Netzschau zum Spiel Alemannia Aachen gegen den Bonner SC

Netzschau zum Spiel der Alemannia gegen Bonn : Werner Fuchs, du bist der beste Mann!

Am Samstag empfing die Alemannia den Bonner SC zum letzten Heimspiel der Saison 2018/19. Den Rahmen bildete der 20. Todestag von Mister Alemannia Werner Fuchs. Vor der Partie wurde es emotional, nach der Partie dann auch nochmal. Dazwischen verloren die Aachener das zweite Spiel in Folge. War von Anfang bis Ende dabei: unsere Netzschau.

Zum letzten Mal in dieser Saison lud die Alemannia ihre Fans zum Tivoli ein. Gegen den Bonner SC wollte sich die Mannschaft von Fuat Kilic mit einem Sieg vom heimischen Publikum verabschieden und gleichzeitig Selbstvertrauen für das Pokalfinale in zwei Wochen tanken.

Das sportliche Geschehen war aber bei allen Schwarz-Gelben am Samstag nicht ganz oben auf der Prioritätenliste zu finden. Dafür war dieser Tag zu besonders. Am 11. Mai 1999, wenige Tage vor dem entscheidenden Spiel zum Aufstieg in die 2. Bundesliga, starb Trainer Werner Fuchs bei einem Waldlauf mit seiner Mannschaft. Mister Alemannia konnte den größten Erfolg „seines“ Vereins nicht mehr miterleben. Doch er ist bis heute unvergessen am Tivoli – und wird es für immer sein. Daher stand das Spiel am Samstag ganz im Zeichen des legendären Trainers.

Auch 20 Jahre danach ist die große Tragödie für alle Alemannen immer noch unfassbar.

So groß die Trauer, so groß die Dankbarkeit für den gebürtigen Pfälzer, der den Verein geprägt hat wie kaum ein anderer.

Um die Erinnerung an einen der größten Alemannen aller Zeiten aufrecht zu erhalten und ihm gebührend zu Ehren, hatte die sich die Aachener Fanszene eine besondere Choreo ausgedacht: „Eines Tages werden mich meine Kinder fragen, wer war der größte Alemanne in allen Tagen, und dann werd ich deinen Namen sagen!“

Pünktlich zum Einmarsch der Mannschaften wurde dann das Konterfei von Werner Fuchs über den gesamten Stehplatzbereich hochgezogen:

Das Gesamtbild? Einfach nur phänomenal:

Nicht nur von der Seite, auch direkt vom Platz aus:

You’ll never walk alone!

Währenddessen wurden unten auf dem Platz noch Mahmut Temür (schade, dass du gehst. Die Netzschau wollte immer noch einmal schreiben „Mahmut-Aufgabe“), Alan Stulin und Leon Tigges verabschiedet. Letztgenannter durfte als Dank erstmals von Beginn an zwischen den Pfosten der Schwarz-Gelben stehen. Für ihn war es das wohl letzte Spiel für die Alemannia. Bei seinem Kollegen Niklas Jakusch ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Oder doch?

Das Spiel selbst ist schnell erzählt: Die Hausherren gerieten wieder einmal schnell in Rückstand, doch Dimitry Imbongo(al) konnte noch vor der Halbzeit ausgleichen. Für ihn war es der zehnte Saisontreffer. Doch er sollte auch nach Abpfiff noch einmal in den Fokus geraten. In der zweiten Halbzeit gelang Bonn dann der berühmte Sonntagstreffer am Samstag, das Spiel ging 1:2 verloren.

So hatte sich das am Tivoli niemand vorgestellt, auch Trainer Fuat Kilic entschuldigte sich im Anschluss für den Auftritt und die Niederlage.

Nach dem Schlusspfiff kam es noch zu Tumulten auf dem Rasen. Was genau der Ausgangspunkt war, steht noch nicht fest. Aus den Bonner Reihen soll es wohl zu Provokationen gekommen sein. Imbongo und auch Kilic mussten von den eigenen Leuten zurückgehalten werden. Die Emotionen kochten über. Kapitän Peter Hackenberg und Kilic gaben später keine Details preis, aber sportlich, fair und respektvoll sollen die Gäste wohl nicht gewesen sein.

Das sah beim Team der Schwarz-Gelben nach dem Auflösen der Rudelbildungen gegenüber dem eigenen Anhang anders aus. Die Mannschaft bedankte sich bei ihren Fans für die Unterstützung über die gesamte Saison:

Wer übrigens nicht bis zum Start der neuen Saison warten kann, um Fußball auf dem Tivoli zu sehen: Am 5. Juni absolviert die Deutsche Nationalmannschaft ein öffentliches Training in Aachen.

Packt jetzt aber erst einmal die Taschen für die Reise zum letzten Ligaspiel in der kommenden Woche in Dortmund und freut sich dann auf das Pokalfinale in Bonn gegen Fortuna Köln: die Netzschau.

Noch ein kleiner Nachtrag: Das Pokalfinale gegen die Fortuna wird in diesem Jahr nicht das letzte Aufeinandertreffen sein. Die Kölner sind am Samstag abgestiegen und spielen in der kommenden Saison wieder in einer Liga mit der Alemannia.

Netzschau over and out!

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