Aachen: Nachwuchsspieler Korte und Schattner mit im Trainingslager

Aachen: Nachwuchsspieler Korte und Schattner mit im Trainingslager

Der Anruf ereilte Waldemar Schattner im Urlaub: Zurück kommen, Sachen packen, mit den Profis ins Trainingslager fahren. Andreas Korte wurde von der Beförderung zu den Profis durch Erik van der Luer, Coach von Alemannia II informiert.

„Der Trainer hat mir eine Woche vor dem Trainingslager gesagt, dass ich mit den Profis trainieren werde.” Beide sind 20 Jahre alt, beide sind Defensivspieler, beide spielen schon seit Jahren für die Nachwuchs-Teams der Alemannia und haben vorläufig das geschafft, wovon jeder träumt, der irgendwann zum ersten Mal gegen den Ball getreten hat - im Dunstkreis der Profis zu sein.

Körperlich haben Linksfuß Korte und Defensiv-Allrounder Schattner keine Probleme mitzuhalten, aber zwei Unterschiede haben beide ausgemacht: „Vom Kopf her ist alles viel schneller. Man muss viel fixer schalten”, meint Andreas Korte, der nach einem Bänderriss erst in der Winterpause wieder zur Zweiten gestoßen ist. „Hier ist die Robustheit deutlich höher”, musste sich Waldemar Schattner an eine deutlichere Körpersprache gewöhnen.

Schlecht vorbereitet fühlen sich beide nicht für das Abenteuer Fußball-Profi: „Erik van der Luer hat uns gut rübergebracht in den Seniorenbereich”, lobt Schattner den Coach von Alemannia II. Große Umstellungsprobleme zum Schnupperkurs in der Zweiten Bundesliga verspürt Andreas Korte nicht: „Wir waren im vergangenen Jahr schon die Jüngsten in der U23, jetzt sind wir es wieder.”

Ihre persönlichen Ziele formulieren Schattner und Korte zurückhaltend - wer will auch schon Forderungen stellen, wenn sich das Schicksal angesichts der Personalknappheit im Kader zum Mitspielen entschlossen hat? Doch wären die beiden Defensivkräfte in der Saison das, was sie jetzt sind - Nummer 17 und 18 im Feldspielerkader - wären sie dort, wo man anfängt, das Träumen zu wagen.

Ein, zwei Schritte weiter ist da schon Kevin Kratz: Der Staubsauger vor der Abwehr, der in Dürwiß lebt, ist zwei Jahre älter und spielte zuletzt in der Zweitvertretung von Bayer Leverkusen. Auch im Profi-Trainingslager war der 22-Jährige bereits unter Trainer Michael Skibbe als auch unter Bruno Labbadia.

Doch damit war zunächst das Ende der Fahnenstange erreicht. „Der direkte Sprung in den Bayer-Kader wäre wohl zu groß gewesen. Deshalb bin ich glücklich, hier bei Alemannia Aachen einen Profi-Vertrag bekommen zu haben”, meint Kratz, der auch von Alemannias Sportdirektor Andreas Bornemann mit Vorschuss-Lorbeeren bedacht worden ist. „Ich wollte es bis zum 24. Lebensjahr geschafft haben. Mein Papa ist todesglücklich, dass es geklappt hat”, strahlt der Dürwißer, der noch im „Hotel Mama” wohnt.

Andreas Korte, Waldemar Schattner und Kevin Kratz haben jetzt einen Zipfel der Fußball-Karriere in der Hand. Alles weitere ist wie immer in diesem Geschäft: Bereit sein, wenn Glück und Gelegenheit anklopfen.

Nemeths Berater sucht einen neuen Verein

Offenbar unzufrieden trägt sich Szilard Nemeth mit Abwanderungsgedanken. Aachens slowakischer Mittelfeldspieler wurde über seinen Berater mehreren Vereinen angeboten, darunter auch Liga-Konkurrent MSV Duisburg. „Nemeth ist ein hevorragender Fußballer, ein feiner Techniker. Leider passt er nicht in unser System”, erklärte MSV-Trainer Peter Neururer auf Anfrage dieser Zeitung.

Möglich wäre hingegen ein Transfer in Gegenrichtung: Maicon, beidfüßiger brasilianischer Mittelfeldspieler des MSV, soll den Verein verlassen können. „Falls Alemannia Interesse hat, dann wird es höchste Zeit”, meint Neururer, „auch Genclerbirligi, hat bereits wegen Maicon angefragt”.

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