenberg dürfte da noch einmal in seinen Arbeitsvertrag gucken, ob ihm ein Vetorecht zusteht:

Fazit zum Spiel?

Und weil nach zwei Spieltagen auch schon ein Saisonfazit gezogen werden kann, zumindest auf Twitter:

Vielleicht waren die beiden Spiele ja auch alle nur Vorbereitung für das anstehende Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen, die sich nun in Sicherheit wiegen?

Gilt nicht auch die folgende Regel: Auf eine Niederlage folgt ein Unentschieden folgt ein Sieg? Außerdem ist eine misslungene Generalprobe immer ein gutes Zeichen für die anschließende Premiere.

Der Start in die neue Saison war nicht optimal, aber in der kommenden Woche steht ein Belohnungsspiel für alle Schwarz-Gelben an, die DFB-Pokal-Hymne wird wieder auf dem Tivoli erklingen, das Stadion wird voll sein und ein Bundesligist gibt sich die Ehre. Bitte an alle: Den Euphoriemodus in den nächsten Tagen wieder hochleveln und wer weiß, so ein Bonusspiel, in dem keiner etwas von der Alemannia erwartet, …

Ist auf jeden Fall wieder mit dabei und träumt von Berlin: die Netzschau.