Netzschau zum Spiel Alemannia Aachen gegen Borussia Dortmund II

Netzschau zum Spiel der Alemannia gegen Dortmund II : Tausend Mal probiert, tausend Mal ist nichts passiert

Alemannia Aachen gegen Borussia Dortmund. Samstag, 15:30 Uhr. Das klingt nach bestem Bundesliga-Fußball. In der Konferenz des „himmlischen“ Pay-TV-Senders mit dem „Original“ tauchte die Partie aber trotzdem nicht auf. In dem Fall wohl auch besser, denn der Satz „Tor in Aachen“ wäre nicht gefallen. Würde sowieso eher in der Super League als Bundesliga spielen: unsere Netzschau.

Nach der unnötigen Niederlage in Gladbach und dem ebenfalls in diese Kategorie einzuordnenden Unentschieden in Bonn gab es unter der Woche ein sattes 7:0 gegen den A-Kreisligisten Union Rösrath. Stürmer Vincent Boesen glänzte mit einem Dreierpack, Joshua Holtby traf immerhin doppelt. Grundsätztlich ist den Schwarz-Gelben das Toreschießen nicht fremd. Aber auch in dieser Pokalpartie wurden einige Chancen ausgelassen. Das sollte gegen die Zweitvertretung von Borussia Dortmund im Ligaalltag zum Abschluss der Hinrunde am Samstag besser gemacht werden - allerdings findet das Leben nicht im Konjunktiv statt.

Aber von vorne: Die BVB-Amateure hatten das Nachholspiel gegen Rot-Weiss Essen unter der Woche mit 5:0 gewonnen. Mit tatkräftiger Unterstützung der Profis Sebastian Rode, Alexander Isak und Shinji Kagawa. Da befürchtete die Aachener Anhängerschaft ein schweres Spiel, wenn auch auf dem Tivoli Dortmund 1,5 statt Dortmund 2 auflaufen würde:

Wobei befürchten wohl das falsche Wort ist. Denn am Tivoli regiert nur einer: Aachen und sonst keiner!

Während die 5.300 Zuschauer - schon der Wahnunsinn, dass es die Öcher vor Ort immer schaffen eine runde Zahl an Karten zu kaufen oder doch ein Fall für Galileo Mystery? Wir schweifen ab - ihre Plätze einnahmen, wanderte der Blick auf die spieler, die sich auf dem Grün warm liefen: jemand aus der Profi-Mannschaft schien beim BVB nicht dabei zu sein. Der Blick auf den Spielberichtsbogen bestätigte die Adleraugen von den Rängen.

Im Vergleich zum Pokalspiel gegen Union Rösrath hatte Fuat Kilic seine erste Elf wieder kräftig durchgemischt und auf die bewährten Kräfte für den Ligaalltag gesetzt. Einzig Torwart Niklas Jakusch fehlte krankheitsbedingt und wurde von Daniel Zeaiter vertreten. Die Grippe-Saison lässt wohl grüßen. Die Torschützen von Mittwoch mussten sich zunächst weiter hinten anstellen. Vincent Boesen und Mohamed Redjeb saßen auf der Bank, Joshua Holtby und Mahmut Temür standen nicht einmal im Kader.

Und dann ging es los. Pünktlich um 15:30 Uhr, das heißt zur besten Bundesliga-Anstoßzeit, pfiff der luxemburgische Schiedsrichter Laurent Kopriwa die Partie an. Welche Möglichkeiten gibt es noch gleich, wie so eine Partie ausgehen kann?

Der Ball rollte ordentlich durch beide Mannschaftsreihen. Gestoppt wurde das Spielgeschehen vor allem durch den Schiedsrichter oder seine Assisstenten an der Seitenlinie Daniel Da Costa und Joaquim Da Silva, denen die Fans sicherlich zuriefen, dass man die Fahne "Da" auch mal unten lassen kann ...

Die Alemannia erspielte sich duch Batarilo (10. Minute), Fiedler (24. Minute), Imbongo (33. Minute) und Glowacz (40. Minute) dennoch eine Reihe von guten Möglichkeiten, die aber entweder nicht konsequent genug ausgespielt oder durch BVB-Torwart Reckert vereitelt wurden.

Kurz vor dem Pausenpfiff konnte sich dann Jakusch-Ersatz Zeaiter auszeichnen und hielt seinen Kasten gegen Herbert Bockhorn sauber. So ging es dann auch mit einem torlosen Unentschieden in die Halbzeit.

Auch in der zweiten Halbzeit erspielten sich beide Mannschaften Chancen raus. Die beiden dicksten aber hatten die Aachener durch Dimitry Imbongo und den eingewechselten Vincent Boesen. Imbongo sprang der Ball zwei Meter freistehend vor dem leeren Dortmunder Kasten über den Fuß (78. Minute), Boesen setzte sich stark im Strafraum durch, vergaß beim Zweikampf aber den Ball (82. Minute) - da nütze auch die freie Bahn vor ihm nichts.

Und so blieb es letztendlich beim 0:0. Die Alemannia beendet die Hinrunde auf dem sechsten Platz. Nach dem Stotterstart mit drei Niederlagen am Stück ein ganz ordentliches Resultat, auch wenn in den vergangenen drei Partien noch etwas mehr drin gewesen wäre.

Am nächsten Freitag startet für die Alemannia mit dem Heimspiel gegen Viktoria Köln bereits die Rückrunde. Der Vizemeister der Vorsaison und amtierende FVM-Pokalsieger zieht aktuell einsam seine Kreise an der Tabellenspitze und hat bereits 13 Zähler mehr als die Aachener auf dem Konto. Hoffen wir mal, dass es nach dem nächsten Spiel nur noch zehn sind!

(bph)
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